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Papst Benedikt beendet Kuba-Besuch

Kurzes Treffen mit Ex-Staatschef Fidel Castro

Papst Benedikt XVI. beendet seine Lateinamerika-Reise (dpa / picture alliance / Hannibal Hanschke)
Papst Benedikt XVI. beendet seine Lateinamerika-Reise (dpa / picture alliance / Hannibal Hanschke)

Zum Abschluss seines Kuba-Besuchs ist Papst Benedikt XVI. mit Ex-Staatschef Fidel Castro zusammengekommen. Zuvor hatte der Papst gemeinsam mit 300.000 Menschen eine Messe gefeiert. Dabei forderte er mehr Freiheiten für die Kirche in Kuba.

Castro hatte um das Treffen mit dem Kirchenoberhaupt gebeten. Es handelte sich um das erste Treffen zwischen dem 84-jährigen deutschen Papst und dem 85-jährigen Führer der kubanischen Revolution von 1959. Das Treffen habe eine halbe Stunde gedauert, sagte der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Castro habe gesundheitlich einen stabilen Eindruck gemacht, würde aber beim Gehen von zwei Seiten gestützt.

Messe vor 300.000 Zuhörern

Zuvor hatte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor etwa 300.000 Menschen unter freiem Himmel auf dem Platz der Revolution in Havanna eine Messe zelebriert. Dabei rief er dazu auf, zum Aufbau einer offeneren Gesellschaft basierend auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung beizutragen. Gleichzeitig forderte er von der kommunistischen Führung mehr Freiheiten für die Kirche.

Leise Kritik am System

Zum Abschluss seines Kuba-Besuchs hat Papst Benedikt XVI. das US-Embargo gegen den Karibikstaat indirekt kritisiert. Mit Bezug auf die mangelhafte Versorgung der Bevölkerung sprach er von einer "sich weiter verschlechternden Situation durch von außen auferlegte wirtschaftliche Beschränkungen" und einer "unfairen Belastung für die Kubaner". Das Handels- und Finanzembargo der USA war 1962 in Kraft getreten, nachdem die kubanische Regierung Besitz von Bürgern und Unternehmen der USA enteignet hatte.
Außerdem mahnte das katholische Kirchenoberhaupt politische Reformen in dem kommunistischen Land an. Niemand auf der Insel dürfe in seinen grundlegenden Freiheitsrechten eingeschränkt werden.

Während seines Besuchs war Papst Benedikt XVI. auch mehrfach mit Kubas Präsident Raúl Castro, dem Bruder und Nachfolger Fidels, zusammengekommen. Castro empfing den Papst im Palast der Revolution in Havanna. Benedikt ermahnte das sozialistische Kuba eindringlich zu einer Erneuerung der Gesellschaft und zu einer Öffnung. Präsident Castro bekräftigte dagegen das Recht Kubas, seinen eigenen Weg zu gehen. Benedikt hatte bereits auf seinem Flug von Rom nach Mexiko auf die Lage in Kuba Bezug genommen: "Die Ideologien des Marxismus, wie sie konzipiert wurden, entsprechen nicht mehr der Realität".
Ein weiteres Thema des Treffens war die Lage der kubanischen Bevölkerung. Es sei jedoch nicht um humanitäre Interventionen der Kirche zugunsten politischer Gefangener gegangen, so Lombardi. Diesen Gegenstand hätten die Delegationen behandelt, die sich parallel trafen. Weitere Einzelheiten wollte Lombardi nicht nennen. Er hob hervor, der Papst besuche Kuba in erster Linie mit einem seelsorgerischen Anliegen.

Proteste und Verhaftungen

Kurz nach dem Papstbesuch bei Castro erreichte eine Flottille mit Exil-Kubanern aus Florida die internationalen Gewässer nahe Kuba. Die Aktivisten schossen dort nach eigenen Angaben Feuerwerke ab, die sie "Lichter für Demokratie" nannten. Nach Oppositionsangaben waren vor der Ankunft des Papstes in Kuba Dutzende Dissidenten vorübergehend festgenommen worden.

Der Besuch von Benedikt in Kuba kommt vierzehn Jahre nach der historischen Reise seines Vorgängers Johannes Paul II. Dieser rief damals Fidel Castro auf, politische Gefangene freizulassen, Abtreibungen nicht länger zuzulassen und der katholischen Kirche ihren Platz in der Gesellschaft zu geben.

Benedikt war vor seinem Kuba-Besuch in Mexiko von Hunderttausenden von Menschen begeistert gefeiert worden. Dort hatte er unter anderem zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr

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