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Papst erteilt Segen "Urbi et Orbi" - Bitte um Frieden in der Welt

Zehntausende bei Ostermesse auf dem Petersplatz

Franziskus begrüßt die Pilger nach dem Segen "Urbi et Orbi" (picture alliance / dpa / Ettore Ferrari)
Franziskus begrüßt die Pilger nach dem Segen "Urbi et Orbi" (picture alliance / dpa / Ettore Ferrari)

Papst Franziskus hat den Segen "Urbi et Orbi" vor rund 250.000 Menschen auf dem Petersplatz in Rom gesprochen - "der Stadt und dem Erdkreis". Franziskus hat zu verstärkten Friedensbemühungen weltweit aufgerufen. In seiner Osterbotschaft äußerte er die Hoffnung auf ein Ende der Konflikte besonders im Nahen Osten und in Afrika.

Nach der Messfeier zur Auferstehung Christi hat der neue Papst Franziskus vom Balkon des Domes auf dem Petersplatz aus seine Osterbotschaft verkündet und den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis - erteilt.

Das Ostergeschehen der Auferstehung des gekreuzigten Jesus Christus bedeute auch heute, "dass die Liebe Gottes unser Leben verändern kann, dass sie die Wüsten in unseren Herzen erblühen lassen kann", sagte das 76-jährige katholische Kirchenoberhaupt in seiner Botschaft. Der Übergang von der "Sklaverei des Bösen" zur "Freiheit des Guten" müsse sich zu jeder Zeit im Alltagsleben verwirklichen.

Israelis und Palästinenser forderte der Papst auf, "Mut und Bereitschaft" zu neuen Verhandlungen für ein Ende des Konflikts aufzubringen. Friedensbemühungen forderte das Kirchenoberhaupt außerdem für den Irak und für Syrien: "Wie viel Blut wurde vergossen! Und wie viel Leiden muss noch ertragen werden, bis eine politische Lösung dieser Krise gefunden wird?"

Auch die Konflikte in Afrika und auf der koreanischen Halbinsel sprach Franziskus an. Als Ursache für Konflikte weltweit prangerte er Geldgier, Egoismus, Drogenhandel und Raubbau an Rohstoffen an.

Ostermesse in schlichtem Gewand

Der neue Papst Franziskus feierte auf dem Petersplatz vor Zehntausenden Gläubigen aus aller Welt seine erste Ostermesse. Eine jubelnde Menge begrüßte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei kühlem Wetter auf dem Weg zum Altar. Der Papst erschien in schlichten weißen Gewändern zu der Zeremonie und zelebrierte die Liturgie, die mit einem Auferstehungsritus begann.

Zum Beginn der Messe war Franziskus nicht mit dem Papamobil minutenlang durch die Menschenmenge gefahren, sondern ging auf direktem Weg zu Fuß zum Altar, der vor dem Portal von St. Peter aufgebaut war, berichtet Jan-Josef Kitzler im Deutschlandradio Kultur.

Osternacht im Petersdom

Tausende Gläubige waren in den Petersdom zur Osternacht gekommen, die an die Auferstehung Christi erinnert. Das neu gewählte Oberhaupt der katholischen Kirche taufte vier junge Männer aus Albanien, Italien, Russland und den USA und spendete ihnen die Firmung.

"Angst vor den Überraschungen Gottes"

In seiner Predigt warnte der Papst vor Resignation und Skepsis. Die Erzählung aus dem Lukas-Evangelium stand im Mittelpunkt: die Frauen, die das Grab Jesu besuchen wollten und feststellten, dass es leer war. "Brüder und Schwestern, verschließen wir uns nicht dem Neuen, das Gott in unser Leben bringen will. Das Neue macht uns häufig Angst, auch das Neue, was Gott uns bringt", sagte Franziskus. "Oft ziehen wir es vor, unsere Sicherheiten beizubehalten, bei einem Grab stehen zu bleiben im Gedanken an den Verstorbenen. Wir haben Angst vor den Überraschungen Gottes." Aber er überrasche die Menschen immer.

Den traditionellen Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag hatte Franziskus nicht, wie sonst üblich, in einer der vatikanischen Basiliken, sondern in einem römischen Jugendgefängnis gefeiert. Nicht zwölf Priestern wusch er dabei die Füße - stellvertretend für die zwölf Apostel - sondern zwölf jugendlichen Häftlingen.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

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