Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Papst über Limburg unterrichtet

Konsequenzen gegen Bischof Tebartz-van Elst nicht bekannt

Papst Franziskus empfängt den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (picture alliance / dpa / Osservatore Romano)
Papst Franziskus empfängt den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (picture alliance / dpa / Osservatore Romano)

Auch nach einer Papst-Audienz des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, gibt es noch keine Entscheidung über die Zukunft des umstrittenen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst. In dessen Bistum sollen ab heute Kassenprüfer für mehr Klarheit sorgen.

Nun weiß auch die höchste Ebene der katholischen Kirche über den Konflikt um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Papst Franziskus soll in seiner Unterredung mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, aber keine Entscheidung getroffen haben, berichtete Zollitsch anschließend. Das "mitbrüderliche Gespräch" habe insgesamt etwas mehr als eine halbe Stunde gedauert und ihn ermutigt, sagte Zollitsch. Er ging aber wegen des "vertraulichen Charakters" der Audienz nicht auf Einzelheiten ein.

Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vor dem Dom in Limburg (picture alliance / dpa / Frank May)Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vor dem Dom in Limburg (picture alliance / dpa / Frank May)Zollitsch hatte im Vorfeld von einem "gewaltigen Glaubwürdigkeitsproblem" im Fall Tebartz-van Elsts gesprochen. "Und die Kirche in Deutschland trägt den Schaden", sagte Zollitsch der "Bild"-Zeitung. Er sagte nun, er sei zuversichtlich, "dass alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert sind". Es gehe darum, die Lage in Limburg zu beruhigen und einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden. "Ich bin dankbar, dass ich diese Gelegenheit hatte, all die Dinge anzusprechen, um von meiner Seite einen Beitrag zu leisten", sagte der Freiburger Erzbischof nach der Audienz.

Es wurde erwartet, dass der Papst zunächst weitere Informationen einholt und deshalb bis zu einer Entscheidung einige Zeit vergehen könnte. Dem Limburger Bischof werden unter anderem Verschwendung beim Bau seiner neuen Residenz und Falschaussage vorgeworfen wird. Die Justiz ermittelt gegen ihn. Tebartz-van Elst ist seit Sonntag in Rom und wartet bislang vergeblich auf eine Audienz beim Papst. Zollitsch traf den umstrittenen Bischof während seiner Zeit in Rom nicht, hieß es.

Kassenprüfer nehmen Arbeit auf

Weitere Klarheit über das Finanzgebaren in Limburg soll nun eine von Zollitsch berufene Prüfungskommission bringen, die heute ihre Arbeit aufnimmt. Unklar ist noch, wie sich die Kommission zusammensetzt und wann sie erste Ergebnisse liefert. Zollitsch hatte im Vorfeld betont, zügig handeln zu wollen, dabei aber Schnellschüsse zu vermeiden.

Zahlreiche Katholiken, Politiker, Verbände und Kirchenorganisationen haben Tebartz-van Elst zum Amtsverzicht aufgefordert. Insbesondere die Bischöfe befürchten einen irreparablen Imageschaden und Kirchenaustritte. Über eine Amtsenthebung kann jedoch letztlich nur Franziskus entscheiden. Er könnte Tebartz-van Elst zudem den Amtsverzicht nahelegen.

 

Letzte Änderung: 22.10.2013 23:11 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Spielraum

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Einstand

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Britische Kulturszene nach Brexit"Der richtige Kater kommt erst noch"

Ein Blick in die Ausstellung 'Michael Landy. Out of Order' in Basel (picture alliance / dpa - Georgios Kefalas)

Den heutigen Tag eins nach dem Brexit werde man nicht so schnell vergessen, sagte der Leiter des Victoria and Albert Museums in London, Martin Roth. Seine Mitarbeiter seien zum Teil in Tränen gewesen.

EU-Austritt Großbritanniens"Schotten könnten Unabhängigkeit vom Königreich verlangen"

Graham Watson, Vorsitzender der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament (ALDE) (imago stock & people)

In Schottland hat es beim Referendum eine große Mehrheit für den Verbleib in der EU gegeben. Wenn die Engländer nun auf den EU-Austritt bestünden, dann könnte es dazu kommen, dass es kein Vereinigtes Königreich mehr geben werde, sagte Graham Watson, britischer Abgeordneter der Liberaldemokraten im EU-Parlament, im DLF.

BayernVom Freistaat zum freien Staat?

Sogenannte "Schellenrührer" ziehen am beim Faschingstreiben in Mittenwald durch den Ort. Mit dem Lärm der großen Kuhglocken sollen nach altem Brauch die bösen Wintergeister ausgetrieben werden. (dpa / picture alliance /  Angelika Warmuth)

Bayern ist zwar nicht Großbritannien - doch für mehr Unabhängigkeit vom Bund sprechen sich rund 40 Prozent der Bayern aus. Folgt nach dem Brexit bald der bayerische Ausstieg?

Nach dem Brexit-Entscheid"Ein sehr bitteres English Breakfast"

Stadtbild von London (AFP / Rob Stothard)

"Ein schlechter Tag für Europa", "historisch", "ein politisches Erdbeben" - die Entscheidung der Briten, der EU den Rücken zuzukehren, bewegt die Menschen in Europa. Erste Reaktionen.

SelbststeuerungDie Auto-Autos kommen

Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch - mit Selbststeuerung.  (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Fahrzeuge handeln immer selbstständiger - mit Folgen für Fahrer, Umwelt und Gesellschaft. Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch. Nun wird versucht, die kleinen und großen Unwägbarkeiten dieses Wandels vorauszuahnen.

AlltagskunstSelfies ins Museum

Mädchen sitzt in ihrem Zimmer auf dem Boden und macht Selfies (imago / Felix Jason)

Selfies sind banal? Selfies sind Kunst! Ein renommiertes New Yorker Fotografiemuseum hat das endlich erkannt. Im International Center of Photography versöhnen sich die großen Fotografen mit den Social-Media-Fotos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  Steinmeier: EU darf weder in Schockstarre noch in Aktionismus verfallen" | mehr

Kulturnachrichten

Brexit bereitet Studio Babelsberg Sorge  | mehr

Wissensnachrichten

Forschung  Antikörper gegen Zika und Dengue gefunden | mehr