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Paris und Rom wollen Sondersitzung zu Syrien

EU-Außenminister beraten in Zypern

Die syrische Stadt Asas nach dem Abwurf zweier Fliegerbomben (picture alliance / dpa / Anne-Beatrice Clasmann)
Die syrische Stadt Asas nach dem Abwurf zweier Fliegerbomben (picture alliance / dpa / Anne-Beatrice Clasmann)

Frankreich und Italien plädieren für eine baldige Krisen-Sondersitzung der EU-Staaten zu Syrien. In einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton warnen die Außenminister beider Länder vor Gefahren für Europas Sicherheit.

Zum Auftakt des informellen zweitägigen EU-Außenministertreffens im zyprischen Paphos forderten Frankreichs Außenminister Laurent Fabius und sein italienischer Kollegen Giulio Terzi ihre europäischen Kollegen auf, eine wirksame Krisenstrategie zu entwerfen, um ein "starkes Signal an die Welt zu senden" und der syrischen Bevölkerung Mut zu machen. Ein "dauerhaft instabiles" und durch politische und religiöse Konflikte geteiltes Syrien könne "weitere Unsicherheit in die gesamte Region bringen", heißt es in dem Schreiben. "Sollten wir in Syrien versagen, wäre die Stabilität im Nahen Osten gestört und Europas Sicherheit - in all ihren verschiedenen Aspekten von Terrorismus über die Verbreitung von Waffen, illegale Einwanderung und Energiesicherheit - wäre ernsthaft bedroht."

Seit Beginn der Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen im März 2011 sind Schätzungen von Aktivisten zufolge mehr als 26.000 Menschen getötet worden. Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR geht davon aus, dass bislang rund 235.000 Syrer vor der Gewalt in ihrer Heimat in die Nachbarländer flohen.

Die EU-Außenminister haben in der Syrien-Frage außerdem erneut Kritik am UN-Sicherheitsrat geübt. Bisher sei es dem Gremium nicht gelungen, eine gemeinsame Haltung zur Beendigung des Blutvergießens in dem Land zu finden, sagte die EU-Außenbeauftragte Ashton zu Beginn des zweitägigen Treffens. Gestern hatte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Gremium kritisiert.

Rotes Kreuz: Assad kündigt Erleichterungen für Hilfsorganisationen an

Eine syrische Familie in einem jordanischen Flüchtingslager (picture alliance / dpa / Jamal Nasrallah)Eine syrische Familie in einem jordanischen Flüchtingslager (picture alliance / dpa / Jamal Nasrallah)Syriens Staatschef Baschar al-Assad hat Erleichterungen für Hilfseinsätze in seinem Land in Aussicht gestellt. Assad teile die Einschätzung, dass die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung dringend verstärkt werden müsse, sagte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer, in Genf. Dabei gehe es vor allem um Hilfslieferungen. Maurer, der erst vor wenigen Tagen von einem Besuch in Syrien zurückgekehrt war, äußerte sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung in der Umgebung von Damaskus.

Die Vereinten Nationen wollen unterdessen ihre Flüchtlingshilfe auf rund 33 Millionen Euro verdoppeln. Auch die EU-Kommission sagte weitere 50 Millionen Euro zu. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR verstärkt seine Bemühungen um 200.000 Vertriebene in Syrien. Ein Sprecher erklärte, bei der Organisation seien Zehntausende Anrufe eingegangen, in denen Menschen um Hilfe gebeten hätten. Mitarbeiter hätten in den vergangenen zwei Wochen in 29 Unterkünften in Damaskus Haushaltsgegenstände verteilt und Flüchtlinge beraten. Das UNHCR unterstützt außerdem mehr als 200.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern.

Anschlag auf Sicherheitskräfte in Damaskus

Bei einer Explosion vor einer Moschee in der syrischen Hauptstadt sind einem Fernsehbericht zufolge fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. In dem Bericht des staatlichen Fernsehens wurden Terroristen für den Anschlag verantwortlich gemacht. Der Sprengsatz sei an einem Motorrad befestigt gewesen.

Außerdem bombardierte die syrische Armee offenbar ein überfülltes palästinensisches Flüchtlingslager in der Hauptstadt und tötete dabei Anwohnern zufolge mindestens zehn Menschen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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