Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Parlament übernimmt Macht in Libyen

Wichtige Etappe auf dem Weg zur Demokratie

Übergangsrats- vorsitzender Jalil (l.) übergibt die Macht symbolisch an den Parlamentsältesten Sulayem (r.) (picture alliance / dpa / Sabri Elmhedwi)
Übergangsrats- vorsitzender Jalil (l.) übergibt die Macht symbolisch an den Parlamentsältesten Sulayem (r.) (picture alliance / dpa / Sabri Elmhedwi)

In Libyen hat der Übergangsrat die Macht an die Nationalversammlung übergeben - erstmals nach 40 Jahren wird das nordafrikanische Land von einem frei gewählten Parlament regiert.

Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Muammar Gaddafi übergab der Nationale Übergangsrat gestern am späten Abend die Macht an die Juli gewählte Nationalversammlung. Die 200 Abgeordneten legten in Tripolis ihren Eid ab. Der Nationale Übergangsrat, der das Land zuletzt geführt hatte, löste sich auf.

Das Parlament sei nun für die verfassungsgemäße Führung des Staates verantwortlich, sagte der Chef des Übergangsrats, Mustafa Abdel Dschalil, bei der Zeremonie in Tripolis. Es soll nun den Ministerpräsidenten einsetzen, Gesetze verabschieden und vollständige Wahlen für den Zeitraum nach der Erarbeitung einer Verfassung im kommenden Jahr vorbereiten.

Unmut im ölreichen Osten

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi bei einem Treffen in Sabha, Libyen, im Jahr 2007. (dapd)Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi bei einem Treffen in Sabha, Libyen, im Jahr 2007 (dapd)Die Machtübergabe gilt als wichtige Etappe auf dem Weg Libyens zu demokratischen Verhältnissen. Auf dem zentralen Märtyrer-Platz feierten zahlreiche Menschen das Ereignis.

Die Zeremonie fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Im ölreichen Osten Libyens, wo es eine starke Autonomiebewegung gibt, gab es bereits vor der Wahl Boykottaufrufe und blutige Zwischenfälle. Dort herrscht Unmut über das im bei der Parlamentswahl im angewandte Wahlgesetz, das dem bevölkerungsreicheren Westen mehr Abgeordnete zugesteht. Am Sonntag kam es auf einem Marktplatz in Tripolis erneut zu einer Schießerei, ein Auto explodierte.

Libyen war mehr als vier Jahrzehnte von Staatspräsident Gaddafi regiert worden. Er wurde vor knapp einem Jahr gestürzt und wenig später auf der Flucht getötet.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Das alte und das neue ShanghaiMetamorphosen einer Stadt

Blick auf den Huangpu Fluss und Shanghai (picture alliance / dpa / Foto: Hao Yun)

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Shanghai ein Schmelztiegel der Kulturen und eine Handelsmetropole. Heute ist Shanghai eine durch und durch chinesische Stadt, die nicht mehr zulässt, dass sich Ausländer dort langfristig niederlassen.

Klage von DrohnenopfernUSA dürfen Ramstein für Angriffe nutzen

Eine US-Kampfdrohne vom Typ MQ-9A Reaper (picture alliance / dpa- U.S. Air Force/Brian Ferguson)

Die Bundesregierung ist nicht verpflichtet, den USA die Nutzung von Ramstein für Drohnenangriffe im Jemen zu verbieten. Das hat das Verwaltungsgericht in Köln entschieden. Die Kläger zeigen sich dennoch zufrieden. 

Höfische Kultur und Politik in Wien 1815Tanz beim Wiener Kongress

Der Wiener Kongreß vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 (picture alliance / dpa )

Vor 200 Jahren, am 9. Juni 1815, endete der Wiener Kongress. Als "tanzender Kongress" ging er in die Geschichte ein. Keine 20 Jahre nach der Französischen Revolution entfaltete der Adel in einer glanzvollen Inszenierung noch einmal all seine Pracht.

Vatikan-Kritik an der Homo-Ehe"Die Kirche tut sich einfach schwer mit Veränderungen"

Pietro Parolin, Kardinal-Staatssekretär im Vatikan (pa/dpa/Peri)

"Eine Niederlage für die Menschheit" - so urteilte der Vatikan über das Ja der Iren zur Homo-Ehe. Diese Aussage sei weder theologisch noch biblisch haltbar, kritisiert Markus Gutfleisch von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche.

Sibylle BergDer Tag, als meine Frau einen Mann fand

Die deutsch-schweizerische Schriftstellerin Sibylle Berg im Haus der Berliner Festspiele in Berlin bei dem Auftakt der Veranstaltung "Ein Tag mit ... Sibylle Berg und Freunden". (picture alliance / dpa)

"Liebe ist möglich, wenn man sie von Raserei und Leiden trennt." Sätze wie dieser, plakativ auf dem Cover ihres neuen Buchs, sind typische Sibylle-Berg-Formulierungen - provokant und einprägsam. Ihr neuer Roman "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand" bietet viele solcher Sätze.

AbwehrsystemeGeklaute Waffen

Nicht jedes Tier ist mit einem Waffensystem gegen Fressfeinde ausgerüstet. Warum also nicht bei denjenigen klauen, die es besser getroffen haben?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Fifa-Skandal  Engländer rufen Blatter zu Rücktritt auf | mehr

Kulturnachrichten

Bundespräsident stärkt literarischen Übersetzern in Deutschland den Rücken  | mehr

Wissensnachrichten

Klimawandel  Gletscher im Himalaya könnten bis 2100 komplett verschwinden | mehr