Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Physik-Nobelpreis für Peter Higgs und François Englert

Die Auszeichnung bekommen der Brite und der Belgier für ihre Theorien über Elementarteilchen und ihre Massen

Die Illustration zeigt den Zerfall eines fiktiven Higgs-Boson. (picture alliance / dpa / Cern)
Die Illustration zeigt den Zerfall eines fiktiven Higgs-Boson. (picture alliance / dpa / Cern)

Die Wissenschaftler Peter Higgs und François Englert erhalten den Physiknobelpreis 2013. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Dienstag mit. Ausgezeichnet werden sie für ihre Arbeiten, die erklären, wie Teilchen ihre Masse erhalten.

<p>Mit dem Higgs-Teilchen beziehungsweise dem Higgs-Mechanismus wird erklärt, wie Materie zu ihrer Masse gelangt; warum also zum Beispiel Atome, Planeten oder sogar unser eigener Körper zusammengehalten werden. Unabhängig voneinander hatten der belgische Physiker François Englert (80) und sein britischer Kollege Peter Higgs (84) im Jahr 1964 Theorien zu einem solchen Teilchen und dem dazugehörigen Mechanismus entworfen. <br /><br />Auch im 35 Jahre alten Standardmodell – eine weitgehend anerkannte Theorie der Elementarteilchenphysik - wird bereits von der Existenz des Higgs-Teilchens ausgegangen. <br /><br /></p><p><strong>Ein praktischer Vergleich</strong></p><p>Im Deutschlandradio Kultur veranschaulicht <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/08/drk_20131008_1454_7d699490.mp3" text="Wissenschaftsjournalist Frank Grotelüschen (mp3-Audio)" title="Zur MP3-Datei" target="_self" />den Higgs-Mechanismus anhand eines Beispiels: <br /><br />&quot;"Basis dieses Mechanismus ist ein Feld, das den gesamten Kosmos durchdringt. Und durch dieses Feld, so die Idee, bewegen sich die Teilchen dann wie durch einen zähen Sirup. Und dabei verspüren sie dann einen Widerstand - ähnlich dem Widerstand, den der Sirup einem Kochlöffel beim Umrühren bietet. Und dieser Widerstand ist es letztlich, der also den Teilchen und uns allen Masse verleiht.&quot;<br /><br /><br /></p><p><strong>Die Physiker haben das Teilchen vorausgesagt</strong></p><p><papaya:media src="fad37327826ec113de1ebe9e489f2719" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Der Physiker Peter Higgs zu Besuch im Large Hadron Collider des CERNn" popup="yes" />Tatsächlich <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="211356" text="aufgespürt wurde das Higgs-Teilchen" alternative_text="aufgespürt wurde das Higgs-Teilchen" /> im vergangenen Jahr am europäischen Kernforschungszentrum CERN nahe Genf. Mit dem dortigen Large Hadron Collider (LHC), dem stärksten Teilchenbeschleuniger aller Zeiten, gelang es Physikern in Versuchen, die Existenz des Higgs-Boson, wie das Teilchen noch genannt wird, nachzuweisen. Dafür wurden im LHC Wasserstoffkerne mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinander geschossen. Auf das Ziel des Nachweises wurde mehrere Jahre hingearbeitet. Stark erschwert wurde der Nachweis vor allem dadurch, dass das Higgs-Teilchen extrem "flüchtig" ist, wie es in der Fachsprache heißt, also kurz nach seinem Entstehen schon wieder zerfällt. <br /><br />Durch den Existenznachweis des Higgs-Teilchens wird das theoretische Standardmodell der Elementarteilchenphysik auch durch die Experimentalphysik bestätigt. Das 4000-köpfige LHC-Team war für den Nobelpreis ebenfalls im Gespräch, wurde jedoch nicht bedacht. <br /><br />Dass der Preis an Higgs und Englert geht, sei von vielen Wissenschaftlern im Vorfeld erwartet worden, sagt Ralf Krauter, Diplom-Physiker und Wissenschaftsredakteur beim Deutschlandfunk. "Auf allen möglichen Favoriten-Listen, die im Internet kursierten, standen die beiden ganz oben." <br /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="261860" text="Zur Nobelpreis-Übersichtsseite" alternative_text="Zur Nobelpreis-Übersichtsseite" /><br /><br /><br /><br />&quot;<strong>Beiträge mit Themenbezug zum Nachhören (mp3-Audio):</strong>&quot; <br /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="214296" text="Schöpfer der Massen (Wissenschaft im Brennpunkt vom 8. Juli 2012)" alternative_text="Schöpfer der Massen (Wissenschaft im Brennpunkt vom 8. Juli 2012)" /><br /><br /><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https:w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F114370621"></iframe><br /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="222789" text="Wider die Zerlegung der Welt (Wissenschaft im Brennpunkt vom 3. Oktober 2012)" alternative_text="Wider die Zerlegung der Welt (Wissenschaft im Brennpunkt vom 3. Oktober 2012)" /> <br /><br /><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https:w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F114375071"></iframe><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="246390" text="Jagd auf Susy (Wissenschaft im Brennpunkt vom 20. März 2013" alternative_text="Jagd auf Susy (Wissenschaft im Brennpunkt vom 20. März 2013" /><br /><br /><br /><br /><strong>Rolf Heuer, Direktor des CERN, zum Physik-Nobelpreis:</strong><br /><br /><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https:w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F114388372"></iframe><br /><br /><br /><br /><strong>Peter Higgs über die Einreichung seines bahnbrechenden Artikels:</strong><br /><br /><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https:w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F114377394"></iframe><br /><br /><br /><br /><strong>Peter Higgs erklärt die Ursprünge seiner Arbeit:</strong><br /><br /><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https:w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F114377091"></iframe><br /><br /><br /><br /><em>Mehr zum Thema auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="264414" text="Der Legobaukasten der Physiker" alternative_text="Der Legobaukasten der Physiker" /> - Zu den Ursprüngen des Higgs-Teilchens<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="264413" text="Von Gottesteilchen und Atheisten" alternative_text="Von Gottesteilchen und Atheisten" /> - Die Physik-Nobelpreisträger Francois Englert und Peter Higgs im Porträt<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="264412" text="Die weltgrößte Wissenschaftsmaschine" alternative_text="Die weltgrößte Wissenschaftsmaschine" /> - Eine Reportage vom Teilchenbeschleuniger LHC in Genf<br /><br /><br />&quot;<strong>Links ins Netz:</strong>&quot;<br /><br /><papaya:link href="http://home.web.cern.ch/" text="Webseite des Kernforschungszentrum CERN" title="Webseite des Kernforschungszentrum CERN" target="_blank" /><br /><br /><papaya:link href="http://home.web.cern.ch/about/accelerators/large-hadron-collider" text="Webseite zum Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider am CERN" title="Webseite zum Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider am CERN" target="_blank" /><br /><br /><br /><div style="margin:0; margin-top:10px; margin-right:10px; border:2px solid #D3D4CF; padding: 1em 1em 1em 1em; background-color:#D3D4CF; text-align:left"> <strong>Programmtipp:</strong> Am 7., 8. und 9. Oktober berichtet <papaya:addon addon="bbb033e2a30879325d495d7bfc925a5c" broadcast="117" text="&quot;Forschung aktuell&quot;" alternative_text="&quot;Forschung aktuell&quot;" /> (16.35 bis 17 Uhr im Deutschlandfunk) über die Arbeit der diesjährigen Preisträger.</i></div></p>
 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Klangkunst

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Sechs Monate Donald Trump"Er hat nichts auf die Reihe gekriegt"

Die Journalistin und Publizistin Evelyn Roll. (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)

Seit vielen Jahren schaut Evelyn Roll, Leitende Redakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung", kritisch auf das Tun von Politikern. Über Donald Trump sagt sie: Er sei ein Demokratieverächter und eine Schande für sein Land. Und auch sonst fällt ihre Einschätzung verheerend aus.

Journalismus-Studie"Die überregionalen Medien haben die Bevölkerung vergessen"

Drei junge Frauen stehen mit einem Begrüßungsplakat mit der Aufschrift "Refugees Welcome" für Flüchtlinge an den Gleisen. (dpa / Frank Rumpenhorst)

Während der Flüchtlingskrise sei zu unkritisch über die Zuwanderung berichtet worden - das ist das Ergebnis einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung. Die Medien hätten sich mit den Ansichten der politischen Eliten gemein gemacht, sagte der Leiter der Studie, Michael Haller, im Deutschlandfunk.

Aktuelle Karikaturen in der Türkei"Erdogan als Hitler darstellen? Kein Problem!"

"Wir zeichnen weiter" - heißt es auf dem Cover des Ausstellungskatalogs "Schluss mit lustig". (Avant Verlag)

"Die Satire in der Türkei ist ungebrochen und besonders kreativ", sagte Korrespondentin Sabine Küper-Büsch im Dlf. Sie hat in der Caricatura-Galerie in Kassel eine Ausstellung mit aktueller Satire aus dem Land kuratiert. Doch die Selbstzensur und der Druck auf die Zeichner nähmen zu.

Vorwürfe gegen NGOs im Mittelmeer"Das ist gelogen"

Ein Rettungsboot der privaten Hilfsinitiative "Sea Eye", an der unter anderem der deutsche Journalist Hans-Peter Buschheuer beteiligt ist. "Sea Eye" versucht, das Elend der Flüchtlinge auf maroden Booten durch Erstversorgung zu lindern. (Sea Eye e.V.)

Arbeiten private Rettungsschiffe im Mittelmeer Hand in Hand mit den Schleppern? Den Vorwurf weist Hans-Peter Buschheuer von der Organisation "Sea Eye" zurück. Rettungsorgsanisationen für die Flüchtlingskrise verantwortlich zu machen, sei eine Umkehrung der Verhältnisse, sagte er im Dlf.

Schlimme UrlaubserlebnisseTouristen ohne jeden Stil und Kultur

Zahlreiche Strandbesucher und Urlauber sind am 13.06.2017 in Palma de Mallorca (Spanien) am Strand Strand von Es Portixol zu sehen. Die spanische Insel erwartet in diesem Jahr einen gewaltigen Touristenansturm.  (picture-alliance / Jens Kalaene / dpa-Zentralbild / ZB)

Mehr als 1,2 Milliarden Menschen machen sich nach UN-Angaben jährlich auf, um irgendwo einen schönen Urlaub zu verbringen. Tolle Sache, weil völkerverbindend und wirtschaftsfördernd. Die stetig wachsende Reiselust hat allerdings auch Schattenseiten.

Polen"Die Justizreform ist notwendig"

Demonstranten protestieren am 16.07.2017 vor dem Parlamentsgebäude in Warschau (Polen) gegen eine umstrittene Justizreform der nationalkonservativen polnischen Regierung. (dpa-Bildfunk / AP / Czarek Sokolowski)

Das polnische Parlament wird heute voraussichtlich die umstrittene Justizreform verabschieden - allen Protesten zum Trotz. Die polnische Journalistin Aleksandra Rybinska verteidigt die Pläne der Regierung. Die Richter seien korrupt und genössen kein Vertrauen bei den Menschen, sagte sie im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Roth zu Berliner Türkei-Politik  Neuer Kurs unzureichend | mehr

Kulturnachrichten

Linkin Park-Sänger Chester Bennington ist tot  | mehr

 

| mehr