Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Poker um Griechenland

Laut Bundesregierung seien Finanzhilfen für Griechenland nur eine theoretische Möglichkeit

Gibt es Finanzhilfen für Griechenland (hier die Akropolis in Athen)? (AP)
Gibt es Finanzhilfen für Griechenland (hier die Akropolis in Athen)? (AP)

Die EU hat den Weg für Finanzhilfen an Griechenland frei gemacht, sich aber noch nicht zu konkreten Beschlüssen durchgerungen. Falls Athen Hilfen beantrage, werde man rasch zu koordinierten Maßnahmen greifen, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker in Brüssel.

Letztlich handelt es sich bei der Botschaft, die Luxemburgs Ministerpräsident Juncker, überbrachte, keine Neuigkeit: Bereits die EU-Regierungschefs hatten schon vor einiger Zeit signalisiert, den angeschlagenen EU-Partner zu unterstützen.

Widerspruch von Schäuble

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble machte zuvor deutlich, dass die Euro-Gruppe keinen Notfallplan für das hoch verschuldete Griechenland beschlossen habe. Der CDU-Politiker sprach im Bundestag von teils fälschlichen und verfälschenden Nachrichten. Es sei lediglich auf technischer Ebene über Hilfen beraten worden, um bei einer möglichen Zahlungsunfähigkeit Griechenlands vorbereitet zu sein.

Zweigeteiltes Echo

Der ehemalige Generaldirektor für Wirtschaft und Währung in der EU-Kommission, Klaus Regling, begrüßte die Erklärung der Finanzminister der Eurozone: Der Beschluss der Eurogruppe sei die "logische Konsequenz" der entsprechenden Ankündigung des Europäischen Rats vom Februar, sagte Regling im Deutschlandradio Kultur.

Nach Ansicht des FDP-Europaabgeordneten Wolf Klinz birgt ein solcher Plan aber auch einige Gefahren: Er könnte für andere Länder geradezu eine Einladung sein, nun ebenfalls finanzielle Unterstützung zu fordern, sagte Klinz im Deutschlandfunk.

Bereits vor einigen Tagen hatte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger im Deutschlandfunk eine Insolvenz eines Staates nicht ausgeschlossen.

Auf Grundlage der bisherigen Entscheidungen waren am Dienstag in Brüssel Finanzminister der 27 EU-Staaten zusammengekommen, um über Hilfsmaßnahmen für Griechenland zu beraten. Entscheidungen fallen wohl erst auf dem nächsten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am 25. und 26. März.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Freistil

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Festival

Aus unseren drei Programmen

Albert Speer und seine HelferMär vom unpolitischen Technokraten

Projektionen historischer Dokumente sind in Nürnberg während der Ausstellung "Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit" im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zu sehen. (dpa / Daniel Karmann)

Albert Speer war der Lieblingsarchitekt Hitlers. Er wurde als Kriegsverbrecher verurteilt und ließ nach seiner Entlassung 1966 nichts unversucht, sich als unpolitischen Technokraten zu präsentieren, der verführt worden sei. Diese Legende wurde gern geglaubt – und inzwischen widerlegt.

FDP-ParteitagJa mit Aber zur doppelten Staatsbürgerschaft

FDP-Parteitag am 28. April 2017 in Berlin: Parteichef Christian Lindner hält eine Rede. (AFP / Tobias Schwarz)

Diskussionen um den Doppelpass haben das Potenzial für hitzige innerparteiliche Kontroversen. So auch auf dem Berliner Parteitag der FDP. Unsere Autorin war dabei und fasst die Beratungen über das Wahlprogramm der Liberalen zusammen.

Wavepool statt MeerAuf der Suche nach der perfekten Welle

Der Amerikaner Kelly Slater beim Wellenreiten in Brasilien. (imago/WSL)

Wellenreiten liegt im Trend. Bei den olympischen Spielen 2020 wird die Sportart deshalb erstmals vertreten sein. Weil viele Surfbegeisterte für die perfekte Welle nicht mehr so weit reisen wollen, ist ein Wettlauf um die Schaffung künstlicher Wellen entbrannt.

Joschka Fischer"Marine Le Pen wäre für Deutschland der Super-GAU"

Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sitzt am 12.03.2015 im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Bühne, wo er über sein neues Buch "Scheitert Europa?" spricht. (dpa)

Deutschland könne Europa nicht alleine führen, sagte der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Deutschlandfunk. Von daher sei es für die EU und Deutschland existenziell, dass Marine Le Pen, die Frankreich aus der EU führen will, nicht französische Präsidentin werde. Ein anderer Wahlausgang wäre katastrophal.

Der Adel und der Wald in DeutschlandUnterwegs durch Privatwälder

Philipp zu Guttenberg – Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. (Deutschlandradio / Nana Brink)

Die "Deutschlandrundfahrt" spaziert sowohl mit adeligen Waldbesitzern durch ihr Refugium als auch mit einem Waldphilosophen durch den Dschungel der Eigentumsfragen.

70 Jahre nach der "Aktion Weichsel"Gedenken an die Vertreibung der Ukrainer

Der Marktplatz von Przemysl. (imago/Brockes)

Vor 70 Jahren wurden über 100.000 Ukrainer aus Südostpolen zwangsumgesiedelt. An der sogenannten Aktion Weichsel wurde nun im südostpolnischen Przemyśl gedacht. Doch die nationalkonservative PiS-Regierung will die Erinnerung nicht unterstützen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundeswehr  Von der Leyen sieht falschen Korpsgeist hinter Skandal um Oberleutnant | mehr

Kulturnachrichten

Benslama: "Radikalisierung ist oft Zufall"  | mehr

 

| mehr