Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Polen trauert um Präsident Kaczynski

Polens Präsident Lech Kaczynski (AP)
Polens Präsident Lech Kaczynski (AP)

Nach dem Tod von Staatschef Lech Kaczynski herrscht in Polen landesweite Trauer. In der Hauptstadt Warschau harrten die ganze Nacht hindurch Zehntausende Menschen vor dem Präsidentenpalast aus. Sie zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Landesweit wurden Gottesdienste abgehalten. Die Regierung ordnete eine einwöchige Staatstrauer an.

Auch in Deutschland werden die Fahnen auf Halbmast wehen: Bundesinnenminister de Maizière habe dies für den Tag der offiziellen Trauerfeierlichkeiten angeordnet, teilte ein Sprecher in Berlin mit. Die Trauerbeflaggung an allen Bundesbehörden sei ein Zeichen des tiefen Mitgefühls und der besonderen Solidarität mit dem polnischen Volk.

Die polnische Präsidentenmaschine war am Samstag beim Landeanflug auf Smolensk im Westen Russlands abgestürzt. Alle 97 Insassen starben, unter ihnen die Frau des Präsidenten, Maria Mackiewicz, der polnische Generalstabschef Franciszek Gagor, Nationalbankchef Slawomir Skrzypek, Vize-Außenminister Andrzej Kremer sowie zahlreiche Parlamentarier und nahezu die gesamte Führung der polnischen Armee. Die Delegation wollte in Katyn an einer Gedenkfeier für tausende polnische Offiziere und Intellektuelle teilnehmen, die 1940 von den Sowjets ermordet worden waren.

In Polen übernimmt jetzt übergangsweise Parlamentschef Bronislaw Komorowski gemäß der Verfassung die Funktion des Staatsoberhaupts. In Kürze solle ein neuer Präsident gewählt werden, kündigte ein Regierungssprecher in Warschau an.


Lech Kaczynski wuchs in Warschau in einer patriotisch geprägten Familie auf. Sein Vater, ein Ingenieur, gehörte im Zweiten Weltkrieg der Untergrundarmee AK an. Er war 1944 am Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer beteiligt. (Hintergrund)

Seit Lech Kaczynski im Oktober 2005 zum Staatspräsidenten Polens gewählt wurde, brachte er die Interessen seines Landes auf europäischer Ebene selbstbewusst ein. So konnte er beim EU-Reformvertrag von Lissabon etliche Änderungswünsche durchsetzen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:35 Uhr Tag für Tag

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Debatte um europäische AnnäherungWelches Europa wollen wir?

Verschiedenfarbige Köpfe, im Hintergrund: Sterne der EU-Flagge. (imago/Ikon Images)

Während man sich in Deutschland noch in Sachen Regierungsbildung abmüht, macht Emanuel Macron Druck. Er will ein neues Kapitel in Europa aufmachen. Und das möglichst bald. Davon sollte man sich nicht beeinflussen lassen meint allerdings der Publizist und Historiker Klaus Rüdiger Mai.

Studie über KinderarmutEinmal arm, lange arm

Kinder stehen in einem Kindergarten in Hamburg. (dpa-Bildfunk / Christian Charisius)

Gut 20 Prozent aller Kinder in Deutschland leben laut einer Studie länger als fünf Jahre in armen Verhältnissen. Für weitere 10 Prozent sei Armut zumindest ein zwischenzeitliches Phänomen, heißt es in einer Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Fazit: Wer einmal arm sei, bleibe es in den meisten Fällen für lange Zeit.

Aus den FeuilletonsDer nächste US-Import: Polarisierung

Zwei Stiere verkeilt im Konflikt (imago stock&people / Copyright Marcus Butt)

Die "Welt" blickt mit Sorge auf die USA und würdigt einen Autor, der die Polarisierung des Landes beschreibt und analysiert. Die "Süddeutsche" diskutiert den aktuellen Tatort und die "FAZ" war auf einer Preisverleihung.

Asteroid in optimaler OppositionDer Iris-Planet im Widder

Der Asteroid Iris (roter Punkt) steht gerade im Sternbild Widder  (Stellarium)

Im Sommer 1847 entdeckte der Brite John Russell Hind den Himmelskörper Iris. Er war das siebte Objekt zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter – und galt in den ersten Jahren nach der Entdeckung noch als Planet.

Gelungene Opernpremiere in Stuttgart Halbe Inszenierung ohne Regisseur Kirill Serebrennikow

Die Opernsängerin Esther Dierker (Gretel) probt am 19.03.2017 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) eine Neuinszenierung der Oper "Hänsel und Gretel". Die Inszenierung war von dem in Moskau in Hausarrest sitzenden Regisseur Kirill Serebrennikow geplant. Die Oper hielt trotzdem an der Neuinszenierung der Oper «Hänsel und Gretel» fest. Die Premiere der unvollendeten Arbeit ist am 22.10.2017. (zu dpa: "Oper "Hänsel und Gretel" vom 23.10.2017) Foto: Bernd Weißbrod/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

Die Stuttgarter Oper hat die Märchenoper "Hänsel und Gretel" inszeniert. Weil aber der Regisseur der Inszenierung, Kirill Serebrennikow, in Russland unter Hausarrest steht, führte das Haus das Stück als eine Art Fragment auf und unterstützte damit die Forderung nach einer Freilassung des Künstlers.

Lage der Rohingyya in Myanmar Das Elend der Ungewollten

Das Bild zeigt muslimische Kinder im Lager Da Paing IDP bei Sittwe im Bundesstaat Rakhine.  (AFP / Hla Hla Htay)

Vor der Militärgewalt sind fast 600.000 Rohingya nach Bangladesh geflohen. Aber auch innerhalb Myanmars gibt es Flüchtlinge, die sich zu Tausenden in die Lager bei Sittwe gerettet haben. Hungernd, lethargisch und gehasst inzwischen auch von der buddhistischen Bevölkerung warten sie auf Hilfe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jamaika-Sondierung  Debatte über Prioritäten im Haushalt | mehr

Kulturnachrichten

Timberlake tritt wieder bei Super Bowl auf | mehr

 

| mehr