Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Politiker erwarten baldiges Ende des Assad-Regimes

NATO-Chef Rasmussen: Regierung schießt mit Scud-Raketen

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht in Syrien ein "Regime vor dem Kollaps" (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht in Syrien ein "Regime vor dem Kollaps" (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)

Während im Norden Syriens weiterhin der Bürgerkrieg tobt, erwarten Experten und Politiker ein baldiges Ende der Herrschaft von Machthaber Baschar al-Assad. NATO-Generalsekretär Rasmussen spricht von einem Regime kurz vor dem Kollaps.

Die syrischen Regierungstruppen gehen nach NATO-Angaben weiterhin mit Scud-Raketen gegen die Oppositionellen vor. Es sei der Abschuss mehrerer Raketen registriert worden, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Es handle sich um die Taten "eines verzweifelten Regimes kurz vor dem Kollaps". Auch wenn die Raketen nicht auf die Türkei abgefeuert worden seien, zeige der Abschuss die Notwendigkeit der jüngst beschlossenen Stationierung von Patriot-Abwehrsystemen in dem NATO-Land an der Grenze zu Syrien. Nachdem in der vergangenen Woche bereits das Pentagon und der Deutsche Bundestag für den Einsatz von Patriot-Abwehrraketen gestimmt hatten, votierte nun auch das niederländische Parlament für den Einsatz.

Deutsche Politiker sehen Anzeichen für Ende des Assad-Regimes

Auch deutsche Politiker erwarten ein baldiges Ende der Herrschaft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Es mache sich ein zunehmender Zerfall der Führung um Assad bemerkbar, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) im ARD-"Morgenmagazin". "Die Entscheidung, dass wir die Nationale Koalition der Opposition aufgewertet haben", sei "augenscheinlich zum richtigen Zeitpunkt" gekommen. Die Nationale Koalition war am 12. Dezember von der sogenannten Gruppe der Freunde des syrischen Volkes, darunter auch Deutschland, auf einem Treffen in Marokko als die legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt worden.

Baschar al-Assad (picture alliance / dpa / SANA)Syriens Machthaber Baschar al-Assad (picture alliance / dpa / SANA)Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Anzeichen für ein nahendes Ende des Assad-Regimes. Der Samstagsausgabe der "Bild"-Zeitung sagte er: "Es gibt Anzeichen dafür, dass die Opposition bald vor dem militärischen Sieg über das Regime steht." Dass dann Islamisten die Macht übernähmen, könne man nicht ausschließen. Der Westen habe zwar bei der Formierung der Opposition und bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme geholfen. "Aber da ein militärisches Eingreifen überhaupt nicht zur Debatte steht, bleibt uns jetzt leider nur noch, verbittert zuzuschauen, wie der Bürgerkrieg weitergeht", sagte de Maizière. Wie schwierig sich die Lage an der türkisch-syrischen Grenze im Moment gestaltet, erklärt EU-Politikerin Barbara Lochbihler im Deutschlandradio Kultur. Auch sie erwartet ein Ende des Assad-Regimes: "Es gibt auf keinen Fall mehr ein Weiter unter Assad".

Unterdessen dauern die Kämpfe in Syrien an. Im Norden des Landes haben Rebellen einen Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Assad im März 2011 kamen nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 40.000 Menschen ums Leben.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Syrische Flüchtlinge haben "Extremsituation" zu ertragen - EU-Politikerin fordert Hilfe für Menschen an der türkisch-syrischen Grenze (DKultur)
"Wir wissen, dass die Syrer chemische Waffen haben" - CDU-Politiker unterstützt Kabinettsbeschluss zu Stationierung von Patriot-Raketen in Türkei
Exil-Oppositioneller: Große Teile der Assad-Armee kampfunfähig - Ferhad Ahma über den Bürgerkrieg in Syrien

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Konzertdokument der Woche

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Festival

Aus unseren drei Programmen

Stigmatisierung in DeutschlandDer Rassismus tobt nicht nur am rechten Rand

Eine türkische Mutter mit ihrer Tochter in Berlin-Kreuzberg (imago/Steinach)

Der Rassismus in Deutschland sei in den Strukturen der Gesellschaft tief verankert, meint Schirin Amir-Moazami. Die Gleichheit vor dem Gesetz scheine wenig daran zu ändern, dass für Ayse oder Mohammed der soziale Aufstieg steiniger verläuft als für Marie oder Moritz.

NahtodWahrheit oder Hirngespinst

Ein heller Tunnel, gleißendes Licht, Landschaften wie im Paradies: Menschen mit Nahtoderfahrungen schildern ihre Erlebnisse in den schönsten Farben und Gefühlen. Viele von ihnen freuen sich sogar, wenn sie wieder ins Leben zurückgekehrt sind, auf den späteren Tod.

Über Mord und Tod im FernsehenAll die schönen Toten

Eine junge Frau liegt mit geöffneten Augen auf dem Boden. (Imago / Westend61)

Deutsche Fernsehkultur ist Todeskultur. Auf den Bildschirmen wird in einer Tour gestorben und gemordet. Allerorten liegen Leichen, fließt Blut, stets stellen Ermittler die gleichen Fragen, verkünden Rechtsmediziner einen ungefähren Todeszeitpunkt. Im Fernsehen ist der Tod omnipräsent - doch woher kommt diese als Fiktion verkleidete Faszination des Todes?

Kultur des TodesWenn der Friedhof stirbt

Jahrhundertelang war er der einzige Ort, um die Toten zu bestatten. Doch allmählich stirbt der Friedhof selbst. Immer mehr Menschen finden ihn als letzte Ruhestätte zu teuer und die strengen Vorgaben nicht zeitgemäß. Sie lassen ihre Asche lieber übers Meer verstreuen, sich unter einem Baum beerdigen oder neben dem geliebten Haustier.

Soziologe Khosrokhavar über Terror in EuropaWarum der Dschihadismus weiter andauern wird

Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar ist Studienleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. (AFP / Damien Meyer)

Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Unruhen in IndienDie Wut der Jugend von Kaschmir

Jugendliche werfen Steine auf ein indisches Polizeiauto während der Unruhen in Srinagar, der Sommerhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs. (picture alliance / dpa / Farooq Khan)

Seit dem 8. Juli gehören Tote und Verletzte zum traurigen Alltag im indischen Teil Kaschmirs. Damals erschossen Soldaten den Kämpfer Burhan Wani. In den Augen der indischen Regierung ein Terrorist, für viele Jugendliche ein Held und Märtyrer. Seitdem gehen seine Anhänger regelmäßig demonstrieren - doch immer seltener geht es dabei friedlich zu.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Verdacht auf Steuerbetrug  NRW ermittelt gegen Banken | mehr

Kulturnachrichten

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Ozean-Müllabfuhr  Schiff sammelt Plastikabfall ein | mehr