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Polizei schlägt Protestmarsch in Algerien nieder

Massives Aufgebot gegen Demonstranten

Algerische Demonstranten bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Algier (AP)
Algerische Demonstranten bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Algier (AP)

Mit Knüppeln gegen Regime-Gegner: Die Polizei in Algier hate eine geplante Großdemonstration gegen die Regierung von Staatspräsident Bouteflika gewaltsam verhindert.

Rund 2000 Menschen versuchten am Samstag, in einem Protestmarsch durch die Innenstadt von Algeriens Hauptstadt Algier zu ziehen. Um die nicht genehmigte Demonstration zu verhindern, waren rund 30.000 Polizisten im Einsatz. Die Sicherheitskräfte prügelten mit Schlagstöcken auf die Demonstranten ein, rund 200 Menschen wurden festgenommen.

Unter dem Eindruck der Ereignisse in Tunesien und Ägypten hatte ein Bündnis von Oppositionsgruppen zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Schon früh kam es jedoch zu ersten Festnahmen und Zusammenstößen mit der Polizei. Einigen Teilnehmern gelang es Berichten zufolge, eine Absperrung der Polizei zeitweise zu durchbrechen. Die Route des geplante Protestmarsches sollte rund vier Kilometer durch Algiers Innenstadt führen(mp3-Audio).

Demonstranten in der algerischen Hauptstadt Algier (AP)Demonstranten in der algerischen Hauptstadt Algier (AP)Bereits am Morgen wurde Algier komplett abgeriegelt, in der Stadt fuhren gepanzerte Wagen auf. Nach Medienberichten wurden Straßensperren errichtet und der Zugverkehr gestoppt.

Selbstverbrennungen junger Algerier

Die Demonstranten fordern den Rücktritt Bouteflikas und bessere Lebensbedingungen. Algerien leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit und steigenden Lebenshaltungskosten. Bereits in den vergangenen Wochen kam es in Algerien mehrfach zu Streiks und vereinzelten Protesten. Darüber hinaus haben mehrere Algerier mit Selbstverbrennungen auf die Perspektivlosigkeit der Jugend aufmerksam gemacht.

Der Politikwissenschaftler Rachid Ouaissa warnte im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur, dass es bei den Demonstrationen in Algerien zu Gewaltakten von Seiten des Militärs kommen könnte. Bereits am Freitag (11.02.11) waren die Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen eine Freudenfeier zum Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Muabark vorgegangen. Dabei sollen mehrere Menschen verletzt worden sein.

Seit 1992 gilt in Algerien der Ausnahmezustand, Präsident Bouteflika regiert das Land seit 1999. In den 90er-Jahren wurden im algerischen Bürgerkrieg mehr als 100.000 Menschen getötet.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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