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Polizei stellt mehrere nicht detonierte Bomben sicher

Nach den Anschlägen auf den Boston-Marathon

Von Marcus Pindur

Scherben und Tribünentrümmer nach den Explosionen beim Boston Marathon (picture alliance / dpa / Michael Cummo)
Scherben und Tribünentrümmer nach den Explosionen beim Boston Marathon (picture alliance / dpa / Michael Cummo)

Den Anschlag auf den Boston-Marathon in den USA stuft das FBI als Terrorakt ein. Die Polizei konnte mehreren unbestätigten Berichten zufolge weitere, nicht detonierte Bomben sicherstellen. Präsident Obama sicherte schnelle Aufklärung zu, warnte aber, voreilige Schlüsse zu ziehen.

Es waren fast 500.000 Besucher gekommen, wie jedes Jahr war der Boston-Marathon nicht nur ein großes sportliches Ereignis, sondern für die Stadt auch ein Grund zum Feiern. Das fand am frühen Nachmittag, gegen 14:50 Uhr Ortszeit, ein jähes Ende.

Eine Bombe explodiert auf dem letzten Abschnitt des Boston-Marathon, mehrere hundert Meter vor dem Ziel, und nur Sekunden später, eine zweite Explosion.
Menschen schreien, viele laufen in Panik los, lassen alles stehen und liegen. Vieles ist unklar in den ersten Minuten, ist es ein Unfall, oder ist es ein Anschlag. Bis dann der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, zwei Stunden später vor die Presse tritt und von einem Attentat spricht.

Deval Patrick:
"Die Menschen sollten die Umgebung des Tatortes schnell verlassen, um die Arbeit der Polizei nicht zu behindern. Außerdem solle sich jeder bei den Sicherheitsbehörden melden, der eine verdächtige Situation beobachtet habe."
Drei Menschen sterben, darunter ein achtjähriger Junge. Über 140 Menschen sind nach jüngster Bestandsaufnahme verletzt, 17 von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Ein behandelnder Arzt sagt, es habe viele schwere Wunden gegeben, hauptsächlich abgetrennte Gliedmaßen, solche Verwundungen gebe es sonst nur in Kriegszonen.

Die Augenzeugen sind erschüttert. Er habe erst die Detonationen gehört, sagt dieser Läufer, sie seien sehr laut gewesen und dann sei da auf einmal sehr dichter weißer Rauch gewesen.
Präsident Obama ließ sich von Heimatschutzministerin Janet Napoletano informieren. Die Sicherheitskräfte in Washington DC und auch in New York wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das Weiße Haus wurde abgeriegelt. Obama trat kurz darauf vor die Presse, um den Opfern und ihren Familien sein Beileid auszusprechen und den Bostonern Mut zuzusprechen.

Barack Obama:
"Boston ist eine tapfere und widerstandsfähige Stadt. Und ich bin sehr sicher, dass die Bostonians zusammenstehen und nach vorne schauen werden. Und das gesamte amerikanische Volk wird sie auf jedem Schritt dieses Weges begleiten."

Das FBI stufte den Anschlag als Terrorakt ein. Die Polizei konnte mehreren unbestätigten Berichten zufolge weitere, nicht detonierte Bomben sicherstellen. Sie könnten den Fahndern aufgrund ihrer Konstruktion und des verwendeten Materials wertvolle Hinweise auf die Täter geben.

Barack Obama:
"Wir wissen noch nicht, wer das getan hat, und warum. Und wir sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen, bevor alle Fakten vorliegen. Aber, vertun Sie sich nicht, wir werden das aufklären. Und wir werden herausfinden, wer das getan hat und warum. Die verantwortlichen Personen oder Gruppen werden das volle Gewicht der Justiz spüren."

Über die Täter weiß man derzeit noch nichts. Vom verwirrten Einzeltäter bis zum Al-Kaida-Anschlag sei alles möglich, so Sicherheitsexperten. Al-Kaida hat in letzter Zeit anschlagsbereite amerikanische Extremisten aufgefordert, nicht zum Training nach Afghanistan oder in den Jemen zu gehen, sondern in den USA zu bleiben.

Aber auch Täter aus dem rechtsextremen Milieu kommen in Betracht. Neonazis, denen die Obama-Regierung ein Dorn im Auge ist, und besonders die Politik stärkerer Waffenkontrolle nicht passt, die Obama derzeit versucht, voranzubringen. Diese Woche jährt sich auch der Anschlag von Oklahoma City. Damals hatte ein Neonazi ein Verwaltungsgebäude in Oklahoma City in die Luft gejagt und 168 Menschen ermordet.

Sicherheitsexperten wiesen darauf hin, dass es eine Vielzahl von Ansatzpunkten bei der Fahndung gebe. Flächendeckende Videoüberwachung, automatische Nummernschilderkennung, und eine Vielzahl von privaten Videoaufnahmen - das alles erleichtere die Arbeit der Anti-Terrorfahnder des FBI.

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2013 um13:10 Uhr im Deutschlandfunk gesendet.



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Letzte Änderung: 24.10.2013 23:12 Uhr

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