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Polizei sucht weitere Unterstützer der Terrorzelle

Schäuble warnt vor radikalen Konvertiten

Ein Fotograf macht Aufnahmen konfiszierter Kanister mit Wasserstoffperoxidlösung. (AP)
Ein Fotograf macht Aufnahmen konfiszierter Kanister mit Wasserstoffperoxidlösung. (AP)

Zwei Tage nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Terroristen ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen sieben weitere verdächtige Personen. Ein Sprecher der Behörde sagte in Karlsruhe, bis auf zwei seien diese namentlich bekannt.

Die Verdächtigen lebten teils in Deutschland, teils im Ausland. Gegen die hier ansässigen Personen bestehe aber kein dringender Tatverdacht, an den Anschlagsplänen der Islamischen Dschihad-Union beteiligt gewesen zu sein.

Innenstaatssekretär August Hanning sagte in der ARD, es handele sich um Deutsche, Türken und Verdächtige anderer Nationalitäten. Von dieser Terrorzelle gehe zwar derzeit keine Gefahr mehr aus, es bleibe aber die grundsätzliche Bedrohung. "Es bleibt der Auftrag, in Deutschland Anschläge durchzuführen, und dieser Auftrag beunruhigt uns", sagte der Staatssekretär.

Derzeit werten die Ermittler die Unterlagen aus, die am Mittwoch bei der Durchsuchung von 30 Wohnungen und der Räume des Islamischen Informationszentrums (IIZ) in Ulm gefunden wurden.

Drei mutmaßliche islamistische Terroristen waren nach monatelangen Ermittlungen am Dienstag im Sauerland gefasst worden. Sie hätten aus Hass auf die USA gleichzeitig Autobomben vor mehreren US-Einrichtungen zünden und so ein möglichst großes Blutbad anrichten wollen, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte vor der Gefahr durch radikale Konvertiten. "Das sind gefährliche, fanatische Leute mit hoher krimineller Energie", sagte der Minister der "Bild"-Zeitung. Zwei der drei Festgenommenen waren zum Islam konvertierte Deutsche.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Zierke, sagte zur gegenwärtigen Bedrohungslage, der Fall zeige, dass die berechtigten Sorgen der Sicherheitsbehörden nicht ungehört bleiben sollten. Er befürchte, dass es auch künftig ähnliche Attentatsversuche in Deutschland geben werde.

Polizeigewerkschaften fordern deutlich mehr Personal

Unter Hinweis auf eine wachsende Terrorbedrohung haben die Polizeigewerkschaften deutlich mehr Personal gefordert. Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg sagte in Frankfurt am Main, allein für die Ermittlungen gegen die drei jüngst Festgenommenen seien mehr als 300 Beamte monatelang rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Der Kreis potenziell gefährlicher Personen werde immer größer. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft verlangte eine Personalaufstockung. Deren stellvertretender Vorsitzender Rainer Wendt sagte der "Welt-Online", neben mehr Personal seien auch der digitale Polizeifunk, die Möglichkeit von Online-Durchsuchungen und eine EU-weite Anti-Terror-Datei dringend notwendig.

Der vereitelte Terroranschlag hat unterdessen die Debatte um Online-Durchsuchungen wieder entfacht.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:24 Uhr

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