Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Positives Echo auf Pläne zum Krippenausbau

Familienministerin Schröder sagt Kommunen Unterstützung zu

Kinder sitzen beim Frühstück in einer Kindertagesstätte (picture alliance / dpa)
Kinder sitzen beim Frühstück in einer Kindertagesstätte (picture alliance / dpa)

Das Bundeskabinett hat grünes Licht gegeben und dem Zehn-Punkte-Plan zur Beschleunigung des Kita-Ausbaus zugestimmt. Die kommunalen Spitzenverbände begrüßten den Plan, bezweifeln aber, dass bis August 2013 genügend Plätze geschaffen werden können.

Ab dem 1. August 2013 soll in Deutschland jedes Kind unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Kindergarten haben - daran hält Familienministerin Kristina Schröder (CDU) fest. Doch nach aktuellen Schätzungen des Familienministeriums fehlen bundesweit noch immer 130.000 Betreuungsplätze in Kitas oder bei Tagesmüttern.

Nun will Familienministerin Schröder Gas geben und bekam dafür heute grünes Licht vom Kabinett für

  • Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von 350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, die der Bund durch einen Zinszuschuss unterstützt. So würden finanzielle Hürden beim Ausbau vor Ort beseitigt

  • Außerdem ist ein neues Bundesprogramm mit Personalkostenzuschüssen für Tagesmütter und Tagesväter geplant. Dafür werden in einem ersten Schritt ab August 2012 bis Ende 2014 Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Etat des Bundesfamilienministeriums zur Verfügung gestellt

  • Schröder plant zudem, bürokratische Standards für die Kinderbetreuung vorübergehend abzusenken. Auch die betriebliche Kinderbetreuung soll ausgeweitet werden. Bisher nicht genutzte Bundesmittel werden nach dem Willen Schröders zwischen den Ländern umverteilt


Laurischk (FDP): Staat profitiert davon

Die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Sibylle Laurischk, den Zehn-Punkte-Plan begrüßt. Die FDP-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, dadurch könne auch eine bessere Qualität in der Tagesbetreuung erreicht werden. Wenn Eltern arbeiten gingen, sei dies im Interesse des Staates. Deshalb müsse man sich die Kinderbetreuung etwas kosten lassen.

Auch die kommunalen Spitzenverbände stehen den Ankündigungen der Ministerin grundsätzlich positiv gegenüber. In Berlin äußerten sie zugleich deutliche Zweifel, dass der Bedarf bis zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs im August kommenden Jahres gedeckt werden kann.

Kritik: Zuschüsse nur für Gebäude

Boris Palmer, Grünen-Politiker und Oberbürgermeister von Tübingen, bemängelte, das Ausbaugesetz von 2007 sei eine Fehlkonstruktion gewesen. Der Bund habe nur die Gebäude bezuschusst und nicht den Betrieb. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die Kommunen seien bei den Personalkosten ziemlich alleine gelassen worden. Der Personalkostenzuschuss des Zehn-Punkte-Plans hätte viel früher kommen müssen, so Palmer.

Der Aktionsplan soll offenbar Kritiker des umstrittenen Betreuungsgeldes beschwichtigen, mit dem Familien gefördert werden sollen, die für ihre Kleinkinder keinen staatliche Betreuungsplatz in Anspruch nehmen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, mahnte an, in der Debatte den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vom Betreuungsgeld zu trennen. Das sei kein Gegensatz, sagte Müller im Deutschlandfunk. Vielmehr gehe es darum, alle Familien bestmöglich zu unterstützen. Dafür gebe es ausreichend finanzielle Möglichkeiten.

Entwurf zum Betreuungsgeld verschickt

Über das umstrittene Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder daheim erziehen, soll am 6. Juni im Kabinett beraten werden. Schröder verschickte am Dienstag den Gesetzentwurf an die Ministerien zur Abstimmung. Das Konzept folgt in großen Teilen den Vorstellungen der CSU. Beantragen können es Eltern von Kindern im zweiten Lebensjahr. Diese erhalten zunächst 100 Euro monatlich. Ab 2014 soll der Zuschuss auch für Kinder im dritten Lebensjahr greifen. Dann wird die Familienleistung für alle auf 150 Euro monatlich angehoben.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

"My Tribute to Yehudi Menuhin" von Daniel HopeHommage an sein großes Vorbild

Der südafrikanisch-britische Violinist Daniel Hope (picture alliance / dpa)

Zu Ehren seines großen Mentors und "musikalischen Großvaters" Yehudi Menuhin, der im April 100 Jahre alt geworden wäre, hat der britisch-südafrikanische Stargeiger Daniel Hope eine CD herausgebracht: "My Tribute to Yehudi Menuhin".

AustralienZulauf für rechte Anti-Islam-Gruppierungen

Demonstranten ziehen über eine Straße, auf Schildern steht "Save our culture" und "Freedom", auf anderen ist eine durchgestrichene Moschee und ein durchgestrichener Halbmond zu sehen. (picture alliance / dpa / Subel Bhandari)

In Australien gehören mehr als 12.000 Australier zu islam-kritischen Bürgergruppen, die sich vornehmlich über Soziale Medien zusammengeschlossen haben, aber bei Kundgebungen inzwischen Zehntausende mobilisieren - aus Sorge um eine zunehmende Islamisierung des Landes. 

NeurobiologieDie Gedankenleser

Menschen, die durch Unfälle oder Krankheit in ihren Körper eingeschlossen sind, haben keine Möglichkeit mehr, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Gehirn-Computer-Schnittstellen können dabei helfen, die Eingeschlossenen mit der Außenwelt zu verbinden.

Software-EntwicklungAgile Methoden sind gefragt

Biometrische Gesichtserkennung (imago/Science Photo Library)

Seit 25 Jahren findet jährlich in München die OOP-Konferenz statt. OOP steht für Objekt-Orientiertes Programmieren. OOP gehört heute zu den Standards in der Software-Entwicklung, und die Konferenz dazu ist ein Branchentreffen der Software-Entwickler im Land.

EnergieversorgungErdgasreserven in Gefahr

Der Block 3 des Kraftwerks Irsching. (dpa / Tobias Hase)

Erdgas gilt im Vergleich zu anderen herkömmlichen Rohstoffen wie Kohle oder Öl als sauber und klimafreundlich: Gaskraftwerke verursachen weniger Schadstoffe und sind flexibel einsetzbar. Die Energiegewinnung aus Erdgas könnte deshalb eine wichtige Brückentechnologie sein.

Oscar-Nominierter Patrick Vollrath"Ich freue mich einfach, dabei zu sein"

Dustin Loose, Patrick Vollrath, Michelle Rodriguez und Ilker Catak bei der Preisverleihung der Student Academy Awards 2015 in Beverly Hills. (Valerie Macon / AFP)

Unter den Kurzfilmen, die in diesem Jahr für den Oscar nominiert sind, ist auch "Alles wird gut" von dem Deutschen Regisseur Patrick Vollrath. Ein "sehr europäischer Film, also ohne Musik", sagt Vollrath, der dafür 2015 schon den bronzenen Studenten-Oscar bekam.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Sicherheitsrat  Nordkorea feuert Langstreckenrakete ab | mehr

Kulturnachrichten

"Goldene Kamera" vergeben  | mehr

Wissensnachrichten

Entsalzung  Batterie macht Süßwasser | mehr