Pressemitteilung zur Sitzung des Hörfunkrats am 21. Mai 2015 in Köln

 

Transparenz und Hörerkommunikation als Schwerpunktthema

Der Hörfunkrat von Deutschlandradio hat sich am 21. Mai intensiv mit der Arbeit des Hörerservice und der Social-Media-Kommunikation der Programme befasst. Neben der zunehmenden Zahl an Plattformen standen dabei vor allem Inhalte und Höreransprache im Blickpunkt: Wie kann serviceorientierte Kommunikation gewährleistet werden und wo liegen die Grenzen der Kommunikation bei emotional aufgeladenen Themen?

Mehr als 160.000 Zuschriften und Anrufe erhielt der Hörerservice im Jahr 2014. Daneben erreichen die Beiträge auf Facebook, Twitter und Co. eine kontinuierlich wachsende Öffentlichkeit. In der Hörfunkratssitzung schilderten Mitarbeiter des Hörerservice die Herausforderungen beim Umgang mit telefonischen, postalischen oder elektronischen Anfragen, mit Hinweisen, Lob und Beschwerden. Grundsätzlich gewährleistet der Hörerservice eine zeitnahe unmittelbare Antwort bzw. eine Weiterleitung von Anliegen an die Programmverantwortlichen. Problematisch werde es bei der zunehmenden Zahl politischer Grundsatzdiskussionen mit den Anruferinnen und Anrufern, wenn sachliche Kritik in persönliche Beleidigung umschlage.

Frank Schildt, Vorsitzender des Deutschlandradio-Hörfunkrats, würdigte ausdrücklich die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ihnen gebührt große Wertschätzung. Sie haben unsere volle Unterstützung. Der Kontakt mit den Hörern ist auch ein Seismograph für die Annahme unserer Programme und gibt immer wieder Hinweise für die Weiterentwicklung unserer Angebote." Beim Umgang mit beleidigender und destruktiver Kritik gelte es, klare Grenzen zu ziehen: „Wir brauchen Meinung, auch meinungsstarke Beiträge sind wichtig. Doch bei Kommentaren im Internet oder im Kontakt mit dem Hörerservice gibt es keinen rechtsfreien Raum. Werden grundlegende Kommunikationsformen missachtet, menschenverachtende Thesen geäußert oder gar Drohungen ausgesprochen, dann sind im Internet Beiträge zu löschen oder im Extremfall Accounts zu sperren."

Auch Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul hob die sehr gute Arbeit des Hörerservice hervor. Transparenz und ein gut aufgestellter Hörerservice seien natürlich auch eine Frage von Ressourcen. Programmdirektor Andreas Peter Weber betonte die notwendige Balance, die dabei zu finden ist: "Natürlich wollen wir viele Kommunikationskanäle anbieten, aber primäre Aufgabe ist und bleibt ein hochwertiges Programm."

In der Hörfunkratssitzung berichtete Intendant Dr. Willi Steul auch über den Programmschwerpunkt 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen, zuletzt mit einem Thementag und Live-Programm aus Tel Aviv am 12. Mai. In den kommenden Monaten werden weitere Sendungen folgen, bis im August eine deutsch-israelische Clubnacht live aus Tel Aviv und Berlin in Zusammenarbeit mit dem israelischen Rundfunk den Abschluss bildet. Das Projekt fand beim Hörfunkrat große Anerkennung. Auch der aktuelle Stand bei der Entwicklung eines Deutschlandradio-Leitbilds wurde thematisiert. Das Leitbild soll das gegenwärtige Selbstverständnis der Programme aufgreifen und zugleich Perspektiven für die Weiterentwicklung des nationalen Hörfunks eröffnen.

Der Hörfunkrat besteht aus Vertretern der Länder und des Bundes sowie gesellschaftlich relevanter Gruppen. Die nächste Sitzung findet am 10. September in Berlin statt.

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