Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Presseplätze im NSU-Prozess werden verlost

Oberlandesgericht München gibt neue Regelung zur Akkreditierung bekannt

Die Platzvergabe für Journalisten beim Münchner NSU-Prozess sorgte zunächst für Irritationen. (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)
Die Platzvergabe für Journalisten beim Münchner NSU-Prozess sorgte zunächst für Irritationen. (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)

Die 50 Presseplätze im NSU-Prozess werden im Losverfahren vergeben. Dabei werden drei Gruppen gebildet, wobei zwischen in- und ausländischen Medien unterschieden wird, wie das Oberlandesgericht München mitteilte.

Für türkische Medien werden vier Plätze reserviert. Für griechische Medien wird ein Platz reserviert, für auf Persisch publizierende Medien einer. Es gibt in dieser Gruppe insgesamt zehn Plätze für deutschsprachige Medien mit Sitz im Ausland und fremdsprachige Medien, teilte das Münchner Gericht mit.

In- und ausländische Nachrichtenagenturen bekommen fünf Plätze, für "auf Deutsch publizierende Medien mit Sitz im Inland" gibt es 35 Plätze. Innerhalb dieser Gruppe wird dann noch einmal zwischen verschiedenen Medienarten wie Rundfunk, Tageszeitungen und Wochenzeitungen unterschieden, berichtet unser Korrespondent Michael Watzke im Deutschlandradio Kultur.

Die Auslosung findet am 29. April im München statt. Das Gericht gestattete die "nachträgliche Poolbildung", d. h. Journalisten können für sie reservierte Plätze an andere Medienvertreter weitergeben. Dies war eins der diskutierten Modelle, mit denen deutsche Medien ihren türkischen Kollegen Zutritt zum Saal verschaffen wollten.

Das OLG hatte Anfang der Woche ein neues Akkreditierungsverfahren angekündigt und den Prozessbeginn auf den 6. Mai verschoben. Hintergrund war eine Klage der türkischen Zeitung "Sabah" vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Blatt hatte keinen Medienplatz im Prozesssaal erhalten und das erste Akkreditierungsverfahren als unfair kritisiert, was das Bundesverfassungsgericht in wesentlichen Punkten stützte.

"Sabah" zufriden mit neuem Verfahren

Der Vizechefredakteur der türkischen Zeitung, Ismail Erel, begrüßte nun das neue Verfahren im NSU-Prozess. Es sei viel fairrer und transparenter als das erste, sagte Erel dem Deutschlandradio Kultur.

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, äußerte sich positiv zum neuen Verfahren. Die CDU-Politikerin sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Entscheidung des Oberlandesgerichtes München stehe für die notwendige Offenheit und Transparenz. Sie hob hervor, dass durch die Einteilung in Kontingente gewährleistet sei, dass türkische und griechische Medien aus dem Gerichtssaal berichten könnten. Das halte sie aus Respekt vor den Opfern für zwingend geboten.

Ähnlich äußerte sich der Deutsche Journalistenverband. Ein Reporter, der bisher akkreditiert war, kündigte dagegen an, zu klagen, wenn er beim bevorstehenden Losverfahren keinen Platz bekommt.

Alt-Text


Mehr zu dem Thema aud dradio.de:
NSU-Prozessbeginn verschoben - Neues Akkreditierungsverfahren angekündigt
Angehörige fühlen sich nicht ernst genommen - Ombudsfrau kritisiert Verschiebung des NSU-Prozesses
NSU-Prozess: Neue Chance für türkische Medien - Bundesverfassungsgericht gibt Klage von "Sabah" teilweise statt
"Das hätte man auch einfacher haben können" - Reaktionen auf die Karlsruher Entscheidung zum NSU-Prozess

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Regierungsbildung"Ohne die SPD läuft in Deutschland nichts"

Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner. (pa/dpa/Rehder)

SPD-Vizechef Ralf Stegner hat den Vorschlag, eine sogenannte Kooperationskoalition mit der Union zu bilden, verteidigt. Nachdem Union, Grüne und FDP die Jamaika-Sondierungen "krachend gegen die Wand gefahren" hätten, müsse man andere Koalitionsmodelle in Betracht ziehen, sagte er im Dlf.

Neue Schnellstrecke Berlin - MünchenWarum die Bahn mal wieder aus dem Takt kommt

Ein ICE fährt auf der Neubaustrecke München - Berlin. (dpa / Martin Schutt)

Die Bahn will konkurrenzfähig zum innerdeutschen Flugverkehr sein, eine schnelle Verbindung zwischen Berlin und München soll helfen. Doch die Euphorie darüber wird von Pannen gebremst. Der Verkehrsexperte Jochen Trinckauf tippt auf einen Software-Fehler.

Innovationsberater über ZukunftsidealeWelchen Fortschritt brauchen wir?

Menschen auf einem Globus halten großes Teleskop  (imago stock&people)

Tank-Apps, Supermarkt-Angebote, Pflanzenerkennung. Innovation, schön und gut – aber: Ist das wirklich das, was wir brauchen? Müssen wir Fortschritt nicht ganz anders definieren? Was fehlt, ist sozial ausgehandelte "Zukünftigkeit", meint Innovationsberater Hans Rusinek.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Terror  Opferbeauftragter Beck fordert sensibleren Umgang mit Angehörigen | mehr

Kulturnachrichten

"Feminismus" Wort das Jahres in den USA | mehr

 

| mehr