Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Prinzip der Verantwortungslosigkeit"

Finanzmarkt-Experte Burghof lehnt Eurobonds ab

Die Euro-Zone muss starkem Druck standhalten.
Die Euro-Zone muss starkem Druck standhalten. (AP)

Schon mit dem Rettungsfonds seien falsche Anreize gesetzt worden, doch mit einer Einführung von Eurobonds wären "Hopfen und Malz verloren", prophezeit Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen.

Der Finanzmarkt-Experte Hans-Peter Burghof hat vor der Einführung von Eurobonds gewarnt. Im Deutschlandradio Kultur sagte der Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen, mit der Einführung von Eurobonds werde das "Prinzip der Verantwortungslosigkeit" zum Gestaltungsprinzip in Europa. "Das wird auf Dauer nicht gut gehen." Schon mit dem Rettungsfonds seien falsche Anreize gesetzt worden, doch sei der Schaden hier noch eingrenzbar. "Mit Eurobonds ist dann Hopfen und Malz verloren", sagte Burghof.

Wer handle, dürfe nicht aus der Verantwortung für seine Handlungen entlassen werden, betonte er. Alle Vereinbarungen und Verträge zwischen souveränen Staaten seien letztlich "hilflos", weil es keine Möglichkeit gebe, diese einzuklagen. Deswegen müsse der Markt für Funktionalität sorgen. Jedes Land müsse die Zinsen zahlen, die seinem Verhalten entsprächen.

Um aus der Krise herauszukommen, müsse der Euro geschützt und die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank wieder hergestellt werden, sagt er. Auf diesem Wege könne für Wachstum und das Potenzial gesorgt werden, Schulden auch tatsächlich zu bedienen.

Burghof plädierte dafür, jedes verschuldete Land individuell zu betrachten. So wollten die Griechen beispielsweise ihre Schulden gar nicht mehr begleichen. In diesem Fall "muss man einen Schuldenschnitt machen", sagte er. Italien hingegen bemühe sich gerade sehr zu sparen, und habe auch das Potenzial, die Schulden zurückzuzahlen. "Da muss man daran arbeiten, dass das Land das leisten kann."

Sie können das vollständige Interview mit Hans-Peter Burghof in unserem Audio-on-Demand-Angebot bis zum 15. Januar 2012 als MP3-Audio hören.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:10 Uhr Deutschland heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Wendezeit"Die Fenster aufgestoßen"

Berlin erlebt am 4. November 1989 die größte Demonstration für eine andere DDR. Eine halbe bis eine Million Demonstranten ziehen durch die Innenstadt, vorbei am Palast der Republik mit dem Sitz der Volkskammer und am Staatsratsgebäude zu einer Abschlusskundgebung auf dem Alexanderplatz. "Wende", "Wer ewig schluckt stirbt von Innen" oder "Krenzmann" steht auf Transparenten der Demonstranten.

Berlin, 4. November 1989, Alexanderplatz. Die größte Wende-Demonstration und wohl auch die bunteste. Demonstranten überreichten Blumen an Polizisten, Transparente mit Sprüchen und Forderungen bestimmten das Bild.

SpanienImmer mehr Familien von Armut bedroht

Ein Bettler sitzt am 07.06.2013 in Palma de Mallorca auf der Mittelmeerinsel Mallorca (Spanien). Spanien gehört zu den Ländern Europas mit der höchsten Armutsgefährdungsquote und den größten Einkommensunterschieden, wie das Statistische Bundesamt ermittelte.

Spaniens Sozialpolitik vernachlässige den Nachwuchs, kritisiert die UNICEF und zeigt in einer neuen Studie, dass bereits 27 Prozent der Kinder des Landes unterhalb der Armutsgrenze leben. 

Leitungswasser Ohne Filter

Kran statt Supermarkt, das scheint die bessere Wahl zu sein, wenn es um Trinkwasser geht. Aber sollten wir das kühle Nass vorher noch durch einen Filter jagen? Lieber nicht, sagt ein Experte von der Verbraucherzentrale.

GamesDer Reiz des Besonderen

Abseits der großen Games-Produzenten versuchen kleinere Entwicklerschmieden mit Indie-Games eine Nische zu erobern. Die können sich dafür sehr viel stärker selbst verwirklichen mit ihren Entwicklungen. 

SterbehilfeDie letzte Reise

Ein jüngerer Mensch umfasst das Armgelenk einer älteren Person, die im Krankenbett liegt.

Nach der Sommerpause will die Bundesregierung über eine Neuregelung der Sterbehilfe beraten. Laut einer Umfrage sind zwei Drittel der Deutschen dafür. Doch was bedeutet Sterbehilfe eigentlich genau für Patienten und Ärzte?

Vereinte Nationen"UNO ist nicht Weltpolizist"

Tom Koenigs war als Sonderbeauftragter der UNO in Afghanistan, Guatemala und dem Kosovo.

Es sei wichtig, dass die Vereinten Nationen immer wieder die Situation der Menschen vor Ort auf die Tagesordnung bringen, sagte der ehemalige UN-Sonderberichterstatter im Kosovo und Afghanistan Tom Koenigs im DLF.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Deutschland zieht  Diplomaten aus Libyen ab | mehr

Kulturnachrichten

Friedenspreisträgerin sieht Putin in Verantwortung  für Ukraine-Konflikt | mehr

Wissensnachrichten

Berlin  Erstes Exzellenzcenter für Herzstillstand | mehr