Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Protest gegen Homophobie gerügt

Leichtathletik-Weltverband verwarnt Hochspringerin

Stiller Protest bei der Leichtathletik-WM in Moskau: Emma Green Tregaro (picture alliance / Erik Martensson)
Stiller Protest bei der Leichtathletik-WM in Moskau: Emma Green Tregaro (picture alliance / Erik Martensson)

Die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro protestiert bei der Leichtathletik-WM in Moskau gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland und wird deswegen vom Weltverband verwarnt. IOC-Präsident Rogge will unterdessen Diskrimierung schärfer ahnden.

Selten wird bei einem Sportwettkampf so auf die Fingernägel geachtet wie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau. Die Schwedin Emma Green Tregaro hatte ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens - dem Symbol der Schwulen- und Lesben-Bewegung - lackiert. Sie wollte auf diese Weise in der Qualifikation für das Finale im Hochsprung gegen ein Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland protestieren.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF rügte Green Tregaro im Vorfeld des Finales. Ihr Protest stelle ein Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln des Verbandes dar. Nach Regel 8 ist Athleten bei internationalen Wettbewerben "nur kommerzielle oder wohltätige Werbung" gestattet.

"Keine Werbung, die die Verbreitung von jeglichen politischen Anliegen oder Interessen jeglicher Lobbyverbände zum Ziel hat, ist zu gestatten."

IAAF-Wettbewerbsregel Nummer 8


Schwedens Verband hatte vor dem WM-Finale mitgeteilt, dass die IAAF das Team über den Regelverstoß informiert hatte. Green Tregaro lackierte sich die Fingernägel vollständig in rot um und wurde im Finale Fünfte. Ihr Verband betonte, keine Änderung der Nagellackfarben angeordnet zu haben.

Keine Rüge für Issinbajewa

Die russische Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa hatte die Aktion der Schwedin zuvor als "respektlos" bezeichnet. "Wir sind Russen, wir sind vielleicht anders als die Europäer, aber wir setzen unsere Regeln nicht über ihre", sagte Issinbajewa, die den Kurs der Regierung unterstützte. "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. Dies ergibt sich aus der Geschichte." Nachdem andere Sportler und Nationen ihre Aussage scharf kritisiert hatten, relativierte sie diese jedoch. In einer vom Leichtathletik-Weltverband IAAF verbreiteten Erklärung sagte Issinbajewa, sie sei wegen ihrer schlechten englischen Sprachkünste missverstanden worden und sprach sich "mit größtem Nachdruck gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen" aus. Gegen Issinbajewa wurde keine Rüge ausgesprochen.

Rogge: Mit aller Kraft gegen Diskriminierung

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (AP)Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (AP)Nach heftigen Diskussionen bei der Leichtathletik-WM um das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz will das Internationale Olympische Komitee (IOC) gegen Diskriminierung vorgehen. Vor allem auch bei den Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi solle gewährleistet werden, dass die Menschenrechte gewahrt bleiben, sagte der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Das Internationale Olympische Komitee ist sich darüber im Klaren, dass Sport ein Menschenrecht ist und allen zugänglich sein muss, ungeachtet von ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht oder sexueller Orientierung."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Das Kulturgespräch

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:07 Uhr Aus der jüdischen Welt mit "Shabbat"

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Einhundert

Aus unseren drei Programmen

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

TextverarbeitungDrucker aus: Word ist tot

Druckt ihr noch - und nutzt ihr dafür Word? Wir glauben, Word ist tot. Wenn wir lange Texte schreiben, dann wollen wir die doch online veröffentlichen. Und genau dann macht uns Word irre.

Französischer Abgeordneter ApparuBurkiniverbot ist "gerechtfertigt"

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains. (AFP / Francois Guillot)

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains hat Verständnis für ein Burkini-Verbot. Er sagte im Deutschlandfunk, mit Blick auf die aktuellen Spannungen in Frankreich bestehe das Risiko, dass Burkinis die öffentliche Ordnung störten. 

Aus den FeuilletonsErzwungener Striptease für die Freiheit?

Eine Frau mit Kopftuch und T-Shirt badet am 21.07.2016 am Strand von Norddeich (Niedersachsen) in der Nordsee.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Vier bewaffnete Männer umstehen am Strand von Nizza eine Frau – und zwingen sie einen Teil ihrer Verhüllung abzulegen. Ein schreckliches Bild, schreibt darüber Andreas Rosenfelder in der "Welt": Darin ein Symbol unserer Freiheit zu sehen, will ihm nicht gelingen.

KonfliktforscherKaum Chancen für Frieden in Syrien

Eine große Rauchwolke über einigen Gebäuden in einer Wüstengegend.  (AFP / BULENT KILIC)

Nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft sollen Verhandlungen den Krieg in Syrien beenden. Deren Aussichten schätzt der Konfliktforscher Wolfgang Schreiber skeptisch ein: Derzeit seien die Bedingungen für einen Frieden in Syrien einfach nicht gegeben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Brücken in Amatrice gesperrt | mehr

Kulturnachrichten

"Lied der Deutschen" feiert Jubiläum  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr