Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Proteste gegen Einführung von Studiengebühren

Mehr als 25.000 Studierende demonstrieren in mehreren Städten

Studenten demonstrieren am Donnerstag, 3. Februar 2005, in Essen auf dem Campus der Universität Duisburg-Essen gegen die Einführung von Studiengebühren (AP)
Studenten demonstrieren am Donnerstag, 3. Februar 2005, in Essen auf dem Campus der Universität Duisburg-Essen gegen die Einführung von Studiengebühren (AP)

In mehreren deutschen Städten haben im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages schätzungsweise 25.000 Studierende gegen die Einführung von Studiengebühren protestiert. In Berlin, Hamburg, Mannheim, Essen und Leipzig warnten Studenten vor den sozialen Folgen einer Gebühreneinführung. Das Motto der Proteste lautete: "Studiengebühren stoppen - Für eine freie Bildung - Bildung ist keine Ware."

Vor einer Woche hatte das Bundesverfassungsgericht das von der Bundesregierung erlassene Verbot allgemeiner Studiengebühren aufgehoben. Einige unionsgeführte Länder erklärten daraufhin, sie wollten nun Gebühren für das Erststudium einführen. Auch die Förderung von Elite-Universitäten mache nun keinen Sinn mehr, sagte der Wissenschaftsminister von Baden-Württemberg, Peter Frankenberg (CDU), der "Berliner Zeitung". Verfassungsrechtlich habe das Urteil gezeigt, dass der Bund beim Thema Hochschulen nichts zu sagen habe. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn wollte ursprünglich von 2006 bis 2010 rund 1,9 Milliarden Euro für die deutschen Elite-Unis zur Verfügung stellen.

Schröder warnt vor Mangel an gut ausgebildeten Menschen

Wahlkampf in Schleswig-Holstein: Bundeskanzler Gerhard Schröder und Heide Simonis (AP)Wahlkampf in Schleswig-Holstein: Bundeskanzler Gerhard Schröder und Heide Simonis (AP)Bei einem Wahlkampfauftritt in Schleswig-Holstein warnte Bundeskanzler Gerhard Schröder am Mittwoch vor der Einführung von Studiengebühren. Unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation müssten junge Leute die Möglichkeit haben, ein gebührenfreies Studium zu absolvieren. Ansonsten drohe am Ende des Jahrzehnts ein Mangel an gut ausgebildeten Menschen.

Studentenwerk warnt vor "amerikanischen Verhältnissen"

Der Präsident des Deutschen Studentenwerkes, Hans-Dieter Rinkens, erklärte im DeutschlandRadio Berlin, die derzeit diskutierte Summe von 500 Euro pro Semster sei letztlich ein Einstiegspreis. Er warnte vor amerikanischen Verhältnissen. Bald schon würden die einzelnen Bundesländer erklären, dass das nicht reichen werde, sondern beispielsweise auf 2000 Euro erhöht werden müsse, sagte Rinkens. Studienkrediten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) steht er skeptisch gegenüber. Kredit bleibe Kredit und bedeute zusätzliche Schulden.
Interview mit Hans-Dieter Rinkens

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Nach der Bundestagswahl Alle Demokraten sind herausgefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. Merkel reagierte bei der Wahlparty der CDU auf die Veröffentlichung der Hochrechnungen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.  (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag fordere alle Demokraten heraus, kommentiert Dlf-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Das Parlament werde mit Abgeordneten umgehen müssen, die rassistische Parolen nicht scheuen. In dieser Situation sei der künftige Bundestagspräsident besonders gefordert.

Down-Syndrom und Wahlrecht Julian Peters will wählen - und darf nicht

Julian Peters an seinem Smartphone (privat)

Julian Peters darf bei der Bundestagswahl nicht seine Stimme abgeben, weil er das Down-Syndrom hat und eine gesetzliche Betreuung in allen Angelegenheiten. Ist das gerecht?

Reaktionen auf die Wahl - im NetzEmpörung vs. Euphorie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)

Im Netz wird seit 18 Uhr mit Leidenschaft über die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl debattiert - auf Twitter ebenso wie bei Facebook oder bei Instagram. Der Tenor: Viel Enttäuschung bei den Verlierern, euphorische Stimmung bei AfD als neuer drittstärkster Kraft.

Ausstellung über den SchlafVom subversiven Potenzial des Schlummerns

Ein Mann schaut sich in Bremen im Paula Modersohn-Becker Museum das Bild "Reclining Nude" aus dem Jahr 1952 von William Copley an. Das Bild hängt in der Ausstellung "Schlaf - Eine produktive Zeitverschwendung" (dpa / Carmen Jaspersen)

Der Schlaf ist ein uraltes Thema, sowohl in der Philosophie als auch in der Kunst. Die Bremer Museen Böttcherstraße widmen ihm nun eine Ausstellung - und die überrascht.

Vor der Wahl"Es gibt eine allgemeine Stimmung der Ängstlichkeit"

Blick auf ein idylisches Örtchen im Sonnenschein mit Kirche (imago / Rüdiger Wölk)

Was bewegt die Bürger in Deutschland? Um das zu erfahren, ist der Journalist und Schriftsteller Thomas Medicus quer durchs Land gereist: vom Tegernsee nach Flensburg und von Görlitz nach Aachen. Viele seien verunsichert, sagte Medicus im Dlf. Hinzu käme die Angst vor dem sozialen Abstieg.

Beuys konservieren Von der Schwierigkeit einen Fettfleck zu erhalten

Ein Porträt von Joseph Beuys (1921-1986), Aufnahme circa 1985. (imago/Leemage)

Stillstand ist das Ziel von Konservatoren und Restauratoren in der bildenden Kunst. Gerade bei moderner Kunst kann das zu einer Herausforderung werden: Ein Werk von Joseph Beuys zu erhalten ist durchaus eine besondere Aufgabe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestagswahl  AfD in Sachsen stärkste Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Menschenrechtspreis für "Gruppe Caesar"  | mehr

 

| mehr