Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Pussy Riot sind fast vergessen

Vor einem Jahr fiel das Urteil gegen die Putin-Kritikerinnen

Vor einem Jahr fiel das Urteil gegen die Aktivistinnen der Band Pussy Riot.  (picture alliance / dpa / Karpov Sergei)
Vor einem Jahr fiel das Urteil gegen die Aktivistinnen der Band Pussy Riot. (picture alliance / dpa / Karpov Sergei)

Ein Jahr nach dem international scharf kritisierten Urteil gegen die Protest-Punk-Band Pussy Riot ist es still um die Frauen geworden. Das Medienecho ist verebbt. Die Verurteilten kämpfen vergeblich gegen ihre Haftstrafen.

Die jüngsten Gerichtsverhandlungen, in denen Nadeshda Tolokonnikowa und Maria Aljochina für eine vorzeitige Entlassung aus der Haft kämpften, blieben ohne internationales Medienecho. Selbst als Aljochina aus Protest gegen Schikanen im Straflager in den Hungerstreik geht, gibt es kaum Schlagzeilen.

Noch vor einem Jahr, als die Richterin die drei Pussy-Riot-Frontfrauen Aljochina, Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch des Rowdytums schuldig sprach, war das anders. Verfahren und Strafmaß wurden vom Westen als politisch motiviert verurteilt. Selbst internationale Stars wie Madonna bekundeten ihre Solidarität mit den Frauen und forderten deren Freilassung. Natürlich ohne Erfolg. Zum Jahrestag der Urteilsverkündung rief jetzt lediglich die Grünen-Bundestagsabgeordente Marieluise Beck die Bundesregierung auf, sich stärker für die Freilassung der Frauen einzusetzen. "Dass ihre Verurteilung politisch motiviert war, steht außer Frage", sagte Beck in Berlin.

Gericht bestätigte Haftstrafen

Moskauer Punkband Pussy Riot während ihrer Aktion in der Erlöser-Kathedrale (picture alliance / dpa)"Religiösen Hass" warf das Moskauer Gericht Pussy Riot nach ihrer Aktion in der Erlöser-Kathedrale vor. (picture alliance / dpa)Ein Berufungsgericht bestätigte inzwischen die Haftstrafen für Tolokonnikowa und Aljochina. Lediglich Samuzewitsch wurde auf Bewährung freigelassen. Vor allem, weil es ihr nicht gelungen war, an der umstrittenen Aktion in der Moskauer Christus-Erlöser-Kirche teilzunehmen. Sie war bereits an der Tür von Ordnern abgefangen worden.

Im Februar vergangenen Jahres hatten die maskierten Frauen von Pussy Riot die Moskauer Kirche gestürmt und wild vor der Ikonenwand getanzt. Kurze Zeit später erschien im Internet ein Video, in dem die Jungfrau Maria aufgefordert wurde, das Land von Putin zu befreien. Im März wurden dann Tolokonnikowa, Aljochina und Samuzewitsch festgenommen. Ihnen wurde der Prozess gemacht - wegen schweren Rowdytums. Kläger und Richter waren sich einig: Die Frauen handelten aus religiösem Hass heraus. Zwei Jahre Straflager sollten die jungen Mütter zur Räson bringen. Die Frauen bemühen sich seitdem immer wieder um die vorzeitige Freilassung. Die Haftstrafen enden im März 2014.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Pussy Riot bleiben kämpferisch - Ein Jahr nach dem Urteil gegen die russische Punkband
Gegen das System Putin - Russische Kulturschaffende ziehen Bilanz
Pussy Riot ist wieder da - Gruppe meldet sich mit putinkritischem Video zurück
Inhaftiert und zerstritten - Pussy Riot ein Jahr nach der Kirchenstürmung
"Pussy Riot"-Musikerin darf nicht zu ihrem Sohn - Russisches Gericht lehnt Haftaufschub für Maria Aljochina ab

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP)"Nicht alle, die Hofer wählen, sind Rechtspopulisten"

Franz Fischler, ehemaliger EU-Agrarkommissar, während einer Pressekonferenz in Brüssel 2015 (dpa / picture alliance / Julien Warnand)

Der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler hat die etablierten Parteien in Österreich aufgefordert, die Frustration der Bürger ernstzunehmen. Andernfalls könne es bei der kommenden Parlamentswahl schwierig werden, sagte Fischler im DLF.

Der TriggerknüppelLiteratur gefährdet eventuell Ihre Gesundheit!

Die Frau stapelt Bücher in zwei Fenstern; ihr Kopf ist durch ein letztes verbliebenes Loch zwischen den Büchern zu sehen. (dpa / Arne Dedert)

An die Schreckensbilder auf Zigarettenpackungen, die vor den Folgen des Rauchens warnen, haben wir uns gewöhnt. In den USA wird nun auch der Tatsache Rechnung getragen, dass Literatur und Kunst seelische Erschütterung hervorrufen kann. Warnungen davor scheinen unausweichlich.

ROLLKRAGENPULLOVERWarum der Rolli rockt

Es ist kalt, aber es gibt gute Nachrichten: Der Rollkragenpullover feiert ein Comeback. Wir können uns also schön warm einpacken - und sehen dabei auch noch gut aus!

Präsidentenwahl in Österreich"Ausländische Medien trugen zur Niederlage Hofers bei"

Die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Nach Ansicht der Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", Alexandra Föderl-Schmid, hat die Berichterstattung ausländischer Medien zur Niederlage des Rechtspopulisten Norbert Hofer bei der Präsidentschaftswahl beigetragen. Diese habe vielen Österreichern gezeigt, "welch verheerendes internationales Signal" dessen Sieg wäre.

Laura Garavini Renzis Parteifreundin nennt Rücktrittsankündigung "Akt der Ehrlichkeit"

Porträtfoto der italienischen Abgeordneten der Demokratischen Partei, Laura Garavini, aufgenommen am 28.08.2013 (dpa picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Nach dem Verfassungsreferendum in Italien hat Regierungschef Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Die sozialdemokratische italienische Abgeordnete Laura Garavini nannte das Votum der Bürger im DLF eine "bittere Niederlage". Renzi habe allerdings mit der geplanten Reform keinen Fehler gemacht.

Demokratie in der digitalen Welt"Das Internet ist eine Fähigkeit"

Ein junge Frau sitzt in einem Internetcafe. (picture-alliance/ dpa)

Die Populisten scheinen das Netz zu beherrschen. Manche sehen deshalb in der Digitalisierung einen Mechanismus, der der Demokratie schadet. Das Gegenteil sei der Fall, sagt die US-Soziologin Saskia Sassen. Wir müssten es nur in die Hand nehmen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Referendum  Staatspräsident Mattarella fordert Zurückhaltung | mehr

Kulturnachrichten

"Rock am Ring" kehrt an den Nürburgring zurück  | mehr

Wissensnachrichten

Rentier ahoi  Die Kitsch-Weihnachtspullis kommen! | mehr