Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Putin erneut zum Präsidenten vereidigt

Mehr als 600 Festnahmen bei Protesten

Wladimir Putin ist als neuer Präsident Russlands vereidigt - mit dabei auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder
Wladimir Putin ist als neuer Präsident Russlands vereidigt - mit dabei auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder (picture alliance / dpa / Vladimir Rodionov)

Wladimir Putin ist wieder Herr im Moskauer Kreml. Er führt das größte Land der Erde nach zwei Amtszeiten von 2000 bis 2008 nun erstmals über sechs Jahre. Zehntausende demonstrierten landesweit gegen Putin. Mehr als 600 Menschen wurden festgenommen und mindestens 80 verletzt.

Vier Jahre lang war Wladimir Putin nun russischer Ministerpräsident. Heute ist er nach 2000 und 2004 erneut als Staatschef vereidigt worden. Er hatte die von Manipulationsvorwürfen überschattete Präsidentschaftswahl im März mit 63,7 Prozent gewonnen. Wahlbeoachter stellten in jedem dritten Wahllokal Unstimmigkeiten fest.

Der 59-Jährige wird als erster russischer Präsident nach dem Ende der Sowjetunion sechs Jahre im Amt sein. Möglich gemacht hat dies eine Verfassungsänderung. Zu der Zeremonie waren 3.000 Gäste geladen, darunter auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der Putin einst als "lupenreinen Demokraten" lobte.

Bei einer prunkvollen Zeremonie legte Putin den Amtseid ab. Er bereitete seine Landsleute auf schwierige Zeiten und eine "neue Etappe" vor. "Die nächsten Jahre werden für das Schicksal Russlands auf Jahrzehnte hinaus entscheidend", sagte Putin. "Ich will alles dafür tun, das Vertrauen von Millionen unserer Bürger zu rechtfertigen."

Nachdem Putin seinen Amtseid ablegt hat, wird er auch den "Atomkoffer" erhalten, die Macht über das nach den USA zweitgrößte Nuklearwaffenarsenal der Welt. Der neue Kremlchef schlug seinen politischen Ziehsohn Dmitri Medwedew anschließend für das Amt des Premierministers vor. Die Bestätigung durch das Parlament morgen gilt als sicher. Dieser Ämtertausch ist in der Bevölkerung höchst umstritten.

Protest gegen dritte Amtszeit

Polizei nimmt mehr als 400 Putin-Gegner gewaltsam festPolizei nimmt mehr als 400 Putin-Gegner gewaltsam fest (picture alliance / dpa / Sergei Ilnitsky)In ganz Russland hatten zuvor Zehntausende Menschen gegen Putins "Dauerherrschaft" demonstriert. "Putin ist ein Dieb", riefen die Demonstranten (mp3), berichtet Gesine Dornblueth im Deutschlandfunk.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften wurden heute und gestern mehr als 600 Menschen festgenommen und mindestens 80 verletzt. Unter ihnen befinden sich nach Polizeiangaben auch die Oppositionsführer Alexej Nawalnij, Boris Nemtsow und Sergej Udaltsow.

Die Polizei wirft den drei Politikern vor, die Masse zur Störung der öffentlichen Ordnung angestiftet zu haben. Putins Sprecher Dmitri Peskow forderte nach Angaben des Radiosenders Echo Moskwy eine harte Bestrafung der Provokateure. Ihnen drohen demnach bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Sicherheitskräfte gingen bei ihrem Einsatz mit Schlagstöcken gegen Putin-Gegner vor, als einige Demonstranten von der vorgeschriebenen Route Richtung Kreml abzuweichen versuchten. Einige Demonstranten warfen Steine auf die Einsatzkräfte.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Irak-Krise"Keine Waffen in Krisengebiete"

Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Ralf Stegner

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kämpfe im Nordirak hat der SPD-Vize Ralf Stegner vor einer vorschnellen Entscheidung zugunsten von Waffenhilfe gewarnt. Er sei gegen deutsche Waffenlieferungen in Krisengebiete und Diktaturen. Deutschland solle sich auf humanitäre Hilfe konzentrieren, sagte er im Deutschlandfunk.

UmweltpolitikHendricks: Keine zusätzlichen Vorschriften für die Industrie

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich für ein stärkeres Bewusstsein bei der Schonung von Ressourcen ausgesprochen. Bei der Entwicklung neuer Technologien müssten immer auch die Auswirkungen berücksichtigt werden.

OstukraineFlucht aus der Heimat

Juni 2014: Ausreisende

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben seit Beginn dieses Jahres mehr als 300.000 Menschen den Osten der Ukraine verlassen. In Donezk oder Lugansk, wo prorussische Separatisten "Volksrepubliken" ausgerufen haben, ist es zurzeit so gefährlich, dass die Leute Angst um ihr Leben haben.

Digitale AgendaNeuland Internet?

Einzelne Glasfaserkabel der Deutschen Telekom, aufgenommen bei Verlegearbeiten in Hannover.

Mit ihrer digitalen Agenda will die Bundesregierung Deutschland zu einem Vorzeigeland der IT-Wirtschaft machen - und dafür gleich drei Ministerien einspannen. Damit wird der große digitale Wurf wohl kaum gelingen, sagen Kritiker.

FlüchtlingeSaubere Kleidung und Mitgefühl

Die Migrantin Karla Lara und ihre Tochter Dalisei warten am 25.06.2014 im Hilfszentrum der katholischen Sacred Heart-Kirche von McAllen (Texas) auf ihre Abreise nach Chicago.

Über 60.000 Frauen und Kinder aus Mittelamerika sind seit letztem Jahr im US-Grenzgebiet aufgegriffen worden, die meisten im Süden von Texas. Kirchen und Privatinitiativen kümmern sich um die Neuankömmlinge, andere melden sie der Polizei.

Ferguson Vertrauen zurückgewinnen

Die Polizei in der US-Kleinstadt Ferguson sieht sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert - und geht nach Ausschreitungen hart gegen Demonstranten vor.

Die Polizei und der Gouverneur von Missouri haben Schaden angerichtet, und sie scheitern gerade kläglich daran, aus ihren Fehlern zu lernen. Der Generalstaatsanwalt und das FBI sollten nun das Vertrauen der Einwohner von Ferguson zurückgewinnen, kommentiert Jasper Barenberg.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Steinmeier wirbt um Unterstützung  für Waffenexport in den Nordirak | mehr

Kulturnachrichten

Staatliche Auszeichnung:  Nimmt Imre Kertesz Orden der ungarischen Regierung an? | mehr

Wissensnachrichten

Ernährung  Arbeitszeiten der Eltern haben Einfluss auf das Gewicht ihrer Kinder | mehr