Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Putin pocht auf Visafreiheit in der EU

Weiteres Streitthema beim EU-Russland-Gipfel ist Syrien

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, Russlands Präsident Wladimir Putin, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (picture alliance / dpa / Anatoly Maltsev)
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, Russlands Präsident Wladimir Putin, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (picture alliance / dpa / Anatoly Maltsev)

Beim EU-Russland-Gipfel zeigen sich beide Seiten bislang unnachgiebig: Russlands Präsident Wladimir Putin will einerseits, dass die Visapflicht für seine Landsleute in der EU aufgehoben wird. Die EU fordert dagegen Russland auf, von Syriens Gewaltherrscher Baschar al-Assad abzurücken.

Beim Gipfeltreffen mit der EU-Spitze in St. Petersburg hat der russische Präsident Wladimir Putin mit Nachdruck eine Aufhebung der Visapflicht gefordert. "Eine vollwertige Partnerschaft ist unmöglich, solange es eine Visabarriere für die Bürger unserer Länder gibt", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax.

Russland und die Europäische Union diskutieren bereits seit langem über ein Ende der Visapflicht. Brüssel wolle keine "künstliche Frist" festsetzen, verlautete vor dem Russland-EU-Gipfel aus EU-Kreisen. Russland wolle mit der EU einen Dialog über die Prinzipien echter Partnerschaft führen, kündigte Putin an. "Russland ist an einer starken EU interessiert."

Streitthema Syrien

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionschef José Manuel Barroso wollen dagegen die anhaltende Gewalt in Syrien in den Vordergrund der Gespräche in St. Petersburg rücken. Die beiden EU-Politiker wollen Putin davon überzeugen, seine Unterstützung für den umstrittenen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aufzugeben.

Der grüne Europa-Politiker Werner Schulz attackiert Russland wegen seiner Haltung im Syrien-Konflikt. Der russische Präsident Wladimir Putin zeige sich "unglaublich hart", sagte Schulz im Deutschlandfunk. Bisher habe Russland jede Lösung abgelehnt und blockiert.

Moskau unterstütze Syrien, um weiterhin ein Mitspracherecht bei der Regelung der Nahostkonflikte zu haben, sagt der Erfurter Politikwissenschaftler Dietmar Herz in Deutschlandradio Kultur. Dabei gehe es neben dem russischen Großmachtanspruch auch um Ressourcen und geostrategische Vorteile.

In Syrien gibt es seit März 2011 landesweite Massenproteste gegen Assad, die dieser blutig niederschlagen lässt. Bislang scheiterte ein entschiedenes Eingreifen der Weltgemeinschaft in Syrien vor allem am Widerstand Russlands. Beide Lände sein langjährige Verbündete. Beim EU-Russland-Gipfel soll es neben Syrien auch um den Iran und um die Zusammenarbeit im Energiesektor gehen. Deshalb ist auch Energiekommissar Günther Oettinger dabei.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Internationaler Karlspreis 2017 Historiker Garton Ash ausgezeichnet

Der britische Historiker Timothy Garton Ash (picture alliance / dpa / Arno Burgi)

Der Aachener Karlspreis geht in diesem Jahr an den britischen Historiker Timothy Garton Ash. Er biete den Populisten und Vereinfachern unserer Zeit die Stirn und entwickele Ideen, wie wir uns in der globalisierten Welt verhalten sollten, hieß es in der Begründung.

Social BotsWahlkampf der Algorithmen

Hande über einer beleuchteten Computertastatur (dpa / picture alliance / Silas Stein)

Donald Trump hat gezeigt, wie es geht: Der Weg an die Macht führt neuerdings über Social Bots. Die Computerprogramme agieren in sozialen Netzwerken wie richtige Nutzer. Mit Hilfe von Big-Data-Algorithmen finden sie das richtige Publikum für ihre Botschaften. Wird diese Art des Wahlkampfes nun auch die bundesdeutsche Wahl entscheiden?

Japan Projektionen (3/3)Das "wahre" Japan in der Fotografie

Vier japanische Tänzerinnen auf einer Fotografie von Kimbei Kusakabe (1841-1932) (Kimbei Kusakabe)

In den 1860er-Jahren schuf der europäische Fotograf Felice Beato erste Bilder von Japan, die dokumentarischen Charakter hatten. Gleichzeitig etabliert er aber sogenannte Costumes: Er inszenierte Fotografien von Geishas, Samurai, Ringern und Lastenträgern in landestypischer Kleidung.

Biografien über Kracauer und KerrAuf der Suche nach der biografischen Wahrheit

Der Theaterkritiker Alfred Kerr (1867-1946) in einer undatierten Karikatur (dpa / picture alliance)

Jüdisch, kriegsbegeistert, im Exil - Siegfried Kracauer und Alfred Kerr haben einige Gemeinsamkeiten. Nun erschienen fast zeitgleich erste große Biografien über den Filmsoziologen und den Theaterkritiker. Doch wie wird man einem vergangenen Leben gerecht?

Die AntilopengangPunk, Politik und Atombomben auf Deutschland

Die drei Jungs von der Antilopengang singen über Beate Zschäpe, Gotteskrieger und Pizza. Die Gang gilt als eine der politischsten Rap-Bands in Deutschland - auch wenn ihnen das gar nicht immer so recht ist.

Sundance-Filmfestival eröffnetWeltpremiere von Helene Hegemanns "Axolotl Overkill"

Jasna Fritzi Bauer als Mifti in "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann (© 2017 Constantin Film Verleih GmbH / Lina Grün)

Das Sundance Filmfestival in Utah ist eröffnet. Gleich zu Beginn war dort "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann als deutscher Beitrag im internationalen Wettbewerb zu sehen. Wir waren bei der Premiere.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Kasachstan  Neuer Anlauf für Frieden in Syrien | mehr

Kulturnachrichten

Spanische Polizei deckt Kunstschmugglerring auf  | mehr

Wissensnachrichten

Navigation  Ameisen finden den Weg auch rückwärts | mehr