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Ralf Krauter

Wissenschaft mit Leidenschaft und kritischer Distanz

Ralf Krauter (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)
Ralf Krauter (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)

Meine Geschichte mit dem Deutschlandfunk begann Mitte der 90er-Jahre. Ich wohnte damals in einer Studenten-WG in Freiburg und hatte die Nase voll vom morgendlichen Gedudel eines regionalen Senders aus dem Küchenradio. Statt Pop und Klamauk wollte ich mehr Informationen.

Also drehte ich am Senderrad und entdeckte den Deutschlandfunk – zum Ärger meiner Mitbewohner, die anstelle der "Informationen am Morgen' lieber die neueste Episode der Kultserie "Die Lallers: Vom Leben und Sterben einer badischen Familie' hören wollten. Am Küchentisch kam es deshalb öfter zu hitzigen Diskussionen.

Ich durfte dennoch da wohnen bleiben und schloss mein Physikstudium schließlich mit Auszeichnung ab. Für meine Diplomarbeit entwickelte ich ein Messgerät zum Nachweis von Immunreaktionen. Laser trifft Antikörper, ein Thema an der Schnittstelle von Physik und Biologie. Sehr spannend, aber am Ende hatte ich dann doch keine Lust, mich für einen Doktortitel weitere drei Jahre im Labor zu verbunkern, bloß um ein spezifisches Detail eines speziellen Biosensors weiter zu optimieren.

Es schien mir verlockender, Abstand und Überblick zu gewinnen: Wissenschaftliche Zusammenhänge erfassen und einem breiten Publikum erklären – das reizte mich wirklich. Deshalb beschloss ich, Wissenschaftsjournalist zu werden. Und dabei kam der Deutschlandfunk zum zweiten Mal ins Spiel.

Nach ersten journalistischen Gehversuchen beim Uniradio und der Badischen Zeitung sah ich die Stellenausschreibung meines Lieblingssenders: Bewerber mit naturwissenschaftlichem Hintergrund gesucht, hieß es da, für ein wissenschaftsjournalistisches Volontariat. Genau das, was ich machen wollte. Doch mangels Arbeitsproben von namhaften Blättern und Sendern waren meine Erfolgsaussichten schlecht. Ich hatte eigentlich keine Chance – und bekam die Stelle trotzdem.

Der Rest ist schnell erzählt. Nach dem Volontariat blieb ich drei Jahre als Redakteur und Moderator bei "Forschung aktuell'. Labors und Konferenzen besuchen, neue Entwicklungen einordnen, Hintergründe erklären, gesellschaftliche Implikationen veranschaulichen: Das ist seitdem mein Beruf. Ganz egal, ob es um Solarenergie oder Stammzellen geht, um den Klimawandel oder künftige Quantencomputer. Zahlreiche Auszeichnungen wie der Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus belegen, dass ich mit Leidenschaft und kritischer Distanz bei der Sache bin. Nach acht Jahren als selbstständiger "Science Reporter' bin ich seit Sommer 2013 erneut Redakteur und Moderator bei "Forschung aktuell'. Diesmal unbefristet.

Ralf Krauter

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