Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ratingagentur Moody's stuft Irland auf "Ramschniveau" herab

Rating-Agentur stuft trotz EU-Hilfen die Kreditwürdigkeit der Insel herunter

Ratingagenturen bewerten die Euroländer. (picture alliance / dpa / Klaus Titzer)
Ratingagenturen bewerten die Euroländer. (picture alliance / dpa / Klaus Titzer)

Nach Griechenland und Portugal hat Moody's auch Irland auf "Ramschniveau" abgewertet. Die Ratingagentur warnte vor weiteren Investitionen. Es sei wahrscheinlich, dass das Land weitere Finanzhilfen benötige.

Weil das Land seine Schuldenprobleme nicht selbst in den Griff bekommen werde, sei das Risiko zu groß, dass auch private Gläubiger an der Lösung beteiligt werden, sprich einen Teil ihrer Investitionen nicht zurückbekämen.

Dieser Argumentation will allerdings die EU-Kommission nicht folgen: Sie weist das Urteil der Ratingagentur zurück. Die Herabstufung stehe im Gegensatz zu den jüngsten Daten, nach denen das Land vor einer Rückkehr zum Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr stehe, erklärte die Kommission. Zudem habe die Regierung in Dublin die Umsetzung des Rettungsplans beschlossen.

Eichel: Fast alle Industrieländer von Staatsschuldenkrise betroffen

Hans Eichel (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)Hans Eichel (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)Unterdessen wirft der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) den Banken eine Mitschuld an Irlands Problemen vor. Die irische Haushaltskrise sei nur dadurch entstanden, weil Dublin die Schulden der Banken übernommen habe. "Es überlagern sich zwei Dinge, die Staatsschuldenkrise und die Finanzmarktkrise, und das kann nur zusammen gelöst werden", sagte Eichel im Deutschlandfunk. Die Währung Euro selber trage keine Schuld, vielmehr betreffe die Staatsschuldenkrise fast alle Industrieländer, betonte Eichel auch mit Blick auf die verschuldeten USA.

Ausgerechnet die Investitionen, vor denen Moody's warnt, fehlen den Volkswirtschaften einer Studie des Centrums für Europäischen Politik (CEP) zufolge aber besonders. Matthias Kullas vom CEP warnt davor, nur auf die Staatsverschuldung zu schauen. Stattdessen müsse man auf die Wettbewerbsfähigkeit der Länder schauen.

Italiens Finanzminister kündigt ausgeglichenen Haushalt an

Erst in der vergangenen Woche hatte Moody's mit einer ähnlichen Begründung Portugal herabgestuft, das ebenso wie Irland unter den Euro-Rettungsschirm geflüchtet war. Dieser als Reaktion auf die Eurokrise eingerichtete vorläufige Krisenfonds zur Stabilisierung der europäischen Finanzwelt (European Financial Stability Facility/EFSF) soll im Jahr 2013 durch den sogenannten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) abgelöst werden. Griechenland erhält Mittel aus einem eigens auf das Mittelmeerland zugeschnittenen Rettungspaket.

Neben den genannten Ländern sind auch Spanien und Italien im kritischen Blick der Rating-Agenturen. Spanien war erst im Mai von Moody's abgewertet worden, erhält aber immer noch die drittbeste Note.

Italiens Staatsschulden Wachstum ist eingebrochen, und die politischen Verhältnisse sind alles andere als stabil. Finanzminister Giulio Tremonti verspricht bis Ende 2014 aber einen ausgeglichenen Staatshaushalt und will dazu 23 Milliarden Euro einsparen, indem er das Budget der Ministerien kürzt, Leistungen des staatlichen Gesundheitswesens streicht und die Renten deckelt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Medientag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

WirtschaftRussland spürt die Brexit-Folgen schon

Ein Skateboardfahrer fährt an der Anzeigetafel einer Wechselstube in Moskau vorbei. Im Hintergrund moderne Hochhäuser. (EPA/SERGEI ILNITSKY)

Angesichts der drohenden wirtschaftlichen Folgen hat Russlands Präsident Wladimir Putin zurückhaltend auf das britische Referendum reagiert. Doch russische Kommentatoren sind sich sicher, das britische Nein zur EU hat im Kreml für Hochstimmung gesorgt. Denn viele meinen: Erst zerfällt die EU, dann die NATO.

Niederländische Leseclubs in BerlinTanzen, trinken, diskutieren

Die niederländische Schriftstellerin Bregje Hofstede beim MAG-Festival am 24.6.2016 in Berlin (Deutschlandradio / Gesa Ufer)

Mit ihrer Kombination aus Party, Lesung und Gespräch sind die Lesefestivals des MAG-Verlags in den Niederlanden eine Legende. In der vergangenen Woche fand auch in Berlin ein solches Lesefestival statt.

Fußball-TaktikNationaltrainer denken vor allem defensiv

Joachim Löw (3. von rechts) spricht während des Trainings in Ascona mit den Spielern der deutschen Nationalmannschaft. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Tore sind Mangelware. Diese Europameisterschaft ist bisher alles andere als ein Offensivspektakel. Taktikexperte Tobias Escher erklärt, warum das so ist und wieso die DFB-Elf eine Ausnahme darstellt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  "Dieselgate" kostet VW 14,7 Milliarden Dollar | mehr

Kulturnachrichten

"Fluxus"-Künstler Patterson gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Watschelgang  Schwangere stürzen wie Omis | mehr