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Ratingagentur stuft Spanien und Zypern herab

Irland erhält weitere Hilfsgelder

Eine Euromünze vor der spanischen Flagge (picture alliance / dpa / perschfoto)
Eine Euromünze vor der spanischen Flagge (picture alliance / dpa / perschfoto)

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Spaniens um drei Noten gesenkt. Nun steht das Land nur noch eine Stufe über "Ramschniveau" - trotz anstehender Hilfen aus dem EU-Rettungsschirm. Auch Zypern wird von Moody's abgewertet.

Zur Begründung teilte die Agentur in London mit, das zugesagte europäische Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Banken werde die Schuldenlast des Landes weiter steigen lassen: Madrid müsse für die 100 Milliarden schwere EU-Spritze komplett einstehen. Dasselbe gelte für den 2009 gegründeten Fonds zur Bankenrettung (FROB) - auch er werde vollständig und bedingungslos von der Regierung garantiert. Spanien habe nur noch einen sehr beschränkten Zugang zu den Finanzmärkten, und die schwache Wirtschaft belaste die Finanzkraft des Landes.

Anstieg der Staatsverschuldung erwartet

Logo der Ratingagentur Moody's in New York (dpa / picture alliance / Andrew Gombert)Logo der Ratingagentur Moody's in New York (dpa / picture alliance / Andrew Gombert)Die Ratingagentur erwartet, dass die spanische Staatsverschuldung in diesem Jahre auf 90 Prozent des Bruttoinlandproduktes steigen und bis zur Mitte des Jahrzehnts weiter zunehmen wird. Zum Vergleich: 2010 lag die Staatsverschuldung in Deutschland bei 81 Prozent des BIP. Die Bonität Spaniens liegt nach der Entscheidung von Moody's nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau und rutscht von Stufe A3 auf Baa3.

An den Finanzmärkten hat die EU-Hilfszusage für Spanien nicht zur erhofften Beruhigung gesorgt. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen stieg am Mittwoch auf ein Rekordhoch - ein Zeichen für mangelndes Vertrauen der Anleger, dass das Land seine Krise nachhaltig in den Griff bekommt.

Aus Sicht des Bundesverbands deutscher Banken hat Spanien ebenso wie Italien die richtigen Schritte eingeleitet, um die Krise zu überwinden. "Wenn die Bankenhilfe beantragt ist und wir einen schlüssigen Rettungsplan für die spanischen Banken sehen, wird sich der Markt beruhigen", sagte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer den Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

Griechenland zieht Zypern hinab, Irland erhält 1,4 Milliarden Euro

Für Zypern hatte die Ratingagentur Moody's ebenfalls schlechte Nachrichten: Die Kreditwürdigkeit von zwei der drei größten Banken Zyperns wurde um zwei Stufen gesenkt. Die Bank of Cyprus fiel von B1 auf B2, die Hellenic Bank von Ba3 auf B1. Verantwortlich für die Herabstufung machte die Agentur die starke Präsenz zyprischer Banken in Griechenland. Insbesondere ein möglicher Austritt Athens aus der Euro-Zone könne die Zahlungsunfähigkeit der Institute maßgeblich beinträchtigen. Seitdem darüber diskutiert wird, ob Griechenland wieder die Drachme einführen soll, ziehen viele Anleger ihr Kapital von dort ab.

Unterdessen erhielt Irland eine weitere, 1,4 Milliarden Euro große Tranche aus dem Internationalen Währungsfonds. Dieser stellt gemeinsam mit der Europäischen Union insgesamt 85 Milliarden Euro zur Rettung Irlands bereit. In einer Pressemitteilung lobte der IWF am Mittwoch die Konsequenz, mit der Irland die Reformen des Finanzsektors umsetze.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

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