Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ratingagenturen unter Kontrolle

EU einigt sich auf neue Vorgaben

Unangenehme, umstrittene Bewertungen: Die EU beschneidet die Macht der Ratingagenturen (picture alliance / dpa - Oliver Berg)
Unangenehme, umstrittene Bewertungen: Die EU beschneidet die Macht der Ratingagenturen (picture alliance / dpa - Oliver Berg)

Sie heißen Standard & Poor's, Moody's oder Fitch und vergeben Bewertungen, vor denen ganze Staaten zittern. Das krisengeplagte Europa will die Macht der Ratingagenturen nun beschneiden: Sie sollen für grobe Fehlentscheidungen haften und ihre Urteile besser begründen.

Auf entsprechende Vorgaben haben sich Vertreter der EU-Kommission, des Europaparlaments und der EU-Staaten nach Kommissionsangaben gestern geeinigt.

In der Finanzkrise und in der europäischen Staatschuldenkrise hatten insbesondere die drei genannten Branchengrößen immer wieder Kritik auf sich gezogen: Die Experten hätten in ihren Ratings Länder zu äußerst sensiblen Zeitpunkten herabgestuft und Top-Bewertungen für Anleihen vergeben, die sich später als Giftpapiere erwiesen.

Entscheidungskriterien müssen offengelegt werden

Durch neue Auflagen wird die Macht der Ratingagenturen in Europa künftig deutlich beschnitten. So werden Klagen gegen eine umstrittene Abwertung erleichtert. Den Agenturen wird mehr Transparenz auferlegt - sie müssen offenlegen, nach welchen Kriterien sie ihre Entscheidung gefällt haben. Für fahrlässige oder absichtlich falsche Bewertungen sollen sie haften.

Kalender für Rating-Veröffentlichungen

Außerdem müssen sie in einem Kalender festlegen, wann sie ihre Ratings vergeben. Die Bekanntgabe soll außerhalb der Handelszeiten und auf einer europäischen Plattform erfolgen, um plötzliche, negative Reaktionen der Finanzmärkte abzufedern. Ziel der Regelungen ist es, die Bonitätsprüfer für ihre Notenvergabe stärker zur Verantwortungzu ziehen. Sie werden einem EU-Vertreter zufolge frühestens im kommenden Jahr in Kraft treten.

Kritiker verwiesen darauf, dass die Regeln im Zuge der Verhandlungen aufgeweicht wurden. So ist etwa die Forderung vom Tisch, Länder-Bewertungen auszusetzen, solange Rettungsprogramme organisiert werden. Abgeschwächt wurde zudem der Vorschlag, Anleihe-Emittenten eine Rotation der Ratingagenturen vorzuschreiben.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

Bloß nicht schlechter als BBB
Wie die Urteile der Ratingagenturen sich auf die Anlagepolitik der Investoren auswirken

Mehr Ratingagenturen erwünscht
EU-Kommission und Schäuble kritisieren Standard & Poor's

Post setzt Standard & Poor's vor die Tür
Erster Dax-Konzern kündigt der US-Ratingagentur

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:50 Uhr Internationale Presseschau

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9 - Der Tag mit ...

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Ehe für alle"Das entfernt sich vom christlichen Eheverständnis"

Markus Blume ist seit 2008 CSU-Abgeordneter im Bayerischen Landtag.  (dpa / M.C.Hurek)

Der CSU-Politiker Markus Blume hält die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für "Gleichmacherei". Dies gehe vielen zu weit und entferne sich vom christlichen Eheverständnis, wonach die Ehe auf Mann und Frau angelegt sei, sagte Blume im Dlf. Die CSU befürworte aber die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften.

Ehe für alleDas Ideal der "Normalität" ist eine Zumutung

Zwei weibliche Hände berühren sich, sitzend, weißes Hochzeitskleid (imago / Christine Roth)

Die Ehe für alle ist gerade groß in der Diskussion - sie verspricht Normalität für Schwule und Lesben. Doch sollten sich diese überhaupt Normalität wünschen? Die Polit-Tunte Patsy l’Amour laLove findet: Auf keinen Fall.

Migranten in ItalienDie neuen Sklaven Europas

Migranten aus Afrika warten darauf, als Erntehelfer auf den Zitrusfeldern in Gioia Tauro in Kalabrien eingesetzt zu werden. In der Landwirtschaft Süditaliens schuften viele Flüchtlinge für einen Hungerlohn. (AFP/ Filippo Monteforte)

In Italien, das mit großem Einsatz Migranten aufnimmt, werden dieselben Migranten gnadenlos ausgebeutet. Große Teile der Landwirtschaft leben von diesen Ausgebeuteten. Nicht nur in Süditalien - aber dort funktioniert das System besonders perfide.

documenta-echo: Alina SzapocznikowFragiles für die Ewigkeit

Alina Szapocznikows Arbeit "Souvenir" im Nationalen Museum für Zeitgenössische Kunst in Athen. (documenta 14 / Yiannis Hadjiaslanis)

Wie kann man die Zeit festhalten? Den Körper in der Zeit? Das eigene Sein? Alina Szapocznikows Werk kreist um diese Fragen. Für ihre Arbeiten formte sie den eigenen Körper ab, zerlegte diesen Abdruck und setzte ihn neu zusammen.

Amelia Earharts versuchte ErdumrundungVerschwunden im Pazifik

Die Flugpionierin Amelia Earhart 1928 in Hollywood, Kalifornien. (imago / Cinema Publisher Collection)

Bei dem Versuch, die Erde im Flugzeug zu umrunden, verschwand Amelia Earhart auf rätselhafte Weise über dem Pazifik. Am 29. Juni 1937 landete sie zum letzten Zwischenstopp in Neuguinea. Bis heute suchen Forscher nach Spuren der verschollenen Pilotin.

ANTI-CAFÉSBezahlt wird pro Minute

Eine Stunde macht drei Euro im Café Be'kech in Berlin. In dieser Stunde könnt ihr so viel essen und trinken, wie ihr wollt. Denn dieses Anti-Café will auch sozialer Treffpunkt sein. Kann das funktionieren?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestag  Höhere Strafen für Teilnehmer illegaler Autorennen | mehr

Kulturnachrichten

Olivier Assayas Jury-Chef in Locarno  | mehr

 

| mehr