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Razzien gegen rechte Szene in NRW

1000 NPD-Plakate bei Neonazis gefunden

Im Raum Dortmund/Hamm und in Aachen wurden rund 120 Wohnungen und Vereinsheime durchsucht
Im Raum Dortmund/Hamm und in Aachen wurden rund 120 Wohnungen und Vereinsheime durchsucht (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Es war der bisher massivste Schlag gegen die rechte Szene in Nordrhein-Westfalen: Mehrere hundert Beamte haben Vereine und Wohnhäuser rechtsextremer Gruppen durchsucht. Drei Kameradschaften hat der Innenminister verboten.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat die drei aktivsten Neonazi-Gruppierungen in NRW verboten. Mehr als 900 Polizisten rückten am frühen Morgen zu einem Großeinsatz gegen drei rechtsextremistischen Vereine aus. Knapp 150 Räume im Ruhrgebiet und im Raum Aachen wurden dabei durchsucht.

Bei der Razzia wurden unter anderem Waffen und eine Hitler-Büste beschlagnahmt. Außerdem sind bei einer Razzia gegen eine verbotene Neonazi-Gruppe in Dortmund rund 1000 Plakate der NPD gefunden worden. Jäger betonte, damit zeige sich die enge Verflechtung dieser rechtsextremistischen Partei mit der gewaltbereiten Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen.

Bei dem Verbot und den Durchsuchungsaktionen handelt sich um den wohl größten Schlag gegen Neonazis in dem Bundesland. Mehr als 900 Beamte durchforsteten Wohnungen und Vereinsräume in Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Hamm, im Kreis Unna, in Münster, Bielefeld, Schwerte, Lünen und im Großraum Aachen.

Jäger: Löcher in das Netzwerk gerissen

Das Vermögen der Kameradschaften werde beschlagnahmt, ihr Besitz eingezogen und das Tragen von Symbolen verboten, sagte der Ministeriumssprecher. "Es sind die drei aktivsten Neonazigruppen in NRW", teilte das Ministerium mit. Jäger erklärt, man reiße damit große Löcher in das Netzwerk der Neonazis. Festnahmen gab es keine.

Erst im April waren Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die rechte Szene in Nordrhein-Westfalen vorgegangen. Dabei wurden 20 Gebäude in Radevormwald, Düsseldorf, Wuppertal und Essen durchsucht worden, darunter das Fraktionsbüro der rechtspopulistischen Partei Pro NRW. Außerdem vollstreckten die Beamte Haftbefehle.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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