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Reaktorkühlung macht Fortschritte

Sinkende Temperaturen in Reaktorblöcken 5 und 6

Die Kühlung der Unfall-Reaktoren mit Wasserwerfern wird fortgesetzt (picture alliance / dpa)
Die Kühlung der Unfall-Reaktoren mit Wasserwerfern wird fortgesetzt (picture alliance / dpa)

Die Lage im havarierten Atomkraftwerk in Fukushima hat sich offenbar etwas stabilisiert. In Reaktor 6 funktioniert das Kühlsystem wieder. Auch die Blöcke 1 und 2 sollen in Kürze mit Strom versorgt werden. Grund zur Entwarnung bestünde aber nicht, so der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde.

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben die Einsatzkräfte offenbar Fortschritte im Kampf gegen die Überhitzung der Reaktorblöcke erreicht. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, funktioniert das Kühlsystem im Reaktor 6 wieder, nachdem die Stromversorgung wiederhergestellt werden konnte. Im Block 5 sinke ebenfalls die Temperatur.

Die Betreiberfirma Tepco hofft, dass auch die Reaktoren 1 und 2 in Kürze wieder mit Strom versorgt werden können. Unklar ist allerdings, ob das Kühlsystem der beschädigten Reaktoren ordnungsgemäß arbeitet. Angesichts der Zerstörungen sei unklar, ob die Pumpen überhaupt noch funktionierten, meint Wissenschaftsjournalist Sönke Gäthge.

Lage in Reaktoren 3 und 4 weiter kritisch

Kritisch bleibt die Situation in den Reaktorblöcken 3 und 4. Nachdem der dritte Reaktorblock mehr als zehn Stunden lang mit Wasser bespritzt wurde, konzentrieren sich die Bemühungen jetzt auf Block 4. Die beiden Meiler gelten als besonders problematisch. In einem ist Plutonium enthalten, in dem anderen droht das Abklingbecken mit abgebrannten Brennstäben zu überhitzen und radioaktive Strahlen freizusetzen.

In die Außenhülle der Reaktoren 5 und 6 wurden indes Löcher geschnitten. Dadurch sollen mögliche Wasserstoffexplosionen verhindert werden. Diese könnten dazu führen, dass auch bei diesen Reaktoren die Dächer einstürzen.

Der Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde Yukiya Amano sieht intensive Bemühungen der Behörden im Kampf gegen die Ausweitung der Atomkatastrophe. Es gebe aber noch keinen Grund zur Entwarnung, sagte er nach einem Besuch in Tokio.

Trinkwasser um Fukushima verstrahlt

In der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima ist in der Region radioaktives Jod im Trinkwasser nachgewiesen worden. Die radioaktive Belastung betrifft nicht nur das Trinkwasser. Offiziellen Angaben zufolge überschritten die Strahlenwerte auch in Milch und Spinat von Bauernhöfen in der Nähe des Kraftwerks die zulässigen Höchstwerte. Geringe Spuren radioaktiven Jods wurden auch im Trinkwasser von Tokio und weiteren Regionen gemessen. Weder die Lebensmittel noch das Wasser stellten aber ein gesundheitliches Risiko dar, sagte ein Regierungssprecher in Tokio. Die Behörden erwägen aber, den Handel mit Lebensmittel aus der Präfektur zu verbieten.

Schwere des Unfalls nun bei Stufe fünf

Die japanische Atomsicherheitsbehörde hat die Schwere des AKW-Unfalls in Fukushima auf Level fünf der siebenstelligen Skala heraufgestuft. Damit liegt der Unfall zwei Stufen unter der Katastrophe von Tschernobyl. Die Lage in Fukushima gilt damit nun als "Unfall mit weitreichenden Folgen", wie die Internationale Atomenergiebehörde in Wien mitteilte. Bisher galt der Störfall lediglich als "Unfall mit lokalen Konsequenzen".

Mit der Hochstufung liegt Fukushima nun auf derselben Stufe wie der Unfall im US-Atomkraftwerk Three Mile Island 1979 nahe Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort kam es damals zu einer teilweisen Kernschmelze.

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Opferzahlen nach Erdbeben und Tsunami steigend

Die Lage für die Überlebenden des Erdbebens ist weiterhin katastrophal. Hunderttausende Japaner harren noch immer in Notunterkünften aus. Angesichts des Wintereinbruchs wird die Lage der obdachlos gewordenen Menschen immer dramatischer. Dem Fernsehsender NHK zufolge sind schon 25 Menschen an den Folgen von Kälte und Entkräftung gestorben. Auch Essen und Trinkwasser sind an mehreren Orten knapp. Unterdessen befürchten die Behörden einen Anstieg der Opferzahlen nach dem Erdbeben und dem Tsunami. Allein in der Provinz Miyagi könnten nach Schätzungen der Polizei mehr als 15.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Offiziell registriert sind bislang rund 7600 Tote. Mehr als 10.000 Menschen werden vermisst.

Detaillierte Informationen zu den vom Erdbeben am 11. März 2011 in Japan betroffenen Kernkraftwerken hält das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereit.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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