Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Regierung will Ökostromförderung neu ordnen

EEG-Umlage steigt auf 5,3 Cent

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) präsentiert derzeit Konzepte gegen die steigenden Strompreise (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) präsentiert derzeit Konzepte gegen die steigenden Strompreise (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Die Energiewende kostet Milliarden - die Strompreise steigen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will nun das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) komplett überarbeiten. Damit soll die Kostensteigerung aufgefangen werden.

<p>Altmaier erläuterte in Berlin seine Vorschläge zur Energiewende. Unter anderem will er das Ausbautempo regional stärker mit dem Ausbau der Netze abstimmen. Der Bundesumweltminister betonte, bis 2020 sei ein Anteil von 40 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung zu erreichen. Bisher galt eine Zielmarke von 35 Prozent.<br /><br />Grund für die geplante Anpassung des Gesetzes sind die anstehenden Strompreiserhöhungen. Sie kommen durch steigende Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien und den Stromtransport zustande. <br /><br />Die von der Opposition und Verbänden <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223807" text="kritisierte teilweise Befreiung von Industrie- und Großbetrieben von der EEG-Umlage" alternative_text="kritisierte teilweise Befreiung von Industrie- und Großbetrieben von der EEG-Umlage" /> soll Altmaier zufolge überprüft werden. Allerdings beträfe der größte Teil der Rabatte Betriebe wie Aluminiumhütten und Stahlwerke, die im internationalen Wettbewerb stünden. Von einem einzelnen Hähnchenmastbetrieb oder einem Golfplatz werde keine wesentliche Entlastung für die Ökostrom-Umlage ausgehen, sagte Altmaier mit Blick auf die von Grünen-Chef Trittin geäußerte Kritik.<br /><br /></p><p><strong>Durchschnittsfamilie muss 2013 mit 170 Euro Mehrkosten rechnen</strong></p><p>Nach übereinstimmenden Medienberichten steht fest, dass die Umlage nach dem <papaya:link href="http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2009/" text="Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)" title="Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)" target="_blank" /> um die Hälfte auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde von bislang 3,59 Cent steigt - plus Strom- und Umsatzsteuer. Eine vierköpfige Famile mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt damit allein für die Umlage rund 85 Euro mehr. Die EEG-Umlage erhöht sich, weil immer mehr regenerativer Strom aus Wind, Wasser und Sonne produziert wird. <br /><br />Bei den Netzgebühren rechnet die Branche mit einem Anstieg von 40 Prozent, was für die Durchschnittsfamilie noch einmal 85 Euro bedeuten könnte. Anfang der Woche hatte Altmaier kostenlose <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223807" text="Energieberatungen für die Bürger angeschoben." alternative_text="Energieberatungen für die Bürger angeschoben." /><br /><br /></p><p><strong>Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband: Derzeitiges Wohngeld zu niedrig bemessen</strong></p><p>Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands, forderte angesichts der immer höheren Kosten eine deutliche Aufstockung des Wohngeldes insbesondere für Hartz-IV-Empfänger. <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223970" text="&quot;Viele wissen nicht, wie sie die steigenden Energiepreise noch auffangen sollen&quot;," alternative_text="&quot;Viele wissen nicht, wie sie die steigenden Energiepreise noch auffangen sollen&quot;," /> sagte Schneider im Deutschlandfunk. <br /><br />Die Regelsätze für die Mietnebenkosten seien derzeit deutlich zu gering bemessen und müssten von 120 Euro auf 160 bis 180 Euro angehoben werden - nur dann könnten die Menschen die Energiewende mittragen. Paritärischer Wohlfahrtsverband und Mieterbund wollen heute ein Konzept zur Reform des Wohngeldes vorstellen.<br /><br /></p><p><strong>Merkel: Ohne Preisveränderung geht es nicht</strong></p><p>Im Juni 2011 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), als sie ihre Pläne der Energiewende im Bundestag vorstellte, noch erklärt: "Unternehmen genauso wie Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. (...) Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt das etwa bei 3,5 Cent pro Kilowattstunde." So Merkel in der 17. Minute ihrer Regierungserklärung:<br /><br /><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" width="475" height="267" id="showIt" style="width: 475px; height: 297px;"> <param name="movie" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf "/> <param name="menu" value="true" /> <param name="quality" value="high" /> <param name="wmode" value="opaque" /> <param name="swliveconnect" value="true" /> <param name="allowscriptaccess" value="always" /> <param name="scalemode" value="showall" /> <param name="allowfullscreen="allowfullscreen"" value="true" /> <param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&bandwidth=514&xasxTemplate=xasx_od.xml&autoPlay=false&skin=od_embed_ext&application=144277506&baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&params=?r=r$contentId=1173706$singleton=true$forcedWidth=475$forcedHeight=267$keepVideoAspectRatio=true&language=de" /> </object><br /><br />Nun rechtfertigte die Bundeskanzlerin die höhere Ökostromumlage. "Wenn man die Energiewende will, geht es nicht ohne jede Preisveränderung", sagte Merkel gestern bei einer CDU-Regionalkonferenz in Fulda.<br /><br />Der Ausbau des Ökostroms kommt offenbar zu schnell voran, denn der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die Umlage von den Verbrauchern bezahlt - jährlich rund 16 Milliarden Euro. Die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW wollen die Höhe der Umlage am Montag bekanntgeben. "Die Zahl steht fest", sagten Beteiligte.<br /><br /></p><p><strong>So setzt sich der Strompreis zusammen</strong></p><p>Eigentlich müsste die Stromrechnung geringer ausfallen, denn der reine Energiepreis sinkt. Doch dann muss auch die Umlage höher sein, eben wegen dieser genannten Differenz. Der reine Energiepreis macht insgesamt lediglich ein gutes Drittel aus. Er wird unter anderem an der deutschen Strombörse in Leipzig gehandelt, wo der Trend momentan leicht nach unten zeigt. Daneben beträgt das Netznutzungsentgelt ein Fünftel der Stromrechnung. Damit werden Stromtransport und -verteilung bezahlt.<br /><br />Für Abgaben, Umlagen und Steuern werden derzeit 45,4 Prozent fällig, mit der höheren Ökostromumlage dann 48,8 Prozent. Die staatlichen Zuschläge pro Kilowattstunde im Einzelnen:<ul><li>EEG-Umlage: derzeit 3,59 Cent, ab 2013 rund 5,3 Cent</li><br /><li><papaya:link href="http://www.gesetze-im-internet.de/kav/index.html" text="Konzessionsabgabe" title="Konzessionsabgabe" target="_blank" />, mit der die Kommunen Stromleitungswegerechte einräumen: 1,32 bis 2,39 Cent</li><br /><li>Stromverbrauchszuschlag gemäß <papaya:link href="http://www.eeg-kwk.net/de/697.htm" text="Paragraph-19-Umlage" title="Paragraph-19-Umlage" target="_blank" />: 0,151 Cent</li><br /><li>Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz: 0,002 Cent</li><br /><li>Stromsteuer: 2,05 Cent</li><br /><li>Umsatzsteuer: 19 Prozent</li></ul><br /><br /><strong> Mehr auf dradio.de: </strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223970" text="Paritätischer Gesamtverband warnt vor Stromarmut - Hauptgeschäftsführer Schneider: Strom und Energie dürfen nicht zum Luxusgut werden" alternative_text="Paritätischer Gesamtverband warnt vor Stromarmut - Hauptgeschäftsführer Schneider: Strom und Energie dürfen nicht zum Luxusgut werden" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Andruck - Das Magazin für Politische Literatur

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:07 Uhr Zeitfragen. Politik und Soziales

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Filmfestival in CannesSchlechte Musik und Clint Eastwoods Geständnis

Clint Eastwood (imago/Starface)

Sechster Festivaltag in Cannes und wir schauen, was der deutsche Film im internationalen Vergleich so macht, womit die Stars musikalisch so beschallt werden - und welche Bedeutung das Filmfestival für Schauspielergrößen wie Nicole Kidman und Clint Eastwood hat.

Solidarische LandwirtschaftDer wahre Wert der Möhre

Auch Möhren mögen's kuschelig: Gleich zwei Karotten-Pärchen, die sich eng umschlungen halten, hat die neunjährige Annika bei der Möhrenernte in Omas Garten gefunden (Foto vom 27.10.1999). (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner)

Vor acht Jahren gab es in ganz Deutschland nur zwei solidarische Landwirtschaftsbetriebe, heute sind es mehr als hundert. Grundgedanke ist, Lebensmittel in Gemeinschaft zu produzieren. Das heißt auch: harte Arbeit auf dem Feld. Ein Beispiel aus Berlin-Gatow.

ADAC-TestDie teuersten Kindersitze müssen nicht die besten sein

Ein Junge sitzt am 08.09.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in dem Kindersitz BeSafe iZi Modular. (dpa/ picture alliance/ Oliver Berg)

Sicherheit, Bedienungsfreundlichkeit und Ergonomie sind wichtige Kriterien beim Kauf eines Autokindersitzes. Der ADAC hat 37 Modelle getestet. Nicht alle Sitze konnten überzeugen. Grundsätzlich gilt, dass ein teurer Sitz nicht besser sein muss.

Trumps Islam-Rede"Die USA wollen ein Bündnis gegen den Iran schmieden"

Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik. (Imago / Müller-Stauffenberg)

Die Rede von US-Präsident Donald Trump vor den Vertretern von 50 muslimischen Staaten sei vor allem eine Botschaft an die Verbündeten der USA gewesen, sagt der Islamwissenschaftler Guido Steinberg. Dabei sei es nicht nur um eine Allianz gegen den Islamischen Staat gegangen, sondern auch gegen den Iran. 

Der globalisierte Mensch"Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht beliebig frei sind"

Jemand sitzt an einem Tisch vor einem Laptop und hält mit einer Hand ein Smartphone, im Hintergrund ist ein Fahrrad zu sehen, im Vordergrund eine Tasse (Imago )

Heimatlos, ohne Geborgenheit und soziale Anerkennung: Das Leben in anonymen Massengesellschaften passt nicht zum Wesen des Menschen, meint der Entwicklungsforscher Remo Largo. In seinem neuen Buch "Das passende Leben" skizziert er Alternativen.

Forderung nach EU-ReformMehr Demokratie gegen die Spaltung der Gesellschaft

Die Flagge der Europäischen Union auf erodierendem Asphalt Eine auf Asphalt gemalte EU-Flagge hat Risse bekommen. (imago / Ralph Peters)

Wir erleben zurzeit keine Renationalisierung Europas, meint Ulrike Guérot. Vielmehr seien die Gesellschaften der europäischen Staaten in sich tief gespalten, so die Politologin – und dagegen helfe nur eine umfassende Demokratisierung der EU.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Trumps Israel-Besuch  USA und Iran werfen sich gegenseitig Terrorunterstützung vor | mehr

Kulturnachrichten

Can Dündar mit Gustav-Heinemann-Bürgerpreis geehrt  | mehr

 

| mehr