Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Regierungssuche in Griechenland geht weiter

Euroskeptische Linksallianz Syriza soll Regierung bilden

Der Chef des Bündnisses der Linken (Syriza) in Griechenland, Alexis Tsipras (picture alliance / dpa / Simela Pantzartzi)
Der Chef des Bündnisses der Linken (Syriza) in Griechenland, Alexis Tsipras (picture alliance / dpa / Simela Pantzartzi)

Bis zum 17. Mai muss Griechenland eine neue Regierung haben - sonst wird neu gewählt. Nun soll sich das linksradikale Bündnis Syriza mit einer Regierungsbildung versuchen. Damit sind die Gegner der von der EU auferlegten Sparpolitik am Zug. Die konservative Nea Dimokratia unter Antonis Samaras konnte keine Mehrheit für die Fortsetzung des Sparkurses finden.

Das radikale Linksbündnis Syriza wurde bei den griechischen Parlamentswahlen am Sonntag zweistärkste Kraft. Es lehnt ebenso wie die anderen gewählten Parteien die Sparpolitik ab, die Voraussetzung für weitere internationale Hilfen ist. Syrizas Vorsitzender Alexis Tsipras erhielt von Präsident Karolos Papoulias das Sondierungsmandat. Er hat nun drei Tage Zeit, Koalitionspartner zu finden.

Tsipras hat sich im Wahlkampf entschieden gegen die Reformen ausgesprochen, die die Übergangsregierung aus der konservativen Nea Dimokratia und der sozialistischen Pasok umsetzte. Tsipras kündigte an, für eine Koalition der linken Parteien zu werben und das - wie er sagte - Spardiktat der internationalen Geldgeber zu kippen.

"Die Griechen haben das Sparen satt", meint der Politikwissenschaftler Janis Emmanouilidis. Das Land brauche jetzt "Wachstum, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, diese Frustration zu bekämpfen", so Emmanouilidis im Deutschlandfunk.

Samaras: "Regierungsbildung unmöglich"

Oppositionsführer Antonis Samaras will Neuwahlen durchsetzen. (picture alliance / dpa / Maria Marogianni)Antonis Samaras, Chef der konservativen Nea Dimokratia (picture alliance / dpa / Maria Marogianni)Die konservative Partei Nea Dimokratia, die den Sparkurs fortführen möchte, hatte gestern von ihrem Vorsitzenden Antonis Samaras eine Regierungsbildung für gescheiterterklären lassen. Es sei unmöglich gewesen, eine Regierung zustande zu bekommen, sagte Samaras in Athen. "Wir haben alles getan, was wir konnten."

Begleitet werden die Koalitionsgespräche von Mahnungen aus Europa, eine Fortsetzung des Sparkurses zu gewährleisten. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, mahnte im Deutschlandradio Kultur die neuen radikalen, euroskeptischen Parteien, die Versprechen für das 130-Milliarden-Euro-Hilfspaket einzuhalten. "Wenn da eine neue Regierung, ein neues Parlament die griechischen Zusagen zum Sparen und Umbauen des Staates zurücknimmt, dann geraten wir sicher in eine ganz schwere Krise."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:10 Uhr Deutschland heute

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Kompressor

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Digitale Finanzen Frisches Geld dank Blockchain

Ein Münze mit der Aufschrift Bitcoin liegt auf einer Tastatur. In Erscheinung getreten ist die Blockchain-Technik erstmals mit der rein digitalen Währung Bitcoin, jetzt soll sie auch für andere Zwecke eingesetzt werden.  (imago stock&people)

Seit die Kryptowährung Bitcoin durch die Decke geht, ist der Hype um neue Finanzierungsmodelle groß. Vor allem in der Blockchain-Technologie, die dahinter steckt, sehen viele Fachleute revolutionäre Möglichkeiten. Die Rechtsanwältin Nina-Luisa Siedler wagt einen Blick in die Zukunft.

Über die Spaltung des Netzes Wahr ist, was gut für uns ist!

(imago/Ikon Images)

Es war eines der großen Versprechen der digitalen Kultur, dass die Organisation von Wissen demokratisiert wird. Heute jedoch trennt man sich einfach von denen, die anderer Meinung sind. Das hat weitreichende Folgen, sagt der Kulturwissenschaftler Michael Seemann.

Buddhistische PhilosophieDer Elefant als religiöses Politikum

Der Elefant als Buddha: Statue in Thailand. (imago / blickwinkel)

Für thailändische Buddhisten symbolisiert der Elefant Glück, Majestät, Stärke, Fleiß und Intelligenz. Auch in anderen buddhistischen Ländern genießen Elefanten hohes Ansehen, aber nirgends so ausgeprägt wie in Thailand. Dort ist die Verehrung des Tieres ein Politikum.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

New York  Mehrere Verletzte bei Explosion - Ursache unbekannt | mehr

Kulturnachrichten

Jenas Theaterhaus-Chef wechselt nach Berlin  | mehr

 

| mehr