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Rekordwärme zur Weihnacht

Starkes Tauwetter bei fast sommerlichen Temperaturen

Abkühlung im Chiemsee an Heiligabend
Abkühlung im Chiemsee an Heiligabend (dpa / Diether Endlicher)

Grüne statt weiße Weihnacht: Meteorologen haben eine so warme Weihnacht wie seit 35 Jahren nicht mehr gemessen. In München wurde mit 20,7 Grad an Heiligabend ein historischer Höchstwert erreicht. In Russland hat dagegen eine außergewöhnliche Kältewelle 123 Menschenleben gefordert.

Für Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist es wohl das größte Geschenk zu Weihnachten: Dieses Jahr kann zum Fest die Heizung ausbleiben und noch mehr Energie gespart werden. Bei ihm daheim in Saarlouis sei es ohnehin "nicht wärmer als 18 Grad", sagte der mollige Minister der "Rheinischen Post". "Ich bin aber auch ordentlich vor Wärmeverlust geschützt." Energiesparen ist Altmaiers Thema. In der Politik gebe es dagegen noch Nachholbedarf: Die Energiewende sei zu knapp einem Viertel umgesetzt, sagte Altmaier ohne genauer zu erklären, wie er auf diese Messgröße kommt.

Sonnenbaden statt Skifahren

Sonnenbaden auf den den Stufen der Glyptothek in München an HeiligabendSonnenbaden auf den Stufen der Glyptothek in München an Heiligabend (dpa / Tobias Hase)Nicht nur bei den Altmaiers wird es für die Jahreszeit außergewöhnlich warm: Der Deutsche Wetterdienst hat eine so warme Weihnacht wie seit 35 Jahren nicht mehr gemessen. Wer im sonst schneesicheren Süden die Festtage verbringt, erlebt nach Angaben der Meteorologen eine dicke Überraschung: In München, im Alpenvorland und im Breisgau war das Termometer bei Föhn auf rund 20 Grad gesteigen. In München wurde mit 20,7 Grad eine neue Rekordtemperatur für einen Heiligabend seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland gemessen. Im Freiburg im Breisgau waren es 18,5 Grad. Der bisherige Höchstwert war 1983 in Baden-Baden und Müllheim mit 17,8 Grad. In Deutschland kommt es selten vor, dass an Weihnachten im ganzen Land Schnee liegt, zuletzt 2010 und 1981.

Hochwasser an Rhein und Neckar

Hochwasser am Rhein bei DüsseldorfHochwasser am Rhein bei Düsseldorf (dpa / Martin Gerten)Tauwetter ließ die Flüsse stärker und schneller anschwellen, als zunächst erwartet. Der Oberrhein war zwischen Iffezheim bei Baden-Baden und Mannheim wegen Hochwassers für die Schifffahrt gesperrt. Im Neckar mussten die Schiffe bereits seit Samstag pausieren. Am ersten Weihnachtstag entspannte sich die Lage an mehreren Rheinpegeln. In Köln und Düsseldorf blieben die Pegelstände unter der kritischen Acht-Meter-Marke. Jedoch durften Schiffe in diesem Flussabschnitt nur noch in der Strommitte fahren. Die Einsatzkräfte hatte erste Vorkehrungen für deutlich mehr Hochwasser getroffen.

Kältewelle in Russland

Russland erlebt dagegen seit Tagen eine historische Kältewelle. In manchen Regionen in Sibirien waren in den vergangenen Tagen die Temperaturen auf außergewöhnliche minus 50 Grad Celsius und kälter gefallen; in Moskau auf bis zu minus 30 Grad. Die Zahl der Todesopfer stieg landesweit auf mindestens 123 Menschen.

Schnellerer Temperaturanstieg in Antarktis

Klimaforscher haben unterdessen herausgefunden, dass der Westteil der Antarktis sich schneller erwärmt als bislang gedacht. Überprüfungen von Polarforschern haben ergeben, dass die Temperaturen dort seit 1958 um 2,4 Grad gestiegen sind und damit drei Mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Wenn dieser Trend anhält, könnte das auch den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen. Der Weltklimarat hatte 2007 einen Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Mehrere Studien der vergangenen Monate haben aber bereits vorhergesagt, dass der Anstieg wesentlich höher sein dürfte.

Weiterführende Informationen:
- Wettervorhersage
- Satellitenbilder



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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

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