Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Relegation: Skandalspiel wird nicht wiederholt

Hertha will Urteil des DFB-Sportgerichts anfechten

Unruhen beim Relegationsrückspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC am 15. Mai
Unruhen beim Relegationsrückspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC am 15. Mai (dpa / Revierfoto)

Das unter chaotischen Umständen beendete Relegationsrückspiel zwischen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf wird nicht wiederholt. Das entschied das DFB-Sportgericht in Frankfurt und wies damit den Protest der Berliner zurück. Doch die wollen nun vor das DFB-Bundesgericht ziehen.

"Der Einspruch hatte keinen Erfolg, weil kein Einspruchsgrund nachzuweisen war," sagte der Vorsitzende des Sportgerichts, Hans Lorenz. "Der Schiedsrichter hat jederzeit regelkonform gehandelt, und die von Hertha BSC behauptete einseitige Schwächung durch die Unterbrechung konnte nicht belegt werden."

Damit ist die Hertha nach dem 2:2 in Düsseldorf laut erster Instanz abgestiegen. Allerdings ist die Kontroverse um das Spiel damit nicht beendet: Kurz nach der Urteilsverkündung des Sportgerichts erklärte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt, der Verein werde seiner Empfehlung folgen und nun das DFB-Bundesgericht anrufen.

Kurz vor dem Abpfiff der hart umkämpften Partie am 15. Mai waren Fans von Fortuna Düsseldorf auf den Platz gestürmt, um den Aufstieg ihrer Mannschaft zu feiern. Daraufhin unterbrach Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für etwa 20 Minuten.

Für Hertha BSC würde die Wertung des Spiels den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bedeuten - den der Verein mit seinem Protest beim DFB und der Forderung nach einem Wiederholungsspiel abwenden will. In der Schlussphase der Partie sei die Sicherheit der Spieler nicht gewähleistet gewesen, die Wertung sei "irregulär" zustande gekommen, so die Argumente der Berliner. "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich; mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun," sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Auch Vorwürfe gegen Berliner Fans und Spieler

Allerdings hagelte es auch Vorwürfe gegen den Berliner Verein und seine Fans. So hatten Hertha-Anhänger, enttäuscht über den sich abzeichnenden Abstieg ihrer Mannschaft, im Verlauf des Spiels Feuerwerkskörper auf Spielfeld und Spieler geworfen. Zudem berichtete Schiedsrichter Stark, Hertha-Spieler seien nach dem Abpfiff auf ihn losgegangen, hätten ihn beleidigt und tätlich angegriffen - gegen Lewan Kobiaschwili hat Stark sogar Anzeige wegen Körperverletzung gestellt. Hertha BSC entschuldigte sich bei Stark für das Verhalten der Spieler, das nicht den Grundsätzen des Clubs entsprochen habe.

Gegen vier Hertha-Profis ermittelt nun der DFB-Kontrollausschuss. Zudem müssen beide Vereine wegen des Verhaltens ihrer Fans mit Geldstrafen rechnen; Fortuna Düsseldorf droht sogar ein Geisterspiel oder eine Platzsperre.

Mehr zu diesem Thema im Deutschlandradio:
Polizeigewerkschafter Frank Richter über Gewalt in den Stadien
Fan-Forscher Gunter A. Pilz zum Relegationschaosspiel
Kommentar: Vereine müssen Kontrollen an den Stadien verschärfen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

BotanikPilze sammeln im Supermarkt

Eine Frau steht zum Bezahlen in einem Supermarkt an der Kasse.

Bryn Dentinger von den königlichen botanischen Gärten von Kew in England erforscht normalerweise Pilze, die in entlegenen Dschungeln oder Wäldern gesammelt wurden. Für seine jüngste Veröffentlichung musste er jedoch nicht weit reisen.

Schleswig-HolsteinInseln ohne Insulaner

Eine Frau beobachtet eine über die Strandpromenade schlagende Welle. 

Sylt, Amrum, Föhr – die nordfriesischen Inseln sind bei Urlaubern extrem beliebt. Für die dauerhaften Bewohner wird das aber zum Problem. Explodierende Mietpreise verdrängen sie auf das schleswig-holsteinische Festland.

IS und FrauenFreiwillig in den Dschihad

Die Terrormiliz Islamischer Staat verschleppt Frauen in Syrien und im Irak und verkauft sie als Bräute an ihre Kämpfer. Es gibt aber auch Frauen, die sich IS freiwillig anschließen. Samra und Sabina aus Österreich zum Beispiel.

Emirat Katar"Das ist ein terroristisches System"

Bundeskanzlerin Merkel und der Emir von Katar, Scheich al-Thani, nehmen die Ehrenformation vor dem Bundeskanzleramt ab.

Aus dem Golfemirat Katar heraus werde die Terrorgruppe Islamischer Staat mitfinanziert, sagte der Vizefraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Wolfgang Gehrcke. Bei seinem Besuch müsse Kanzlerin Merkel den Emir auffordern, damit Schluss zu machen.

Ukraine-KonfliktWie Putin den Westen schachmatt setzt

Der russische Präsident Wladimir Putin 

Wladimir Putin ist dem Westen klar überlegen, meint die russisch-deutsche Schriftstellerin Lena Gorelik. Er führe einen Krieg, ohne einen Gegenangriff hinnehmen zu müssen. Diesem unberechenbaren Verhalten sei der Westen ausgeliefert.

EinkaufenDem Bio einen draufgesetzt

Wem Bio nicht reicht, der achtet beim Einkaufen auf die Verpackung - oder verzichtet gleich ganz darauf. DRadio Wissen hat versucht, bei einem Wocheneinkauf ohne Plastikverpackung auszukommen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ebola: Bundesregierung  verspricht Liberia weitere Hilfen | mehr

Kulturnachrichten

Bühnenverein gegen Navracsics als EU-Kulturkommissar  | mehr

Wissensnachrichten

Wettbewerb  Nominierte für Zukunftspreis bekannt gegeben | mehr