Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Rheinland-Pfalz: Mehrheit für Rot-Grün

FDP verpasst den Einzug in den Landtag

SPD-Spitzenkandidat Kurt Beck bei der Stimmabgabe (picture alliance / dpa)
SPD-Spitzenkandidat Kurt Beck bei der Stimmabgabe (picture alliance / dpa)

In Rheinland-Pfalz stehen die Zeichen auf Rot-Grün. Deutschlands dienstältester Ministerpräsident Kurt Beck kommt laut amtlichem Endergebnis auf 35,7 Prozent. Die Grünen erreichen mit 15,4 Prozent eine Rückkehr in den Landtag, aus dem sie 2006 geflogen waren. Die seit 20 Jahren oppositionelle CDU mit ihrer Spitzenkandidatin Julia Klöckner erzielt 35,2 Prozent.

Die FDP verpasste mit 4,2 Prozent den erneuten Einzug in den Landtag. An der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte auch die Linkspartei mit 3,0 Prozent.

Vorläufiges amtliches Endergebnis:

SPD 35,7 Prozent
CDU 35,2 Prozent
Grüne 15,4 Prozent
FDP 4,2 Prozent
Linke 3,0 Prozent
Wahlbeteiligung: 61,8 Prozent

2006 war die SPD auf 45,6 Prozent gekommen, die CDU erhielt 32,8, die FDP 8,0, die Grünen kamen auf 4,6 Prozent und die Linken (damals WASG) auf 2,6 Prozent.

Erste Reaktionen

Die Spitzenkandidaten der rheinland-pfälzischen Grünen, Eveline Lemke (l) und Daniel Köbler (r) stehen am Sonntag (27.03.2011) in Mainz nach Bekanntwerden der ersten Prognosen zur Landtagswahl jubeln (picture alliance / dpa)Die Spitzenkandidaten der Grünen: Eveline Lemke (l) und Daniel Köbler (r) (picture alliance / dpa)Keine Wechselstimmung in Rheinland-Pfalz und dennoch viel Jubel. Die SPD kommt trotz deutlicher Verluste mit einem blauen Auge davon. Die eigentlichen Wahlgewinner aber sind die Grünen: Ihr Ergebnis vom letzten Mal konnten sie beinahe verdreifachen. Damit könnten die Grünen Anspruch auf mehr als zwei Ressorts im neuen Kabinett erheben.(Reportage aus Rheinland-Pfalz mit ersten Reaktionen)

Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sieht einen klaren rot-grünen Regierungsauftrag. Ebenso offensichtlich sei: Kurt Beck könne Ministerpräsident bleiben.(MP3-Audio)

Entsetzen bei der FDP in Rheinland-Pfalz

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gibt am Sonntag (27.03.2011) in Mainz nach der ersten Hochrechnung ein Statemen (picture alliance / dpa)Trägt er die Schuld? Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) (picture alliance / dpa)Spitzenkandidat Herbert Mertin spach von "unvorhergesehenen Ereignissen" und deutete damit auf die angeblich falsch protokollierten Äußerungen über den atomaren Kurswechsel der Bundesregierung des FDP-Landeschefs und Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle. Auch aus Berlin kam prompt die Reaktion: FDP-Chef Guido Westerwelle stellt eine neue Position der FDP bei der Atompolitik in Aussicht. "Es war eine Abstimmung über die Zukunft der Atomkraft. Wir haben verstanden", kommentierte er.

Er stehe nicht als Nachrücker für Brüderle zur Verfügung, sagt FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei müsse es eine Diskussion "über die Mannschaftsaufstellung" und "nicht ausschließlich über den Trainer" geben.

Wähler deutlich mobilisiert

Sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz ist eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren zu verzeichnen. In Rheinland-Pfalz bezifferte das Statistische Landesamt die Wahlbeteiligung auf 61,8 Prozent. 2006 gaben nur 58,2 Prozent ihre Stimme ab.

König Kurt regiert seit 16 Jahren

Kurt Beck ist seit 1994 ununterbrochen Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und hält seit der letzten Landtagswahl mit seinen Sozialdemokraten die absolute Mehrheit im Mainzer Landtag. Seine Konkurrentin von der CDU, Julia Klöckner, war vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie will nach 20 Jahren Opposition mit der CDU wieder auf der Regierungsbank sitzen.

Hauptthema Atompolitik

CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner (picture alliance / dpa)CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner (picture alliance / dpa)Während Kurt Beck den Kurs der Bundes-SPD weiterführte und für die Rücknahme der Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Bundesregierung eintrat, ging Julia Klöckner mit der Kehrtwende in der Atomfrage offensiv in den Wahlkampf. Die Grünen sind drittstärkste Kraft und sowohl vor als auch nach der Katastrophe in Japan ihrer Linie treu geblieben: Atomkraft, nein danke.



Mehr zum Thema:
Alles zu den Landtagswahlen 2011
Kurt Beck im Interview der Woche
Julia Klöckner im Interview der Woche
Hintergrund: Keine Wechselstimmung in Sicht

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Kulturfragen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

KaltwetterStarthilfe mit Kabel und Seil

Es ist kalt geworden. Toll! Sagen die einen. Da schmeckt der Glühwein besser. Doof! Finden die anderen. Weil sie morgens (noch) früher aufstehen müssen, um Autoscheiben zu kratzen. Eis weg, Motor an… Denkste. Nur ein unmotiviertes Restgeräusch ist zu hören. Diagnose: Batterie leer. Aber keine Sorge, wir helfen euch …
      

"Falter"-Chefredakteur zur Wahl in Österreich"Der Wahlkampf hat die Leute mürbe gemacht"

Zwei Wahlplakate der Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in Wien. (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Österreich sei bei der heutigen Bundespräsidenten-Wahl "gespalten", sagt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk. Mit Ex-Grünen-Chef Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Hofer treten zwei "äußerste Pole" im politischen Spektrum gegeneinander an.

RE: Das Kapital (4/6)Der Niedergang des Kapitalismus

Die Warenterminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex) in New York City von oben.  (imago/UPI Photo)

Marx hielt den Sieg des Proletariats für unvermeidlich. Doch wie lange wird es dem Kapitalismus noch gelingen, seinen Niedergang zu verhindern? Mit dieser Frage befasst sich der Wirtschaftsjournalist Paul Mason im vierten Teil der Sendereihe "Das Kapital".

Altenpflege"Die Generation, die gerade gepflegt wird, hat tierisch Bock auf Poesie"

Heike Jakobi vom ehrenamtlichen Kranken-Lotsendienst schiebt einen Patienten zur Therapie im Albertinen-Haus in Hamburg. (dpa / Christian Charisius)

Er ist Poetryslammer und ist mit Redensarten bekannt geworden. Das ist aber nur eine Seite von Lars Rüppel. Er beschäftigt sich nämlich auch mit Demenz. Und wie Gedichte und Poesie bei dieser Erkrankung helfen können.
      

Vier Fassbinder-Darstellerinnen in einem "Tatort""Ein bisschen wie Parfüm-Mischen"

Isolde (Irm Hermann), Margarethe (Margit Carstensen) und Catharina (Hanna Schygulla) freuen sich gemeinsam mit Klara (Eva Mattes) an ihrem nächtlichen Feuerritual. Im Bodensee-Tatort "Wofür es sich zu leben lohnt". (SWR-Pressestelle/Fotoredaktion)

Im letzten Bodensee-"Tatort" kommen die vier Fassbinder-Schauspielerinnen Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann und Eva Mattes zusammen. Das gleiche einer Parfüm-Mischung, sagt Schygulla. Jede habe "ihren eigenen Duft".

CSU-Politiker Söder"Europa ist heute so schwach wie noch nie"

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) (picture-alliance / dpa / Matthias Balk)

Europa habe durch Deutschlands Grenzöffnung für die Flüchtlinge im vergangenen Jahr Schaden genommen, sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) im Deutschlandfunk. Europa sei zudem so zerstritten wie noch nie und nicht in der Lage, mit einer Stimme auf Herausforderungen zu reagieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Linkspartei  Bartsch und Wagenknecht zu Spitzenkandidaten gekürt | mehr

Kulturnachrichten

Weimarer Herderkirche wieder eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr