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RIAS Berlin

Der RIAS Berlin (Rundfunk im amerikanischen Sektor) ist der älteste Vorläufer des Deutschlandradio. Er wurde von der amerikanischen Militäradministration 1946 als unabhängige Gegenstimme zum sowjetisch kontrollierten Berliner Rundfunk ins Leben gerufen. Bis zu seiner Überführung in den Sender Deutschlandradio, unterstand der RIAS der Programmhoheit der USIA (United States Information Agency). Sein Sendegebiet umfasste ganz Berlin und die DDR.

Als "freie Stimme der freien Welt" sollte der RIAS für die Bürger der DDR eine Funkbrücke in den Westen bilden. Wenngleich es nie einen gesetzlich festgelegten Programmauftrag für den Sender gab, so verstand sich dieser von selbst. Helmut Drück, der letzte RIAS-Intendant, formulierte den Auftrag im Nachhinein jedenfalls wie folgt: Information zu geben, die Moral der Bevölkerung zu stützen, indem man das, was sich auf der anderen Seite der Sektorengrenze - später der Mauer - ereignete, ungeschminkt kritisch, aber nicht hetzerisch darstellte.

Damit sah der Sender seine Hauptaufgabe insbesondere darin, die ostdeutsche Bevölkerung über westliche Trends und Tendenzen zu informieren und den Gedanken an die Einheit Deutschlands aufrecht zu erhalten. Für viele Bürger der DDR war der RIAS die einzige unabhängige Informationsquelle. Zudem bekannte er sich eindeutig zu den Werten Freiheit, Pluralismus und Demokratie. Zeitweise wurde der Empfang des Senders von der SED unter Strafe gestellt oder durch den Einsatz von Störsendern behindert.

Zuletzt strahlte der RIAS die beiden Hörfunkprogramme RIAS 1 und RIAS 2 sowie das Fernsehprogramm RIAS-TV aus. Darüber hinaus gehörten dem Sender das RIAS-Symphonie-Orchester, das RIAS-Jugendorchester, der RIAS-Kammerchor und das RIAS-Tanzorchester an.

Bei dem werbefreien Hörfunkprogramm RIAS 1 handelte es sich um ein 24-Stunden-Vollprogramm mit einer ausgewogenen Mischung aus Information, Kultur und Unterhaltung. Es zeichnete sich besonders durch wissenschaftliche Berichterstattungen und Bildungs- und Literatursendungen aus. Darüber hinaus informierte der RIAS über die Berliner Kultur- und Politikszene und initiierte zahlreiche Produktionen, die dem interessierten Publikum offen standen.

Leistungsbilanz

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