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Ringen um Freilassung ausländischer Geiseln

Ultimatum afghanischer Entführer abgelaufen

Ein afghanischer Polizist durchsucht bei einer Straßenkontrolle in der Provinz Ghasni  einen  Mann. (AP)
Ein afghanischer Polizist durchsucht bei einer Straßenkontrolle in der Provinz Ghasni einen Mann. (AP)

In Afghanistan ist ein Ende der Hängepartie um die Geiseln aus Südkorea und Deutschland nicht in Sicht. Auf Bitten der afghanischen Vermittler verlängerten die Taliban am Montag zwar ihr Ultimatum für die 22 entführten Koreaner erneut. Doch auch diese Frist lief ab. Das Schicksal der christlichen Aufbauhelfer blieb danach unklar.

Die Südkoreaner waren vor eineinhalb Wochen in der Provinz Ghasni südwestlich von Kabul verschleppt worden. Ein Geistlicher, der zu der Gruppe gehörte, wurde am vergangenen Mittwoch erschossen aufgefunden.

Zuvor hatten Unbekannte bereits zwei Deutsche und fünf Afghanen in der Nachbarprovinz Wardak entführt. Einer der Deutschen starb in der Gewalt der Kidnapper. Die Obduktion seiner Leiche, die Schusswunden aufwies, brachte bisher keine Klarheit über seine Todesursache. Das Auswärtige Amt bemüht sich weiter um die Freilassung des zweiten Deutschen. (MP3-Audio, Bericht von Wolfgang Labuhn)

Bütikofer dringt auf mehr Engagement zur Ausbildung von Polizisten

Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer forderte ein stärkeres Engagement der Bundeswehr bei der Ausbildung der Polizei in Afghanistan. Die bisherigen Anstrengungen seien absolut nicht ausreichend, sagte Bütikofer im Deutschlandfunk. Insgesamt müssten bei dem Einsatz neue Schwerpunkte gesetzt werden. Das Nebeneinander der internationalen ISAF-Truppen und des US-geführten Einsatzes "Enduring Freedom" halte er für schädlich. Das Mandat für eine deutsche Beteiligung an den US-Aktionen sollte deshalb nicht verlängert werden. (Text / MP3-Audio)

Nach Einschätzung des Afghanistanexperten Thomas Ruttig wäre eine Aufstockung der internationalen Truppen am Hindukusch kein Erfolgsrezept zur Stabilisierung des Landes. "Man braucht eine bestimmte militärische Komponente. Ich denke aber, dass man die Zahl der Soldaten auch auf eine halbe Million erhöhen könnte und trotzdem das Problem militärisch nicht in den Griff kriegen würde", sagte Ruttig, Gastwissenschaftler an der Stiftung Wissenschaft und Politik, im Deutschlandfunk (Text/ MP3-Audio)

Oliver Müller, Leiter des katholischen Hilfswerks Caritas International, lehnt einen Rückzug seiner Hilfsorganisation aus Afghanistan zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die Caritas und andere Hilfsorganisationen hätten ein gemeinsames Informationsnetz über die Sicherheitslage gegründet und täten "alles Menschenmögliche", um gefährliche Situationen zu umgehen, sagte Müller im Deutschlandradio Kultur. (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:24 Uhr

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