Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ringen um Griechenland-Hilfe

Politiker und Experten formulieren Forderungen

Eine EU-Fahne und eine griechische Flagge in Brüssel (AP)
Eine EU-Fahne und eine griechische Flagge in Brüssel (AP)

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier macht die Zustimmung seiner Partei zur Griechenlandhilfe von einer Einbeziehung der privaten Banken abhängig. Die Bundesregierung müsse Vorschläge machen, wie die Riesenspekulationen eingedämmt werden können, sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse". Zudem müsse die Regierung dem Parlament gegenüber nachweisen, dass die Eurozone durch das Hilfspaket stabiler werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ebenfalls bekräftigt, dass es deutsche Finanzhilfen für Griechenland nur unter harten Bedingungen geben könne. Man könne nicht zuschauen, wie die europäische Währung in Gefahr gerate. Griechenland müsse seine Aufgaben aber erst einmal selbst erledigen und ein Sparprogramm vorlegen. Dies solle gemeinsam mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds ausgearbeitet werden. Die Kanzlerin wies Kritik an dem Vorgehen zurück und betonte, derjenige sei der beste Europäer, der alles daran setze, dass die Währung stabil und damit die Eurozone stark bleibe. Dies sei auch in deutschem Interesse.

Wie Bundeskanzlerin Merkel stellt der haushaltspolitische Sprecher der FDP, Jürgen Koppelin, klar, dass es deutsche Finanzhilfen für Griechenland nur unter harten Bedingungen geben werde. Wenn Athen seine Hausaufgaben nicht mache, müsse man gegebenenfalls auch Nein sagen, betonte Koppelin im Deutschlandfunk.
FDP-Haushaltsexperte kann sich ein Nein zu Griechenland-Hilfe vorstellen (DLF)

Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, sagt, es würde auch Deutschland massiv schaden, wenn in Griechenland keine stabile wirtschaftliche Entwicklung mehr möglich wäre.
Finanzpolitischer Sprecher der Grünen befürwortet Hilfe für Griechenland (DLF)

Staatsbankrott Griechenlands wäre "nicht die schlechteste aller Möglichkeiten," meint Finanzwissenschaftler Professor Markus Kerber. Er überlegt sogar, gegen Finanzhilfen für Griechenland vorzugehen, denn: "Dies kann ein Fass ohne Boden werden", meint er angesicht von Risiken und Nebenwirkungen von Finanzhilfen für Athen (DLF)

Christoph Schalast, Wirtschaftsrechtler und Finanzwissenschaftler an der Frankfurt School of Finance & Management geht trotz einigem Hin und Her davon aus, dass man Griechenland helfen wird. Allerdings müssten die Bedingungen noch verhandelt werden.
Man muss "auf jeden Fall neue Regeln aufstellen" (DLF)

Am Freitag hatte Athen die EU und den IWF um Finanzhilfen gebeten. Mit einer Aktivierung des Hilfspakets kämen auf Deutschland Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro zu. Die Euroländer hatten insgesamt 30 Milliarden Euro zugesagt. Griechenland kann Staatspleite nicht mehr allein abwenden

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

MogelpackungenGroße Packung, wenig Inhalt

Blick auf ein Supermarktregal. (imago / Waldmüller)

Ob Parfüm, Pralinen oder Cappuccino-Pulver: In vielen Produktverpackungen ist oft weniger drin, als es auf den ersten Blick scheint. Von aufwendig gestalteten Verpackungen sollten sich Käufer also nicht blenden lassen. Aber das ist nur eine Möglichkeit, Mogelpackungen zu erkennen.

Fotoausstellung in Frankfurt am MainPostmoderne Blicke auf die Realität

"Fotografien werden Bilder - Die Becher-Klasse" im Kunstmuseum Städel  (picture alliance/dpa/Foto: Arne Dedert)

Ob Andreas Gursky, Candida Höfer oder Thomas Ruff - sie alle waren Schüler von Bernd und Hilla Becher und eroberten mit ihren zumeist großformatigen Fotografien die Kunstszene. Unter dem Titel "Fotografien werden Bilder" zeigt das Städel-Museum in Frankfurt am Main nun 200 Werke.

GAFFER-PROZESSKein Respekt vor Rettungskräften

Der Feuerwehrmann Jörg Nießen hat Verständnis dafür, dass Menschen neugierig sind. Aber wenn Gewalt ins Spiel kommt, würden definitiv Grenzen überschritten.

Erdogans Referendum"In diesem Lande werden Menschenrechte mit Füßen getreten"

Die HDP-Abgeordnete Feleknas Uca (im Jahr 2015) (imago/ZUMA Press)

Die Türkei sei kein Rechtsstaat, sagte die Abgeordnete der kurdischen HDP, Feleknas Uca, im DLF. Weil sie auf Pressekonferenzen ihre Meinung gesagt habe, sei ihre Immunität aufgehoben worden. Dabei hätten 48 Prozent der Bevölkerung gegen das Referendum gestimmt. Uca hofft auf ein gemeinsames Vorgehen der oppositionellen Kräfte.

Renaissance des "Und was ist mit…?"Perfider Trick aus der Mottenkiste der Rhetorik

US-Präsident Donald Trump auf dem Weg ins Weiße Haus.  (picture alliance / Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - Pool via CNP)

Donald Trump beherrscht ihn perfekt und auch viele Diskutanten in den sozialen Medien: Mit "Und was ist mit…?" kann man jede Debatte torpedieren und als Sieger hervorgehen. Doch die Strategie lässt sich auch entlarven.

Schlafstörungen"Ein Wunder, dass man überhaupt noch schlafen kann"

Eine Frau liegt in einem Bett und schläft. Sie liegt dabei auf dem Bauch und streckt einen Arm zur Seite aus. (imago stock&people)

80 Prozent der Arbeitnehmer schlafen schlecht, so eine neue Krankenkassen-Studie. Er gehe zwar von einer niedrigeren Zahl aus, sagt Schlafforscher Peter Clarenbach. Dass aber vor allem Arbeiter und Angestellte betroffen seien, liege an Entwicklungen in der Arbeitswelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nordkorea  Trump hält militärische Eskalation für möglich | mehr

Kulturnachrichten

Neues Museum zieht zehntausende Besucher an  | mehr

 

| mehr