Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Rohstoffhunger auf die Arktis

Im nordschwedischen Kiruna tagt der Arktische Rat

Die Arktis ist mittlerweile eine strategisch wichtige Region (picture alliance / dpa / Lehtikuva Martti Kainulainen)
Die Arktis ist mittlerweile eine strategisch wichtige Region (picture alliance / dpa / Lehtikuva Martti Kainulainen)

Der Nordpol ist eine strategisch wichtige Region. 30 Prozent der weltweit unentdeckten Erdgasvorkommen werden in der Arktis vermutet. Heute kommt im nordschwedischen Kiruna der Arktische Rat zusammen und berät über die internationale Zusammenarbeit rund um den Nordpol.

Dem Rat gehören die arktischen Anrainerstaaten USA, Kanada, Russland, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sowie sechs Dachorganisationen von Ureinwohnern in der Region an. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Spanien und die Niederlande sind als "Beobachter" zugelassen.

Derzeit bemühen sich auch China, Japan, Südkorea und die EU um eine Aufnahme in den Rat. Sie alle wollen am Tisch sitzen, wenn über die Zukunft einer Region entschieden wird, die wegen des Klimawandels ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist. Zu der Tagung in Kiruna werden auch US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow anreisen.

Kanada will wirtschaftliche Nutzung der Arktis vorantreiben

Neben Fragen des Umweltschutzes und der gegenseitigen Katastrophenhilfe tritt zunehmend die Ausbeutung arktischer Bodenschätze in den Fokus. Sie wird durch die globale Erwärmung immer wahrscheinlicher. Kanada will die wirtschaftliche Nutzung der Arktis und den Ausbau des Schiffsverkehrs infolge das rapide schmelzende Eis vorantreiben. Das berichtete die kanadische Zeitung "Toronto Star". Heute übernimmt die Regierung in Ottawa für zwei Jahre die Führung des Arktischen Rates.

Kanada übernehme den Vorsitz zu einer Zeit, in der das klimaschädigende Kohlendioxid einen Rekordwert erreicht habe, schrieb die kanadische "Globe and Mail". Die globale Erwärmung gefährde das Ökosystem der Arktis, das seit mehr als 2,5 Millionen Jahren nicht mehr eisfrei gewesen sei. Weitere Gefahr drohe durch den Wettlauf der Anrainer um Ölvorkommen und andere Bodenschätze.

Kanadas Premierminister Stephen Harper besetzt das Spitzenamt mit seiner Gesundheitsministerin Leona Aglukkaq, einer Angehörigen der indigenen Inuits im Norden des Landes. "Ich werde eine neue Perspektive vorbringen", sagte die Politikerin. Demnach will Aglukkaq den Ureinwohnern mehr Mitspracherechte geben, aber auch die Industrie stärker in alle Entscheidungsprozesse einbeziehen. Aglukkaq ist unter anderem bekannt als Verfechterin der blutigen Seehundjagd.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Fisch, Erdöl und Hoffnung auf neue Jobs
Der Kampf um die Gewässer vor den Lofoten

Eine Karte für die Arktis
Zum Schutz vor Umwelteingriffen identifizieren Forscher ökologisch wichtige Nordpol-Zonen

Im Norden viel los
Reiche Fischgründe ziehen das Interesse auf sich

Goldrausch in Alaska
Die Schlacht um Rohstoffe und die Folgen für die Umwelt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Larsen / Schneider: "Das Leben und ich"In den Herzen der anderen weiterleben

Ein Engel liegt auf einem Grab auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main, aufgenommen am 17.04.2009. (picture alliance / dpa / Wolfram Stein)

Was bedeutet es, wenn jemand stirbt? "Das Leben und ich" von der norwegischen Autorin Elisabeth Holland Larsen und der belgischen Illustratorin Marine Schneider macht Kindern die Unabdingbarkeit des Todes verständlich – in magisch schönen Worten und Bildern.

ÖsterreichMehr Polizeibeamte an den Brenner

Farbfoto von zwei Schildern vor einer Hauswand, auf einem steht Republik Österreich Grenzübergangsstelle, auf dem anderen Brennerpass (imago/Oryk HAIST)

68,1 Prozent der Bevölkerung haben bei der Stichwahl in Gries im österreichischen Südtirol für den FPÖ-Kandidaten Hofer gestimmt. Sie fühlten sich unsicher angesichts der Fremden. Seit einer Woche gelangten wieder verstärkt Flüchtlinge über die Brenner-Grenze, durchgewunken von Italien, so der Vorwurf des Bürgermeisters von Gries an die Regierung in Rom.

InvestierenGeldanlage mit gutem Gewissen

Geld auf dem Konto bringt keine Zinsen, Immobilien sind viel zu teuer - wie könnt ihr trotzdem Geld für später anlegen? Zum Beispiel mit Aktienfonds. Das Problem: Nicht jedes Unternehmen, das hohe Renditen erzielt, wirtschaftet auch ökologisch und moralisch gut. Aber es gibt Hilfe.

Verstörende Scheindebatte Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht?

Ein syrischer Flüchtling spricht in einer Moschee mit einem anderen Mann. Er hält seine kleine Tochter auf dem Arm, die ihren Lutscher lachend in die Kamera hält. (dpa/ picture-alliance/ Oliver Berg)

Die Frage der Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland ist verstörend und kontraproduktiv, meint die Schriftstellerin Susanne Schädlich: Es mache keinen Sinn, eine ganze Gruppe von Menschen, die hier lebt und arbeitet, wegen ihres Glaubens pauschal auszugrenzen.

Literaturwissenschaftler über Bob Dylan"Der Nobelpreis braucht ihn"

Der Musiker Bob Dylan während eines Konzertes in Spanien. (picture alliance / dpa / Domenech Castello)

Bob Dylan gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Wie der Poet mit der krächzenden Stimme die US-Songtradition mit Literatur verbinde, sei einmalig, sagt der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering anlässlich des 75. Geburtstages des Musikers.

Gotthard-BasistunnelCountdown für ein Stück Verkehrsgeschichte

Arbeiter auf der Baustelle des Gotthard-Basistunnels feiern am 15.10.2010 den Durchstich des letzten Abschnitts. (picture alliance / dpa / Martin Ruetschi)

Der längste Eisenbahntunnel der Welt unter dem Gotthard in den Alpen steht vor der Eröffnung. Das gesamte Tunnelsystem umfasst mit Schächten und Querstollen mehr als 150 Kilometer. Seit Monaten laufen Tests mit Zügen, die mit bis zu 200 Stundenkilometer durch den Tunnel rasen. 

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Arbeitsmarktreformen  Proteste in Frankreich und Belgien | mehr

Kulturnachrichten

Neue Spielstätte der Kölner Oper auf der Großbaustelle  | mehr

Wissensnachrichten

Roboter-Wachmann  Robocop läuft in US-Einkaufszentrum Streife | mehr