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Romneys Running Mate

Reaktionen auf Paul Ryans Nominierung zum Vizepräsidentschaftskandidaten der Republikaner

Von Marcus Pindur

Mitt Romney (li.) stellt Paul Ryan in Norfolk, Virginia als seinen "Running Mate" vor (picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)
Mitt Romney (li.) stellt Paul Ryan in Norfolk, Virginia als seinen "Running Mate" vor (picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)

Mitt Romneys Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan euphorisiert die republikanische Basis. Der Kongressabgeordnete aus Wisconsin gilt als Nachwuchstalent - aber auch als politisch angreifbar.

Paul Ryan euphorisiert die republikanische Basis, das war schnell klar, nachdem Romney seine Wahl für den Vizepräsidentschaftskandidaten in Norfolk, Virginia bekanntgab:

"Der nächste Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat eine Botschaft von Hoffnung und Chancen, von Fortschritt und Leistung, und von individuellem Erfolg, dafür stehen wir und damit werden wir gewinnen."

... so Romney, der heute im wichtigen Swing State Florida auf Wahlkampftour geht. Auch Ryan gab sich kämpferisch.

"Präsident Obama kann nicht aufgrund seiner Bilanz um die Wiederwahl kämpfen. Denn es ist eine furchtbare Bilanz. Er will das Land spalten um davon abzulenken. Aus Hoffnung und Wandel sind Streit und Beschuldigungen geworden."

Obama selbst ging auf einer Wahlkampfrede in Chicago nur kurz auf die Nominierung Ryans ein:

"Ich möchte ihn beglückwünschen und im Rennen willkommenheißen, er ist ein anständiger Mann, ein guter Familienvater, und ein eloquenter Vertreter der politischen Visionen von Gouverneur Romney. Aber ich stimme mit ihm ganz grundsätzlich nicht überein."

Republikaner jeglicher Couleur stellten sich inter Ryan – selbst Tim Pawlenty, der ehemalige Gouverneur von Minnesota, der nun zum zweiten Mal als Vizepräsidentschaftskandidat übergangen wurde:

"Es ist ein großartiges Team, es ist eine großartige Wahl von Gouverneur Romney. Paul Ryan bringt Energie in das Team. Und er hat eine klare, deutliche Vorstellung davon, wie man die Probleme des Landes Lösen kann, und das sieht man nicht vom Präsidenten und seinem Team."

Um die klare, deutliche Vorstellung Paul Ryans hat es allerdings viel politischen Streit gegeben. Ryan ist der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus und hatte einen Budgetplan vorgelegt, der massive Einsparungen besonders bei den Sozialprogrammen vorsah. Gleichzeitig sollten die Steuern gesenkt werden, wovon hohe Einkommen besonders profitieren würden. Dieser Plan wurde nie umgesetzt.

Ein Punkt ist besonders kontrovers: Medicare, die staatliche Krankenversicherung für Rentner, sollte langfristig ersetzt werden. Die Bürger sollten in Zukunft wählen können zwischen Mitgliedschaft im staatlichen Gesundheitssystem und einem System, in dem die Rentner staatliche Zahlungen erhalten und damit auf dem freien Markt Krankenversicherungspolicen kaufen.

Das kritisieren die Demokraten scharf. Der Obama-Berater David Axelrod:

"Damit würden Tausende von Dollar an Kosten auf die Schultern der Rentner abgewälzt. Die Rentner wären von den Versicherungsgesellschaften abhängig. Und Medicare würde ausbluten. Gesunde Rentner würden das System verlassen, kranke würden zurückbleiben. Paul Ryan ist ein Ideologe, der das Medicare Programm gar nicht mehr will."

Ryan ist ein Favorit der Tea Party, aber er hat auch gegen den starken Widerstand der Tea Party für die staatlichen Hilfskredite an die amerikanische Autoindustrie gestimmt. Zunächst belebt er die in den letzten Wochen stockende Kampagne Romneys. Ryan ist ein politisches Talent, aber auch politisch angreifbar.

Die Nominierung Ryans ist aber nach Ansicht von Politikwissenschaftlern letztlich nicht so wichtig, wie sie derzeit aussehen mag. Denn: Die Wähler treffen die Entscheidung für oder gegen einen Präsidenten, nicht einen Vizepräsidenten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

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