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Rot-Grün zelebriert schwarz-gelbe Schlappe in Bremen

CDU räumt "schmerzhafte" Niederlage ein

Wahlsieger Jens Böhrnsen (SPD) freut sich. (picture alliance / dpa)
Wahlsieger Jens Böhrnsen (SPD) freut sich. (picture alliance / dpa)

Die Bremer Wahlsieger lassen es sich nicht nehmen, Richtung CDU und FDP auszuteilen: Doch damit sind weder Bremens Finanzprobleme gelöst noch haben SPD und Grüne auf Bundesebene einen Schritt nach vorne getan.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles will aus dem Bremer Ergebnis lernen: In der Hansestadt seien die Politiker bürgernah und ansprechbar - sie wolle diesen "Geist" auch auf Bundesebene stärken. Nahles sprach von der SPD als "Kümmererpartei".

Einsicht zeigt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe: Nur durch gute Arbeit könne man Vertrauen gewinnen. Wegen der Wahlniederlage in Bremen müsse man lebendig diskutieren und auch das Thema Großstadt mehr bearbeiten.

Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, macht den "großstädtischen" Strategieansatz der CDU in Hamburg und Bremen als wahlentscheidend aus. Grundsätzlich tue sich die Union momentan mit einer "zersplitterten Wählerschaft", wie sie in urbanen Milieus existiere, schwer. Die Wähler seien dort "eventuell wählerischer".

CDU hat Probleme

Auch wenn Bremen eine "rote Hochburg" sei, habe die CDU grundlegende Probleme mit ihrer Aufstellung, so Parteienforscher Peter Lösche. Die Grünen hingegen stünden insgesamt gut da, denn die Partei erscheine am glaubwürdigsten.

Zufriedene Mienen in Berlin

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich erwartungsgemäß zufrieden über den Sieg der rot-grünen Koalition in Bremen. In Berlin sprach er von einem Ergebnis mit Signalwirkung. Seit der Bundestagswahl sei Schwarz-Gelb bei allen Abstimmungen für die schlechte Politik abgestraft worden. Grünen-Chefin Claudia Roth betonte, es sei gut, dass ihre Partei erstmals vor der CDU liege. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sprach von einer schmerzhaften Niederlage der Christdemokraten. FDP-Generalsekretär Christian Lindner erklärte, das Ergebnis zeige, dass die Liberalen noch einen weiten Weg vor sich hätten. Die Vorsitzende der Linkspartei, Lötzsch, nannte das Abschneiden ihrer Partei ein Signal dafür, dass die Menschen eine soziale Opposition wollten.

Bremens Bürgermeister und Spitzenkandidat der SPD, Jens Böhrnsen, und Bremens Finanzsenatorin und Spitzenkandidatin der Grünen, Karoline Linnert, stehen am Wahlsonntag im Fernsehstudio der ARD. (dapd)Bremens Bürgermeister und Spitzenkandidat der SPD, Jens Böhrnsen, und Bremens Finanzsenatorin und Spitzenkandidatin der Grünen, Karoline Linnert, stehen am Wahlsonntag im Fernsehstudio der ARD. (dapd)

Grün schlägt die CDU

Laut der offiziellen Hochrechnung der Landeswahlleitung entfallen auf die SPD 38,6 Prozent. Die Grünen erhalten 22,4 und die CDU kommt auf 20,1 Prozent. Die Links-Partei erreicht 5,8 Prozent. Die Freien Demokraten verpassen mit 2,4 Prozent den Wiedereinzug in die Bürgerschaft. Die Wählervereinigung "Bürger in Wut" konnte sich aufgrund einer Besonderheit im Wahlrecht einen Sitz sichern.

Erst durch die Atomkatastrophe in Japan hat die Bremer Wahl an Fahrt gewonnen, meint DKultur-Chefredakteur Peter Lange. Von der Mobilisierungskraft dieses Themas hätten ein weiteres Mal die Grünen profitiert, die in Bremen seit Jahrzehnten auf eine sowieso überdurchschnittlich große Stammwählerschaft zählen könnten.


Interview mit Parteienforscher Lösche: Die CDU ist veraltet und unglaubwürdig

Interview: Nahles will SPD nach Bremen-Wahl zur "Kümmererpartei" machen

Interview: CDU-Generalsekretär Gröhe glaubt auch weiterhin an seine Partei

Interview Philipp Mißfelder: Wähler sind in Städten wählerischer

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Programmhinweis: Bremen nach der Wahl - hören Sie im Deutschlandradio Kultur ab 13.07 Uhr den Länderreport.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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