Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Rot-grüne Anträge zu schneller Bergung von Atommüll gescheitert

Streit im Bundestag über Räumung des Endlagers Asse

Das Atommülllager Asse soll geräumt werden (AP)
Das Atommülllager Asse soll geräumt werden (AP)

Abgeordnete aller Fraktionen haben sich im Bundestag zu einer Räumung radioaktiven Mülls aus dem maroden Endlager Asse bekannt. Uneinig zeigten sich die Politiker allerdings darüber, wie die rund 126.000 Fässer am schnellsten geborgen werden können.

Grüne und SPD fordern, den radioaktiven Abfall so schnell wie möglich zurückzuholen. Die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl warnte in vor den wachsenden Risiken der Anlage, in der 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall lagern. Täglich dringen 12.000 Liter Wasser unkontrolliert in des ehemalige Salzbergwerk bei Wolfenbüttel. Es gibt zudem Hinweise, dass eingelagerte Fässer beschädigt sind.

Die Bergung der Fässer werde durch unnötige Auflagen verzögert, kritisierte Kotting-Uhl. Der Umgang mit der Asse müsse daher gesetzlich neu regelt werden. SPD und Grüne forderten, die Räumung des Lagers durch die Anwendung der Gefahrenabwehroptionen im Atomgesetz zu beschleunigen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU) gab zu bedenken, dass bei einem solchen Vorgehen das niedersächsische Umweltministerium außen vor bleiben würde. Sie plädierte für ein Asse-Sondergesetz. Auch der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) meinte, durch eine Anwendung des Gefahrenabwehr-Paragrafen würde man "keine entscheidende Beschleunigung erzielen".

Gabriel wirft Umweltminister Röttgen fehlendes Engagement vor

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel warf Bundesumweltminister Norbert Röttgen fehlendes Engagement beim Thema Asse-Räumung vor. Gleichzeitig bot Gabriel sofortige Gespräche über eventuell notwendige Änderungen im Atomrecht an.

Auch der Vorsitzende der Asse-2-Begleitgruppe, Jörg Röhmann (SPD), hält die aktuelle Rechtslage für ein gravierendes Hindernis für die schnelle Bergung der Behälter mit Atommüll. Im Deutschlandradio Kultur erklärte Röhmann , technisch sei es möglich, die Fässer "in acht bis zehn Jahren" zurückzuholen. Das eindringende Wasser sei zwar ein "latentes Risiko" für die Asse. "Aber ich glaube die größte Gefahr besteht darin, dass die Leute immer wollen und wollen, aber nicht tun."

"Schnelle Bergung ohne erhöhte Risiken ist möglich"

Der ehemalige niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner mahnte im Deutschlandfunkebenfalls eine schnelle Räumung des Lagers an. Weil unklar ist, wie lange das Lager stabilisiert werden kann, sei zügiges Handeln "dringlich geboten". Das Bergen der Fässer lasse sich beschleunigen, ohne die Sicherheitsstandards zu gefährden, sagte Jüttner.

Die Behälter mit schwach- und radioaktivem Müll wurden bis 1978 in der Asse eingelagert. Dem Betreiber, dem Helmholtz-Zentrum München, wurde 2009 wegen Versäumnissen die Verantwortung für die Anlage entzogen und dem Bundesamt für Strahlenschutz übertragen.

Experten suchen seit 2008 nach einer Lösung für das dringende Asse-Problem. Seit 2009 ist der Bund für das Atommülllager Asse verantwortlich.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:05 Uhr Kakadu

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Wahl in NigeriaIm Schatten von Boko-Haram

Viele Menschen stehen Schlange bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl in Nigeria (afp / Tom Saater)

Kleinere Anschläge und technische Probleme überschatten die Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Nigeria. Die Wahlkommission musste in einigen Bezirken die Abstimmung aussetzen, weil Maschinen nicht ordnungsgemäß funktionierten. Dort soll die Wahl morgen fortgesetzt werden.

Wim Wenders dreht in 3D "Einem Menschen in die Seele schauen"

Regisseur Wim Wenders posiert am 10.02.2015 in Berlin während der 65. Internationalen Filmfestspiele auf dem Fototermin zu "Every Thing Will Be Fine". Er lacht. (Jens Kalaene, dpa picture-alliance)

Wim Wenders hat seinen neuen Film "Every Thing Will be Fine" in 3D gedreht - der Regisseur ist fasziniert von der Technologie. Der Film kreist um die Frage: Wie geht ein Mensch mit der Schuld um, ein Kind getötet zu haben?

UnkrautGünstig, lecker und gesund

Für die meisten von uns ist Unkraut das, was wir aus den Fugen kratzen, aus Blumentöpfen rupfen und eigentlich überhaupt nicht im Garten sehen wollen. Ganz anders sieht das Jutta Langheineken. Die Gärtnerin und Buchautorin rät dazu, das Gewächs zu essen, statt zu vernichten und hat auch gleich einen Menüvorschlag.

LoneLady aus ManchesterUnruhe als Antrieb

Julie Ann Campbell alias LoneLady aus Manchester. (ALAIN JOCARD / AFP)

Die Musik von Julie Ann Campbell alias LoneLady aus Manchester lebt von den Gegensätzen. Sie will Musik dekonstruieren wie früher Industrial-Bands wie Throbbing Gristle - um am Ende doch wieder eine Harmonie zu finden. Ihr neuer Dekonstruktions-Harmonie-Entwurf heißt "Hinterland".

SmartphonesAber bitte mit Gefühl!

Stellt euch vor, euer Handy würde schneller atmen oder es hätte Herzklopfen, wenn eine Nachricht ankommt. Oder es würde sich auch mal weigern, von euch in die Hand genommen zu werden, weil ihr euch grad mal wieder zu viel damit beschäftigt habt.Utopisch? Nein, es gibt solche Geräte. Der Designforscher Fabian Hemmert baut sie.

KurzkritikenGespenster aus Vergangenheit und Gegenwart

Film: Gespensterjäger - Auf eisiger Spur (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

In Vorgespult geht es heute um Filme über Gespenster: Ein französischer Psycho-Thriller mit dampfender Erotik, eine deutsche Kinderbuchverfilmung mit Anke Engelke und ein Film von Wim Wenders über die lebenslange Folge eines traumatischen Unfalls.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Einigung  im Tarifstreit der Länder - aber nicht für die Lehrer | mehr

Kulturnachrichten

Simon Rattle bedauert Entscheidung gegen Konzertsaal in München  | mehr

Wissensnachrichten

Flugzeugabsturz  Viele Beschwerden beim Presserat | mehr