Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Rückenwind nach "Sandy"

New Yorks Bürgermeister lobt Klimapolitik von US-Präsident Barack Obama

US-Präsident Barack Obama: Zustimmung nach "Sandy" (picture alliance / dpa / Dennis Brack)
US-Präsident Barack Obama: Zustimmung nach "Sandy" (picture alliance / dpa / Dennis Brack)

Dutzende Tote, zerstörte Viertel, ein abgesagter Marathon: Nach Hurrikan "Sandy" sind die Folgen des Klimawandels Thema der US-Politik geworden. Vier Tage vor der Präsidentschaftswahl erhält Präsident Barack Obama Unterstützung - seine Klimapolitik wird sogar im konservativen Lager geschätzt.

"Sandy" hat gewütet - und die USA haben sich immer noch nicht davon erholt. Mindestens 98 Menschen, darunter 40 New Yorkern, hat der Hurrikandas Leben gekostet. Tausende Bedürftige sind auf Lebensmittelspenden angewiesen, die Energieversorgung bleibt empfindlich gestört. Laut US-Energieministerium sind immer noch 3,6 Millionen Haushalte ohne Strom. Zwei Raffinerien wurden derart zerstört, dass ausnahmsweise ausländische Tanker Öl anliefern dürfen. Und dann musste New Yorks Oberbürgermeister Michael Bloomberg auch noch den New York Marathon absagen - Opfer hatten es als unsensibel bezeichnet, das Sportereignis durchzuführen, während noch nach Toten gesucht werde.

An der Ostküste der USA wird nun laut über Klimapolitik nachgedacht. "Wir brauchen Führungsstärke im Weißen Haus - und in den vergangenen vier Jahren hat Präsident Barack Obama wichtige Schritte unternommen, um unseren CO2-Verbrauch zu senken", lobte Bloomberg US-Präsident Barack Obama und sprach sich für dessen Wiederwahl aus.

"Ein Zeichen für den Klimawandel"

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg (picture alliance / dpa / EPA / Peter Foley)New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg (picture alliance / dpa / EPA / Peter Foley)
Die Zerstörung, die "Sandy" nach New York und in andere Teile des Nordostens gebracht habe, "hat scharf vor Augen geführt, was bei der Präsidentenwahl am kommenden Dienstag auf dem Spiel steht", schrieb Bloomberg in einem Kommentar für seine gleichnamige Nachrichtenagentur. Der ehemalige Republikaner wies darauf hin, dass die beiden Stürme "Sandy" und "Irene", die New York in diesem und im vergangenen Jahr getroffen hätten, ein Zeichen für den Klimawandel seien. Gewählte Spitzenpolitiker müssten "unverzüglich" handeln.

Nach Jahrzehnten wird wieder über Klimapolitik geredet

Durch Bloombergs Wahlempfehlung gerät der Klimawandel plötzlich zum Wahlkampfthema. In keinem der drei TV-Duelle der beiden Präsidentschaftskandidaten wurde über die Erderwärmung gesprochen. So war es immer, seit 1988.

Lob auch von New Jerseys Gouverneur Christie

Bereits am Mittwoch hatte der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, für Aufsehen gesorgt. Der 50-Jährige - eigentlich ein Romney-Unterstützer - begleitete Obama nicht nur bei seinem Besuch der Sturmopfer in New Jersey, sondern lobte den Amtsinhaber auch überschwänglich für sein Krisenmanagement. "Ich kann ihm nicht genug dafür danken", sagte Christie über die zügige Reaktion Obamas.

Arbeitslosigkeit steigt leicht

US-Präsident Obama tröstet Sturmopfer in New Jersey (picture alliance / dpa / Pete Souza)US-Präsident Obama tröstet Sturmopfer in New Jersey (picture alliance / dpa / Pete Souza)Unterdessen nehmen die beiden Kandidaten vier Tage vor der Wahl weiterhin die Swing States ins Visier, also jene Staaten, die nicht mit Sicherheit den Demokraten oder Republikanern zuzuordnen sind und daher am Ende wahlentscheidend sein könnten. In einigen von ihnen, darunter Ohio, lag Obama zuletzt in Umfragen vorn. Doch auch der republikanische Kandidat Mitt Romney versucht Ohio am 6. November zu gewinnen: In der Geschichte der USA hat noch kein republikanischer Präsidentschaftskandidat die Wahl gewonnen, ohne auch in Ohio einen Sieg zu erringen.

Entscheidend dürfte auch der Eindruck in Medien und Bevölkerung über die Lage am US-Arbeitsmarkt sein. Zwar stieg die Arbeitslosenquote für den Monat Oktober auf 7,9 Prozent, 0,1 Prozentpunkt mehr als im Vormonat. Aber die Unternehmen haben nach Angaben des US-Arbeitsministeriums rund 171.000 Stellen mehr geschaffen als gestrichen. Bereits im September lag die Arbeitslosenquote erstmals unter der wichtigen 8-Prozent-Marke. Die schwierige Lage am Jobmarkt ist ein zentrales Thema im Wahlkampf zwischen Obama und seinem republikanischen Herausforderer Romney.

Doch egal, wer von beiden Kandidaten die Wahl gewinnt, der US-Präsident sei fast handlungsunfähig, erklärte der Politologe Josef Braml im Deutschlandfunk. Eigentlich sei das politische System der USA ein Instrument der Machtkontrolle. "Aber dieses System der konkurrierenden, sich gegenseitig kontrollierenden politischen Gewalten ist mittlerweile zu einem System der sich blockierenden Gewalten geworden, und das in einer Zeit, in der Amerika innen- wie außenpolitisch handlungsfähig sein müsste", urteilt Braml.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:30 Uhr Essay und Diskurs

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Sonntagmorgen

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Dein Sonntag

Aus unseren drei Programmen

Nach Yücel-Freilassung"Viele andere sind nach wie vor inhaftiert"

Ein Mann klebt ein Plakat mit der Aufschrift "#FreeThemAll" und "FreeTurkeyMedia" vor dem Start eines Autokorsos für den "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel an einen Pkw.  (PA/dpa/Bodo Marks)

Der Bochumer Politikwissenschaftler Ismail Küpeli mahnt trotz aller Freude über die Freilassung Deniz Yücels, die Lage der Menschenrechte in der Türkei nicht aus dem Blick zu verlieren. Er befürchte, dass andere in der Türkei Inhaftierte vergessen werden könnten, sagte er im Dlf.

Hologram Maya KodesStar aus dem Cyberspace

Nichts an Maya Kodes ist echt. Sie ist eine virtuelle Figur und trotzdem ist sie ein Star in Kanada. Ganz ohne menschliche Unterstützung geht es aber bei den Live-Auftritten nicht: Ihre Stimme leiht ihr eine Sängerin und ihre Bewegungen stammen von einer Tänzerin.

Jonathan McMillan: "Das Ende der Banken"Ist eine Welt ohne Banken möglich?

Das Cover von Jonathan McMillans Buch "Das Ende der Banken", im Hintergrund sind Hände zu sehen, die Münzen auf den Boden werfen. (campus / imago stock&people)

Banken sollen verboten, Bargeld abgeschafft werden und die Bürger kostenlose Finanzspritzen bekommen. Das klingt erst einmal ziemlich utopisch. Doch tatsächlich werden in "Das Ende der Banken" interessante Ideen für eine Zukunft ohne Geldinstitute entwickelt.

Berlinale: DokumentarfilmeBilder für die Gefahr von rechts

Der Dokumentarfilm "When the War comes" von Jan Gebert wird auf der Berlinale in der Reihe "Panorama" gezeigt. (Stanislav Krupař )

Die Gefahr durch rechtspopulistische und -extreme Bewegungen in Europa schlägt sich auch im Programm der Berlinale wider. Vollbild stellt drei Dokumentarfilme vor, die versuchen die Gefahr, die von solchen Stimmungen ausgeht, adäquat abzubilden.

SyrienZwischen roten Linien und internationalen Konflikten

Das Krankenhaus "Sham Surgical" in der syrischen Provinz Idlib wurde durch einen Luftangriff zerstört (AFP / Omar Haj Kadour)

Frankreichs Präsident Macron droht mit einem Militärschlag in Syrien. Sollte Assad der Einsatz von Giftgas nachgewiesen werden, sei für ihn die rote Linie überschritten. Eine Linie, die auch US-Präsident Barack Obama einst beschwor und über die er stolperte.

Geld für Posts und LikesPersönliche Daten als Währung

Menschen kommunizieren mit drahtlosen Technologien  (imago stock&people)

Daten sind das neue Öl. Eine Weisheit des letzten Internetjahrzehnts. Und die Arbeiter auf den neuen "Ölplattformen", das sind wir alle. Sollen wir dafür bezahlt werden? Zumindest ein soziales Netzwerk macht es jetzt vor.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bulgarien  Kritik an Fackelmarsch für Ex-General Lukow in Sofia | mehr

Kulturnachrichten

Nationalisten dringen in russisches Kulturzentrum ein | mehr

 

| mehr