Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Rücktritt von FDP-Chef Rösler deutet sich an

FDP schaut auf die Trümmer ihrer Geschichte

Spitzenkandidat Rainer Brüderle und FDP-Vorsitzender Philipp Rösler zeigen sich über das Wahlergebnis für ihre Partei erschüttert. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Spitzenkandidat Rainer Brüderle und FDP-Vorsitzender Philipp Rösler zeigen sich über das Wahlergebnis für ihre Partei erschüttert. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Entsetzen herrschte bei der FDP. Das Aus für die Partei im Bundestag bedeutet eine Zäsur in der eigenen und in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. FDP-Chef Philipp Rösler zieht Konsequenzen und kündigt offenbar seinen Rücktritt an.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hat FDP-Chef Philipp Rösler seinen Rücktritt nach Angaben von Teilnehmern im Parteipräsidium angekündigt. Dort sei man sich auch darüber einig gewesen, dass der Bundesvorstand geschlossen zurücktreten solle, hieß es weiter.

Die Freie Demokratische Partei muss sich sammeln. Wie konsterniert wirkten die Führungspersonen nach dem gestrigen Wahlabend. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland scheiterte die Partei mit 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde im Bund. Die Liberalen müssen nun an den Neuaufbau ohne Bundestagsmandate gehen. Auch am Tag nach der Wahl fällt es den Protagonisten schwer, sich der Öffentlichkeit zu stellen. Mehrere FDP-Führungskräfte lehnten Interview-Anfragen unseres Senders ab – darunter auch NRW-Landeschef Christian Lindner.

Parteichef Philipp Rösler kündigte bereits politische Konsequenzen an. "Das ist die bitterste, die traurigste Stunde in der Geschichte dieser Freien Demokratischen Partei", sagte er. Es sei eine schlimme Stunde für die FDP, ergänzte Spitzenkandidat und Fraktionschef Rainer Brüderle. Beide übernahmen die politische Verantwortung für das Debakel ihrer Partei - beide deuteten ihren Rücktritt an.

"Zukunft liegt bei Lindner und Kubicki"

Die FDP hatte bis zuletzt um Zweitstimmen von Unions-Anhängern geworben, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dies jedoch abgelehnt. Diese Entscheidung verteidigte die Kanzlerin am Wahlabend, bedauerte aber zugleich das sich da bereits abzeichnende Ausscheiden der FDP. Den Liberalen wird vorgehalten, dass sie sich mit der Zweitstimmen-Kampagne zu klein gemacht hätten. Auch der haushaltspolitische Sprecher der FDP, Jürgen Koppelin, übte Kritik daran. Es habe sich gezeigt, dass Frau Merkel die Stimmen der FDP eben nicht gebraucht habe, sagte er am Morgen im Deutschlandfunk. Man hätte politische Ziele formulieren müssen und den Menschen sagen, warum man liberale Inhalte brauche.

Koppelin, der nicht wieder für den Bundestag kandidiert hat, führte aus, sofern Christian Lindner und der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki wollten, gehöre ihnen die Zukunft in der Partei. Beide hatten bei Landtagswahlen gute Ergebnisse für die FDP eingeholt. Kubicki selbst forderte im Nachrichtensender n-tv den Rücktritt des gesamten Parteivorstands, um eine Neuaufstellung zu ermöglichen. Er sprach sich für Lindner als neuen Parteichef aus. Für eine starke Rolle Lindners plädierte auch FDP-Urgestein Gerhart Baum, früherer Bundesinnenminister: "Es gibt junge Kräfte in der FDP, die jetzt an den Aufbau gehen müssen, unter anderem Herr Lindner", sagte Baum im ARD-Morgenmagazin. Nun sei eine personelle und inhaltliche Zäsur nötig.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:18 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Sonntagsspaziergang

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:30 Uhr Die Reportage

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Joschka Fischer"Marine Le Pen wäre für Deutschland der Super-GAU"

Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sitzt am 12.03.2015 im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Bühne, wo er über sein neues Buch "Scheitert Europa?" spricht. (dpa)

Deutschland könne Europa nicht alleine führen, sagte der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Deutschlandfunk. Von daher sei es für die EU und Deutschland existenziell, dass Marine Le Pen, die Frankreich aus der EU führen will, nicht französische Präsidentin werde. Ein anderer Wahlausgang wäre katastrophal.

Der Adel und der Wald in DeutschlandUnterwegs durch Privatwälder

Philipp zu Guttenberg – Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. (Deutschlandradio / Nana Brink)

Die "Deutschlandrundfahrt" spaziert sowohl mit adeligen Waldbesitzern durch ihr Refugium als auch mit einem Waldphilosophen durch den Dschungel der Eigentumsfragen.

70 Jahre nach der "Aktion Weichsel"Gedenken an die Vertreibung der Ukrainer

Der Marktplatz von Przemysl. (imago/Brockes)

Vor 70 Jahren wurden über 100.000 Ukrainer aus Südostpolen zwangsumgesiedelt. An der sogenannten Aktion Weichsel wurde nun im südostpolnischen Przemyśl gedacht. Doch die nationalkonservative PiS-Regierung will die Erinnerung nicht unterstützen.

Die Lolas 2017Anerkennung für den Autorinnen-Film

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (dpa / Britta Pedersen)

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz - drei Frauen standen vor dem Galapublikum beim deutschen Filmpreis in Berlin auf der Bühne und freuten sich über ihre Lolas. Drei Frauen, die eint, dass sie als Regisseurinnen ihren Stoff selbst entwickelt haben.

NaturphänomeneMacht der Vulkane

Die Isländer behaupten, der Ausbruch einer ihrer Vulkane habe die französische Revolution ausgelöst. Und auch der Machtverlust der Kirche gehe auf das Konto eines Naturereignisses. Klingt abwegig? Ist es nicht: Tatsächlich bestimmen Vulkanausbrüche, Erdbeben und andere Katstrophen seit jeher den Lauf der Geschichte.

Die Lange Nacht über Jim Morrison und den DoorsIch kann alles - ich bin der Eidechsenkönig

Die Bilder der Rockmusiker Jim Morrison (l-r), Elton John und David Bowie des Künstlers Jürgen D.Flohr stehen in der Galerie " Niagara" in Düsseldorf (Foto vom 18.11.2008). Für seine neue Ausstellung in der Galerie "Niagara" in Düsseldorf hatte Flohr einen Zyklus von 12 großformatigen Portraits mit dem Titel "Rockstar Mythen III" geschaffen. Die Bilder, von Hand in Acryl auf Leinwand gemalt, haben alle die Maße 250x150 Zentimeter und zeigen verschiedene Rockstars.  (dpa / picture alliance / Horst Ossinger)

Mit ihrer Mischung aus Jazz und Rock waren die Doors eine der schillerndsten Bands der 60er-Jahre. Und doch waren sie nichts ohne ihren Sänger Jim Morrison (1943 - 1971). Jim Morrison begriff sich als Dichter, seine Texte als Poesie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  May will gleichzeitige Verhandlungen über EU-Austritt und Handelsabkommen | mehr

Kulturnachrichten

Sybille Steinbacher tritt bundesweit erste Holocaust-Professur an  | mehr

 

| mehr