Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ruf nach ganzheitlicher Energiepolitik

Kongress Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin

Von Dorothea Jung

Erneuerbare Energien müssten im Zusammenhang mit konventionell erzeugtem Strom gedacht werden, erklärt Geschäftsführerin Hildegard Müller. (AP)
Erneuerbare Energien müssten im Zusammenhang mit konventionell erzeugtem Strom gedacht werden, erklärt Geschäftsführerin Hildegard Müller. (AP)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt den erwarteten Kompromiss bei der Kürzung der Solarstromförderung. Für Hildegard Müller, die Geschäftsführerin des Verbandes, ist die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern beim Thema Solarstrom aber nur ein Anfang.

Der Verband hält es für unerlässlich, dass Bund und Länder in Zukunft ganz generell besser zusammenarbeiten.

Hildegard Müller: "Wir brauchen nicht 16 Einzelplane in 16 Bundesländern, die dann nach Landtagswahlen wieder korrigiert werden. Wir brauchen auch keine Energiepolitik in den Bundesländern, die ähnlich, wie einst die Bildungspolitik, zum Lieblingsspielball der Landesregierungen wird, ideologisch aufgeladen und insgesamt nicht durchdacht. Was wir brauchen ist ein Plan, ein gemeinsamer Plan für Deutschland, ein Konzept, eingebettet in den europäischen Binnenmarkt für Strom und Gas."

Laut Hildegard Müller muss die Politik in Zukunft stärker ganzheitlich agieren. Das heißt: Erneuerbare Energien im Zusammenhang denken mit konventionell erzeugtem Strom und im Zusammenhang mit weiteren Energieträgern wie zum Beispiel dem Gas.

Aber ein Modell der Zukunft muss nach Auffassung des Verbandes gleichzeitig ein quantitatives Wachstum erneuerbarer Energien möglich machen:

"Denn nur so können wir die klimapolitischen Ziele erreichen. Das Modell der Zukunft muss so konstruiert sein, dass es anpassungsfähig ist an ein europäisches Modell, denn nur so können wir eine effiziente Versorgung sicherstellen. Es muss so konstruiert sein, dass es Innovationen fördert, denn nur so können wir die Komponenten zum Beispiel zur Sicherstellung von Systemdienstleistungen entwickeln, die wir brauchen."

Kurz: Der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft fordert geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Was ihm besonders wichtig ist: Wenn nicht ausreichend Stromnetze zur Verfügung stünden, dann dürfe es auch keinen Einspeisevorrang für erneuerbare Energien geben.

"Dann muss die Ausbauampel von Grün auf Gelb oder sogar auf Rot geschaltet werden. Abgeregelt, aber teuer bezahlt, das darf nicht der Slogan der deutschen Energiewende werden, meine Damen und Herren. Riesige Kapazitäten aufzubauen, die nicht genutzt werden können, der Nutzung immens teure und komplizierte Ausreichslegung erfordert, das meine Damen und Herren, ist absurd."


Der zukünftige Strommarkt müsse sich stärker an Wettbewerb und Kosteneffizienz orientieren, sagte Verbandspräsident Ewald Woste. Aber ohne die Bürger werde es nicht gehen:

"Wir verändern hier eine komplette Produktionsstruktur Energieversorgung oder Produktion wird wahrnehmbar werden für die Bürger durch Windparks, durch Photovoltaik und auch durch Netzausbau. Das wird die Gesellschaft belasten, das wird extreme Diskussionen geben. Und der wichtigste Punkt ist, dass wir die Menschen mitnehmen müssen."

Bundesumweltminister Peter Altmeier, der später am Tag zum Kongress stieß, hielt die Forderungen des Verbanden in vielen Punkten für nachvollziehbar.
"Wir brauchen einen nationalen Energiekonsens", sagte er. Bisher habe die Politik zu sehr auf den schnellen und umfassenden Ausbau der erneuerbaren Energien geschaut. Künftig müsse das Gesamtsystem im Vordergrund stehen.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
Kürzung der Solarförderung - Folgen für Verbraucher - DLF, Umwelt und Verbraucher vom 27.6.2012)
"Keine Energiewende am Ende für den Verbraucher noch viel teurer" - LichtBlick-Vorstand will Stromsparen belohnen - (DKultur, Interview vom 7.6.2012)
Auf der Suche nach der Energiewende - Fahren Sie mit nach umsteigerland.com

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

InternetDer Lifestyle der Zukunft

Ein Besucher erlebt Virtual Reality beim Hewlett Packard Enterprise Experience Center of Futre Cities in Qingao, China, am 16.11.2016. (imago / Zuma Press)

Auch im Lifestylebereich wird im Internet an der Zukunft gebastelt. Die "Echtzeit" schaut auf "Instawalks" genannte Kreativspaziergänge, auf Foodfilme, die Kochbüchern Konkurrenz machen, Sex in der virtuellen Welt und auf Verbesserungen beim Online-Shopping.

SafeshortsLaufhose schlägt Alarm bei sexueller Gewalt

Sandra Seilz verkauft Sporthosen, die Frauen vor sexueller Gewalt schützen sollen. Die Safeshorts, die sie auch selbst erfunden hat, haben einige technische Tricks, die sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen verhindern sollen.

SOHN über die Rechten und "Rennen""Meine Generation will nicht hinschauen"

Sänger Christopher Taylor (SOHN / Sohn) während eines Auftrittes im Rahmen des Melt! Festival 2014 am 20.07.2014 in Ferropolis, Gräfenhainichen.  (imago / StarMedia)

Den Aufstieg der politischen Rechten könne man nicht behandeln, als ginge es um ein Facebook-Like, sagte Christopher Taylor alias SOHN im DLF. Dass eine Generation nicht hinsehen wolle, habe es in der Geschichte schon mal gegeben. Der Brexit, Trump und die Ausländerfeindlichkeit hätten ihn zu einem Song auf seinem neuen Album "Rennen inspiriert.

Sundance-Filmfestival eröffnetWeltpremiere von Helene Hegemanns "Axolotl Overkill"

Jasna Fritzi Bauer als Mifti in "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann (© 2017 Constantin Film Verleih GmbH / Lina Grün)

Das Sundance Filmfestival in Utah ist eröffnet. Am heutigen Samstag war dort "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann als deutscher Beitrag im internationalen Wettbewerb zu sehen. Wir waren bei der Premiere.

US-AuslandssenderSorgen um die Zukunft unter Trump

Logo and satellite dishes at the headquarters of Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) in Prague, Czech Republic, July 18, 2013. (picture alliance / dpa / Martin Sterba)

Radio Free Europe gibt es seit 1950, es soll unabhängigen Journalismus für Osteuropa und darüber hinaus garantieren. Doch mit dem Amtsantritt von Donald Trump gibt es nun Zukunftssorgen beim US-Auslandsrundfunk - denn der Präsident kann dort direkt eingreifen.

Projekt TundukAbenteuer-Skifahren in Kirgistan

Eisige Kälte, Nächte im Zelt, Tage ohne Dusche oder Toilette. Wer Bock auf Skifahren und Abenteuer hat, liegt mit einer Tour nach Kirgistan genau richtig. Marco Senteler hat dafür das Projekt Tunduk gegründet und will mehr Touristen im Winter in die zentralasiatische Republik locken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Maghreb-Staaten  Hannelore Kraft kritisiert Rücknahme-Abkommen | mehr

Kulturnachrichten

Sächsischer Lessing-Preis an Kurt Drawert  | mehr

Wissensnachrichten

Navigation  Ameisen finden den Weg auch rückwärts | mehr