Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Runder Tisch zu missbrauchten Heimkindern

Vorsitzende Vollmer: Kinder leiden unter "unglaublicher Ohnmacht"

Unter Leitung der Grünen-Politikerin Antje Vollmer tagt heute erstmals der Runde Tisch zur Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger Heimkinder. Opfern, Richter, Jugendämter und Kirchenvertreter nehmen teil. In den 50er und 60er Jahren sollen etliche Heimkinder geschlagen, zur Arbeit gezwungen und sexuell misshandelt worden sein.

Rund 80 Prozent dieser Heime waren in kirchlicher Trägerschaft. 2004 gründete sich der "Verein ehemaliger Heimkinder" in Deutschland und wandte sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags. Seit 2006 befasst dieser sich mit dem Heimkinder-Problem, hört Beteiligte an und beschließt im November letzten Jahres einmütig: Ein Runder Tisch unter Leitung Antje Vollmers soll Licht ins Dunkel der deutschen Heimerziehung bringen.

Die Grünen-Politikerin hält eine Entschädigung der Betroffenen für möglich. Allerdings müssten dafür neue gesetzliche Regelungen getroffen werden. Vollmer zeigte sich im Deutschlandfunk-Interview von den Einzelschicksalen erschüttert.

Der Spiegel-Autor und Autor des Buches "Schläge im Namen des Herrn", Peter Wensierski, fordert, dass die in kirchlich getragenen Heimen missbrauchten Menschen ihre Würde zurückbekommen. Der heutige Runde Tisch solle eine Anlaufstelle für alle Betroffenen bilden.

Bereits vor drei Wochen hatte der Grünen-Obmann im Bundestagspetitionsausschuss, Josef Winkler, die massiven Menschenrechtsverletzungen in den Kinderheimen kritisiert. Winkler hatte für eine pauschale Entschädigungslösung plädiert. Jetzt hofft er, dass der Runde Tisch die Aufarbeitung der Fälle vorantreibt, sagte Winkler im Deutschlandradio Kultur.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

100 Jahre Schlacht von VerdunDas deutsch-französische Verhältnis ist gestörter denn je

Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel - voneinander abgewandt (imago / Belga)

In der Energie- und Umweltpolitik: nur Gegensätze und Konflikte. Aber auch in der Außenpolitik sucht man vergeblich nach Gemeinsamkeiten. Deutschland und Frankreich sind weit auseinander gerückt, meint der Historiker Klaus Manfrass.

Präsidentschaftskandidat TrumpTweets statt Sicherheitspolitik

Donald Trump bei einer Rede nach den Vorwahlen in Indiana. (picture alliance / dpa / Justin Lane)

Donald Trump hat es geschafft: Nach aktuellen Zählungen wird er der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Am Rande des G7-Gipfels zeigte sich Präsident Barack Obama besorgt. Er sei mehr an Schlagzeilen und Tweets interessiert, statt an Amerikas Sicherheit zu denken.

TunnelbauAugen zu und durch den Gotthardt

Mineure warten am 7.11.2002 im Gotthard-Basistunnel bei Bodio auf die Inbetriebnahme der 400 Meter langen und 3000 Tonnen schweren Tunnelfr (picture-alliance / dpa/Keystone Karl Mathis)

17 Jahre nach der ersten Sprengung eröffnet die Schweiz am 1. Juni 2016 den Gotthard-Basistunnel als längsten Eisenbahntunnel der Welt. Genau genommen sind es zwei Röhren, die das Sankt-Gotthard-Massiv durchstoßen. Möglich wurde das Mammutprojekt durch den Einsatz einer besonderen Tunnelbohrmaschine.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Hiroshima  Obama gedenkt der Opfer des Atombomben-Abwurfs | mehr

Kulturnachrichten

Deutscher Pavillon auf Architektur-Biennale in Venedig vorgestellt  | mehr

Wissensnachrichten

Ist das Kunst?  Besucher fallen auf Brillen-Streich herein | mehr