Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Saddam Hussein hingerichtet

US-Präsident Bush: "Meilenstein auf dem Weg zu einem demokratischen Irak"

Saddam Hussein auf der Anklagebank in Bagdad, Irak (AP)
Saddam Hussein auf der Anklagebank in Bagdad, Irak (AP)

Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein ist hingerichtet worden. Nach Angaben des irakischen Außenministeriums wurde der 69-Jährige Samstag früh um 6:00 Uhr Ortszeit gehängt. Ein irakisches Sondertribunal hatte den Ex-Staatschef Anfang November wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.

Am Dienstag hatte das Berufungsgericht das Urteil bestätigt. Saddam wurde das Massaker im schiitischen Ort Dudschail im Jahr 1982 zur Last gelegt. Die Hinrichtung Husseins hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. US-Präsident George Bush sprach von einem "Meilenstein auf dem Weg zu einem demokratischen Irak". Die Gewalt im Irak werde aber nicht enden. Die US-Streitkräfte im Irak wurden in Alarmbereitschaft gesetzt.

In der arabischen Welt gab es unterschiedliche Reaktionen. Der palästinensische Arbeitsminister Barghuti sagte, die Hamas sei mit Saddam oft nicht einer Meinung gewesen, seine Hinrichtung aber sei falsch. Libyen rief eine dreitätige Trauer aus. Im Iran dagegen wurde die Vollstreckung des Todesurteils begrüßt. Jetzt sei die Geschichte eines der kriminellsten Diktatoren der Welt beendet, hieß es im staatlichen Fernsehen. Der Vatikan nannte Saddams Ende tragisch. Dies werde nicht zur Versöhnung der irakischen Gesellschaft beitragen.

Für die Bundesregierung erklärte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Erler, es bestünden zwar keine Zweifel an den Verbrechen Saddams. Dennoch bleibe die Bundesregierung bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung der Todesstrafe. Der sozialdemokratische Europaabgeordnete Martin Schulz warnte vor neuen Unruhen. Ein staatlich sanktionierter Mord könne nicht zur Befriedung des Landes beitragen, sagte er im Deutschlandfunk. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, der CDU-Politiker Polenz, äußerte die Hoffnung, dass die irakische Regierung nun auf die ehemaligen Anhänger Saddam Husseins zugehe.

Im ganzen Land wurden die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. In der schiitischen Stadt Kufa explodierte nur wenige Stunden nach der Hinrichtung eine Autobombe. Dabei gab es nach Angaben aus dem Innenministerium 30 Tote und 45 Verletzte.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:20 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Atelier neuer Musik

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 21:30 Uhr Die besondere Aufnahme

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Friedhöfe in AfghanstanEntspannend und beklemmend zugleich

Auf diesen kahlen Berghängen am äußerten, südöstlichen Stadtrand von Kabul begräbt die afghanische Hauptstadt ihre Selbstmordattentäter. (Deutschlandradio - Sandra Petersmann)

Flanierende Pärchen, spielende Kinder, plaudernde Gruppen: Am Wochenende sind die Friedhöfe in Afghanistan voller Menschen. Für sie sind die Grabstätten Orte der Ruhe und der Entspannung. Mit einer Ausnahme: der Friedhof der Selbstmörder am Rande der Kabuls.

PsychologieAusgrenzung beginnt im Kopf

Wir alle haben Vorurteile. Dafür können wir nicht mal was. Unser Gehirn hat nämlich automatisierte Arbeitsroutinen, die zwar nützlich sind, aber eben auch Stereotype und Vorurteile fördern. Allerdings: Wir sind unseren Synapsen nicht hilflos ausgeliefert.

James McBride: "Kill 'Em and Leave"James-Brown-Biografie vom Fan

Der Soulsänger James Brown bei einem Auftritt am Mikrofon. (MICHAL CIZEK / AFP)

James Brown ist der Mann der Spitznamen: "Mr. Dynamite", "The Hardest Working Man in Show Business", "Soul Brother Number One", "Godfather of Soul". "Kill Em´or Leave" heißt eine neue Biografie von James McBride. Missverstanden und einsam sei Brown gewesen, so der Autor.

Claudia Roth zur Türkei"Eine unvorstellbare Entrechtung des Rechts"

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), äußert sich am 30.05.2016 in Berlin zum Thema Rassismus. (dpa)

In der Türkei sei "eine Art ziviler Putsch in Richtung eines autokratischen Präsidialsystems" in Gange. "Man könnte es auch als Diktatur bezeichnen", sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) im DLF. In dieser Lage müssten die Bundesregierung, die Europäische Union und auch die Nato klare Worte finden.

Terror in DeutschlandNicht in Hysterie verfallen

Vor dem Olympia Einkaufszentrum liegen Blumen, es brennen Kerzen. (picture-alliance / dpa / Felix Hörhager)

Die Angst oder zumindest die Sorge vor weiteren Anschlägen ist allgegenwärtig. Aber wir dürfen jetzt nicht in Hysterie verfallen, meint Marie Sagenschneider, Wortchefin von Deutschlandradio Kultur. Die größte Gefahr bestehe in einer Überreaktion.

Ermittlungen im Darknet"Uns als Polizei sind da Grenzen gesetzt"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Das Darknet sei ursprünglich geschaffen worden, damit Bürger von Unrechtsstaaten ihre Meinung frei äußern könnten, sagte der Cyberexperte Frank Scheulen vom nordrhein-westfälischen LKA im DLF. Zunehmend hielten sich in dem separaten Bereich des Internets aber auch Kriminelle auf. Für die Polizei sei es schwierig, gegen sie vorzugehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Erdogan kündigt Schließung von Militärakademien an | mehr

Kulturnachrichten

Regisseur Erpulat: Türkei bald ohne Theater?  | mehr

Wissensnachrichten

Beziehungen  Beim Streiten an die Zukunft denken | mehr