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Salafisten verschenken erneut Koran-Exemplare

Innenpolitiker fordern erhöhte Wachsamkeit

in Mann liest in Wuppertal im Rahmen einer Koran-Verteilung aus dem Koran (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)
in Mann liest in Wuppertal im Rahmen einer Koran-Verteilung aus dem Koran (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

In mehreren deutschen Städten haben radikale Islamisten kostenlos Korane verteilt. Zu Zwischenfällen kam es offenbar nicht. Und dennoch: Die Innenpolitiker sind besorgt. BKA-Chef Ziercke verlangt ein härteres Vorgehen des Staates.

Radikal-islamische Salafisten haben ihre umstrittene Koran-Aktion in mehreren deutschen Städten fortgesetzt. Unter anderem am Potsdamer Platz in Berlin und in den Fußgängerzonen von Hannover und Kassel verschenkten sie Korane an Passanten. Mit der Aktion "Lies!" wollen die Salafisten Nichtmuslime missionieren. Insgesamt sollten an diesem Wochenende in 38 Städten "Info-Stände" aufgebaut werden.

Die Diskussion um den richtigen politischen Umgang mit den Salafisten geht unterdessen weiter. Der innenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Hans-Peter Uhl, fordert die "minutiöse Überwachung" der Salafisten in Deutschland durch den Verfassungsschutz. "Die Lage hat sich verschärft, und die Bewertung dieser Personen ist durch ihr Verhalten noch bestätigt worden", sagte der CSU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, fordert ein härteres Vorgehen des Staates gegen die Salafisten. "Ich bin der Meinung, dass eine stärkere Aufklärung über die wahren Absichten der Salafisten erforderlich ist", sagte er der "Welt am Sonntag".

Ziercke zog Parallelen zwischen Salafismus und Terrorismus. "Dass der Salafismus mit seiner Ideologie zum Radikalisierungsprozess von Menschen beitragen kann, hat beispielsweise der Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen im letzten Jahr gezeigt", sagte der BKA-Chef.

Zuvor hatte bereits der Grünen-Politiker Volker Beck dafür plädiert, die Salafisten genau zu beobachten. Zudem müssten die Moscheegemeinden ihre Mitglieder darauf hinweisen, was für eine Ideologie hinter den Aktionen der Salafisten stecke und dass diese nichts mit dem Islam zu tun habe, sagte Beck im Deutschlandfunk.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

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