Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Samaras verspricht Rückzahlung aller Hilfskredite

Eurogruppenchef Juncker nimmt Griechen in die Pflicht

Die Deutschen bekommen ihr Geld zurück, verspricht Griechenlands Premier Antonis Samaras
Die Deutschen bekommen ihr Geld zurück, verspricht Griechenlands Premier Antonis Samaras (picture alliance / dpa / Simela Pantzartzi)

Griechenland will seine Anstrengungen im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise fortsetzen. Regierungschef Antonis Samaras verspricht den Deutschen zudem, sämtliche Hilfskredite zurückzuzahlen. Eurogruppenchef Juncker hingegen wähnt das Land in einer Glaubwürdigkeitskrise.

Griechenland habe sich zu entsprechenden Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise verpflichtet und werde diese auch umsetzen, sagte Regierungschef Samaras nach Beratungen mit Eurogruppenchef Juncker in Athen. Sein Land werde sich verändern, sowohl politisch als auch wirtschaftlich und sozial. Das jüngste, rund 11,5 Milliarden Euro schwere Sparpaket solle innerhalb der nächsten Wochen unter Dach und Fach gebracht werden. Griechenland werde alle mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele erreichen. Den Gläubigern versprach Samaras zudem die Rückzahlung aller Hilfskredite. "Das garantiere ich persönlich", sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Griechenland befindet sich in Glaubwürdigkeitskrise

Eurogruppen-Chef Jean-Claude JunckerEurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker (picture alliance / dpa / EPA / Olivier Hoslet)Eurogruppenchef Juncker rief die Griechen nach dem Treffen mit Samaras auf, jetzt nicht die letzte Chance zu verspielen. "Ich glaube, was die unmittelbare Zukunft betrifft, so ist der Ball jetzt in der griechischen Hälfte des Spielfeldes", sagte Juncker. Das Land müsse weitere Anstrengungen zur Bewältigung der hohen Verschuldung unternehmen. "Der Privatisierungsprozess, der versprochen wurde, muss neu gestartet werden." Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone wies Juncker erneut zurück. Ein solcher Austritt würde die gesamte Währungsunion gefährden, warnte er. Juncker betonte allerdings, Griechenland leide unter einer Glaubwürdigkeitskrise. Bereits vor dem Treffen hatte Juncker erklärt, die Eurostaaten würden frühestens im Oktober über neue Hilfen für Griechenland entscheiden. Zunächst müsse der Bericht der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vorliegen.

Samaras zu Gesprächen in Berlin erwartet

Samaras wird am Freitag zu Gesprächen mit Angela Merkel in Berlin erwartet. Die Kanzlerin betonte bereits, dass es bei ihrem Treffen mit Samaras keine Lösungen geben werde. Entscheidungen könnten erst getroffen werden, wenn der Bericht der Troika vorliege. Zugleich erklärte Merkel bei einem Besuch in der Republik Moldau, in der Eurozone müsse jeder Partner seine Verpflichtungen einhalten. Dies gelte auch für Griechenland.


Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:


Diskussionen und Sparpläne zur Euro-Rettung
- Griechenland verhandelt über Milliarden-Sparprogramm
Barroso drängt Griechenland zur Umsetzung der Sparmaßnahmen - EU-Kommissionschef spricht sich für Verbleib Athens in Eurozone aus
Troika kontrolliert erneut Griechenland - Medien: Viele rote Karten für Athen
Geduld mit Griechenland am Ende - Geldgeber denken an Staatsbankrott und Euro-Austritt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Neuer EU-KommissarLord Hill - der gute Zuhörer

Porträt Jonathan Hill

Der umstrittene designierte EU-Finanzkommissar Jonathan Hill ist in Großbritannien kein politisches Schwergewicht. Um den Posten in Brüssel hat sich der Konservative offenbar nicht gerissen. Seine Haltung zu Europa blieb bis dato undurchsichtig.

MaklergebührWer bestellt, der bezahlt

Besonders in Ballungszentren ist der Bedarf an Wohnungen gestiegen

Ein Makler wird künftig von demjenigen bezahlt, in dessen Auftrag er arbeitet. Endlich, meint Stefan Maas. Bisher tragen meist die Mieter bei Vertragsabschluss die Kosten, auch wenn der Makler vom Vermieter beauftragt wurde.

UrlaubVegetarier auf Reisen

Wenn Vegetarier verreisen, kann das bisweilen ein bisschen kompliziert werden: In Argentinien zum Beispiel gibt es kaum ein Gericht ohne Rindfleisch. Besser ist man da schon in Indien unterwegs, denn die Inder essen selbst kaum Fleisch.

Brandenburg Keine Alpen, keine Ostsee, aber auch ganz schön

Die uckermärkische Landschaft nahe Altkünkendorf (Brandenburg).

Weite Felder, zahlreiche Seen und Flüsse, endlose Alleen - die rund 2,5 Millionen Märker haben Platz und viel Natur. Vielleicht erscheinen sie auch deshalb manchmal als ein wenig wortkarg. Eine Spurensuche zwischen Mühlberg im Norden und der Lausitz im Süden.

MeerestiereStress lass nach

Der permanente Schiffslärm schädigt Haarzellen im Ohr von Fischen und anderen Meeresbewohnern. Dadurch werden viele dieser Tiere schwerhörig. Die Futtersucher wird dadurch schwieriger. Noch direkter sind Fische betroffen, die über Laute miteinander kommunizieren.

Live-DokumentationDie 4. Sportkonferenz im Deutschlandfunk

DLF-Redakteur Philipp May (l.) mit Thomas Lange (M.) und Peter-Michael Kolbe

Seit 15.30 Uhr läuft die 4. Sportkonferenz im Deutschlandfunk "Erfolg ohne Grenzen? - Der deutsche Spitzensport 25 Jahre nach dem Mauerfall". An dieser Stelle können Sie nachlesen, was im Kammermusiksaal im Kölner Funkhaus präsentiert, diskutiert und hinterfragt wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

IS-Miliz  rückt weiter auf syrische Grenzstadt Kobane vor | mehr

Kulturnachrichten

Literaturpreis  für Katja Petrowskaja | mehr

Wissensnachrichten

Epigenetik  Heuschrecken hören anders, wenn sie in Schwärmen fliegen | mehr