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Sandy hinterlässt Chaos

An der US-Ostküste beginnen die Aufräumarbeiten

Hochwasser in New Jersey (picture alliance / dpa / Kena Betancur)
Hochwasser in New Jersey (picture alliance / dpa / Kena Betancur)

Vor allem in New York und in New Jersey richtete der Sturm große Schäden an. Dort sind viele Häuser, Straßen sowie Stromleitungen zerstört. Experten schätzen den wirtschaftlichen Gesamtschaden auf bis zu 50 Milliarden Dollar.

Die Städte an der US-Ostküste bemühen sich nach dem Durchzug des Hurrikans "Sandy"um eine Rückkehr zur Normalität, berichtet unser Korrespondent Marcus Pindur im Deutschlandradio Kultur. Nach Angaben der zuständigen Behörden wollen die ersten Flughäfen den Betrieb mit Einschränkungen wieder aufnehmen, darunter der John F. Kennedy Airport in New York sowie der Newark International Airport in New Jersey.

Rückkehr zur Normalität

Überall dort, wo es funktionierende öffentliche Steckdosen gibt - auf den Straßen, in Hotellobbys oder Cafes - finden sich Menschen in Gruppen zusammen, um ihre Laptops und Handys aufzuladen, berichtet Korrespondentin Claudia Sarre im Deutschlandfunk. Auch wenn die für heute geplante traditionelle Halloweenparade abgesagt ist, machen die Bewohner des Big Apple das Beste aus ihrem Schicksal.

Vielerorts ist das tatsächliche Ausmaß der Zerstörung noch immer ungewiss. Millionen Haushalte sind weiter von der Energieversorgung abgeschnitten. Die Regierung in Washington stellte Soforthilfen für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln zur Verfügung. Die Zahl der Toten in den USA stieg Medienberichten zufolge auf mindestens 50, mehr als 8,2 Millionen Menschen im gesamten Osten des Landes saßen im Dunkeln, Fluggesellschaften mussten über 18.000 Flüge streichen.

Aufräumarbeiten in vollem Gange

Feuerwehrleute in Brooklyn (New York) inspizieren von Bäumen getroffene Häuser (picture alliance / dpa / Justin Lane)Feuerwehrleute in Brooklyn (New York) inspizieren von Bäumen getroffene Häuser (picture alliance / dpa / Justin Lane)Die Skyline von New York habe wie "ausgeknipst" ausgesehen, schildert Nana Brink, Deutschlandradio-Korrespondentin, ihre Eindrücke.

Bürgermeister Michael Bloomberg setzte die Zahl der Todesfälle in seiner Stadt auf 22: "Wir haben zwei große Herausforderungen zu bewältigen: Unseren öffentlichen Nahverkehr wieder zum laufen zu bekommen und wieder Strom zu haben". Am Mittwoch, so kündigte Bürgermeister Bloomberg an, soll New York wieder zurück im Geschäft sein. Kinder haben zwar weiterhin schulfrei und viele Behörden bleiben geschlossen. Aber seit Dienstagabend fahren wieder Busse und auch die Börse an der Wall Street öffnet nach zweitägigen Zwangspause wieder. Sogar der New York Marathon am Sonntag soll planmäßig stattfinden.

Im Verlauf des Mittwochs sollen wieder erste Fähren in New York fahren. Die Verbindungen nach New Jersey würden teilweise wieder aufgenommen, teilte die zuständige Behörde mit. Wann allerdings auch die Fähren über den East River, die die Insel Manhattan mit dem Stadtteil Brooklyn verbinden, wieder in Betrieb gehen können, sagte die Behörde nicht.

Wahlkampfpause wegen Sandy

US-Präsident Barack Obama während eines Briefings zum Hurrikan Sandy (picture alliance / dpa / Dennis Brack)US-Präsident Barack Obama während eines Briefings zum Hurrikan "Sandy". (picture alliance / dpa / Dennis Brack)Präsident Barack Obama rief für New York und Long Island den Notstand aus. Er sagte alle Wahlkampfauftritte ab und bleibt vorerst im Weißen Haus, um das Krisenmanagement zu koordinieren. Der US-Präsident will sich im Laufe des Tages im ebenfalls besonders schwer betroffenen Bundesstaat New Jersey ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen.

In New Jersey, wo der Sturm am Montagabend (Ortszeit) auf Land getroffen war, versuchten Einsatzkräfte Hunderte Menschen zu retten, nachdem dort eine Sturmflut zwei Städte unter Wasser gesetzt hatte. "Das Ausmaß der Zerstörung an der Küste von New Jersey gehört zum schlimmsten, was wir jemals gesehen haben", sagte der Gouverneur Chris Christie.

Dass "Sandy” Präsident Obama für die Wahl nächste Woche Rückenwind verschaffen könne, sei zu bezweifeln, kommentiert Nana Brink im Deutschlandfunk. Sowohl Obama als auch sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney seien peinlich bemüht gewesen, diese Naturkatastrophe nicht politisch zu instrumentalisieren – was in den USA auch nicht gut ankommen würde, meint Brink.

Sandy: weitere Überschwemmungen und heftiger Regen erwartet

NASA-Bild von Hurricane Sandy (picture alliance / dpa /NASA)NASA-Bild von Hurricane "Sandy". (picture alliance / dpa /NASA)"Sandy" gehört zu den wohl größten Wirbelstürmen über dem Atlantik seit Beginn der Messungen. Vom Auge des Sturms bis zu seinen entferntesten Ausläufern liegen mehr als 800 Kilometer - ein enormes Ausmaß, für das Sandy als einmalig eingestuft wird.

Auf seinem Weg über Pennsylvania und den Westen des Staates New York, den er am Mittwochmorgen (Ortszeit) erreichen sollte, schwächte sich "Sandy" ab, dürfte aber nach Ansicht von Meteorologen weitere Überschwemmungen und heftigen Regen verursachen.

Derweil rechnete der Informationsdienst IHS Global Insight im Nordosten der USA mit einem wirtschaftlichen Gesamtschaden von bis zu 50 Milliarden Dollar durch "Sandy". Die direkten Schäden könnten sich auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen, sowie Gewinneinbußen auf bis zu 30 Milliarden Dollar. Nach Auffassung von Ökonomen dürfte der Sturm der Volkswirtschaft der USA langfristig allerdings keinen weiteren Schaden zufügen.

Mehr zum Thema bei dradio:

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"Wir sind sicher" vor Hurrikanen - Kieler Klimaforscher hält einen Sturm wie Sandy in Deutschland für ausgeschlossen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

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