Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Sandy" zieht landeinwärts

Wirbelsturm verlässt US-Küstenlinie

Überschwemmungen durch "Sandy" im New Yorker Stadtteil Brooklyn. (picture alliance / dpa /Justin Lane)
Überschwemmungen durch "Sandy" im New Yorker Stadtteil Brooklyn. (picture alliance / dpa /Justin Lane)

Mit einem Tempo von nur 30 Stundenkilometern, aber über vier Mal so heftigen Orkanböen bewegt sich der Sturm "Sandy" über den Osten der USA. Hinter sich lässt er eine Spur der Verwüstung mit Überflutungen, massiven Stromausfällen und mindestens 15 Toten.

"Das ist ein Sturm, der hoffentlich nur einmal im Leben kommt", so fasst es der Meteorologe Jeffrey Tongue vom staatlichen Wetterdienst zusammen. Die Nacht über wütete "Sandy" in den Bundesstaaten an der amerikanischen Ostküste. Über sechs Millionen Menschen mussten währenddessen ohne Strom auskommen, mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus.

Die Skyline von New York habe wie "ausgeknipst" ausgesehen, schildert Nana Brink, Deutschlandradio-Korrespondentin, ihre Eindrücke aus den vergangenen Stunden. In den Höhenzügen der Appalachen setzten unterdessen starke Schneefälle ein, damit reicht das mit dem Sturm zusammenhängende Unwetter bis weit ins Landesinnere.

In der Nacht liegen in New York, USA, vom Sturm gebrochene Äste und Blätter auf Autos. (picture alliance / dpa / Chris Melzer)In der Nacht liegen in New York, USA, vom Sturm gebrochene Äste und Blätter auf Autos. (picture alliance / dpa / Chris Melzer)Derzeit bewegt sich der Sturm von Philadelphia aus nordwestwärts in Richtung der Großen Seen. Den Wetterprognosen des Nationalen Hurrikan-Zentrums zufolge wird er am Abend nach Norden drehen und sich dann auf Kanada zubewegen.

Auswirkungen des Sturms SandyTeile New Yorks wurden von hohen Flutwellen überschwemmt. U-Bahn-Schächte und Straßentunnel liefen voll. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt war schon vorsorglich komplett eingestellt worden. An der Südspitze von Manhattan hatte die Flutwelle in der Nacht eine maximale Höhe von 4,30 Meter erreicht, ein Stand, der dort seit 1960 nicht gemessen worden war. Der Pegel fällt seitdem wieder, gleichwohl melden drei Ortschaften im benachbarten New Jersey einen Deichbruch. Dort sind Evakuierungen im Gange.

Mehrere Menschen starben in der Nacht durch umstürzende Bäume oder wurden von Ästen getroffen, die Dächer durchschlugen. Der Sender CNN gibt die Zahl der Toten landesweit mittlerweile mit 15 an.

Windgeschwindigkeiten bis 140 km/h

Feuerwehrleute in Brooklyn (New York) inspizieren von Bäumen getroffene Häuser (picture alliance / dpa / Justin Lane)Feuerwehrleute in Brooklyn (New York) inspizieren von Bäumen getroffene Häuser (picture alliance / dpa / Justin Lane)New York SandyGegen Mitternacht deutscher Zeit hatte der Sturm das US-Festland erreicht, in der Nähe von Atlantic City. Dort zerstörte "Sandy" Teile der berühmten Strandpromenade.

Im ältesten laufenden Atomkraftwerk des Landes, dem AKW Oyster Creek im Bundesstaat New Jersey, wurde Alarm ausgelöst. Wegen des steigenden Wasserpegels könne es am Abklingbecken für die Brennstäbe Probleme geben, teilten die Behörden mit. Das Kraftwerk sei zum Zeitpunkt des Alarms aber bereits abgestellt gewesen.

"Sandy" gilt als einer der größten Wirbelstürme seit Beginn der Messungen. Auf seinem Weg durch die Karibik hatte er bereits 67 Menschen getötet. Die Schäden durch den Sturm könnten zwischen zehn und 20 Milliarden Dollar liegen. Damit wäre "Sandy" eine der teuersten Naturkatastrophen der US-Geschichte.

Mehr dazu auf dradio.de:

Sonnenaufgang in Manhattan - nach "Sandy" - Gespräch mit unserem Korrespondenten Jürgen Kalwa

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Sprechstunde

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:07 Uhr Lesart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

US-Präsidentschaftswahl"Über Gerechtigkeit muss auch in Deutschland gesprochen werden"

Knut Fleckenstein, EU-Abgeordneter der SPD (picture alliance/dpa/Markus Scholz)

Dem unterlegenen Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Bernie Sanders, sei es gelungen, die Gräben in der Partei zuzuschütten, sagte Knut Fleckenstein (SPD) im DLF. Auch die SPD brauche so einen charismatischen Politiker.

Bittere ErfahrungenWas die USA über Amokläufe wissen

Polizisten am Tatort der Columbine High School (dpa/picture alliance/Mark Leffingwell)

In keinem Land gibt es so viele Amokläufe und Massen-Tötungen wie in den USA. Und nach jeder Tat gibt es eine neue Debatte, was man dagegen tun kann. Allerdings sucht die Wissenschaft noch immer nach einer klaren Antwort.

FlüchtlingspolitikEs fehlt "Common Sense"!

Integrationskurs in Hannover (dpa / picture-alliance / Julian Stratenschulte)

Die Skeptiker profitieren davon, dass Migration und Integration kontrovers diskutiert werden: Das meint der Unternehmensethiker Erik von Grawert-May, denn die Gesellschaft habe jenen "Common Sense" verloren, der bei früheren Bevölkerungswanderungen hilfreich gewesen sei.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

US-Demokraten  Sanders ruft zur Wahl von Clinton auf | mehr

Kulturnachrichten

Großer Applaus für Laufenbergs "Parsifal" in Bayreuth  | mehr

Wissensnachrichten

Anti-Ransomware-Programm  Europol gegen Netz-Erpressungen | mehr