Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Sarrazin lehnt SPD-Austritt ab

Kritik an dem umstrittenen Bundesbänker mehrt sich

Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.  (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat Forderungen nach einem Austritt aus der SPD zurückgewiesen. Er werde bis an sein Lebensende SPD-Mitglied bleiben, sagte Sarrazin im Deutschlandfunk.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sowie zahlreiche weitere Sozialdemokraten hatten dem ehemaligen Berliner Finanzsenator nahegelegt, die SPD zu verlassen. Hintergrund sind Sarrazins Thesen über eine mangelnde Integrationsbereitschaft von muslimischen Migranten. Im Deutschlandfunk kritisierte Sarrazin erneut die Einwanderungsregeln in Deutschland. Die Bundesrepublik ziehe keine qualifizierten Migranten an, sagte er.

Zudem erklärte Sarrazin:

"Ich würde es für gefährlich halten, wenn sich in einem Nationalstaat wie Deutschland - wir haben in Europa Nationalstaaten - mit der Zeit dann nationale und kulturelle Minderheiten bilden würden, die sich dauerhaft absondern."

Kritik lässt nicht auf sich warten

Der integrationspolitische Sprecher der Berliner SPD, Raed Saleh, wirft Sarrazin Rassismus vor. Sarrazin schüre bewusst Vorurteile und bediene sich Pauschalisierungen, sagte Saleh im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur.

Der Bürgermeister des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hat Sarrazin vorgeworfen, in seinen umstrittenen Thesen zur Migration in Deutschland zu stark zu verallgemeinern.

Wörtlich sagte Buschkowsky im Deutschlandradio Kultur:

"Er spricht einerseits immer von den Muslimen, das ist erst mal einfach falsch, und verschreckt und verletzt viele Menschen."

Am Montag erscheint Sarrazins Buch zur deutschen Integrationspolitik unter dem Titel: "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen."

Weitere Links zum Thema:

Brandstifter und Brunnenvergifter - Kommentar

Hildebrandt hat Respekt vor Sarrazins Kaltschnäuzigkeit - Münchner Kabarettist möchte sich mit dem Provokateur zusammen-, nicht auseinandersetzen

Politisch korrekt abgefertigt - Was man in Deutschland sagen darf

"Es ist etwas Ungewöhnliches, Äußerungen dieser Art zu hören" - Professor Schalast über potenzielle Konsequenzen für Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (DLF)

Die Stadt, der Banker und das Kopftuch - Thilo Sarrazin sorgt sich um Berlin (DLF)

"Einfach mal die Klappe halten" - Kommunikationsdirektor Dieter Weirich über die umstrittenen Äußerungen Sarrazins (DLF)

"Dieser Mensch ist verwirrt" - Cohn-Bendit: Sarrazin stößt falsche Debatte an (DLF)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Dlf-Magazin

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Ausstellung "Deuscthland" in DüsseldorfJan Böhmermann macht Kunst

"Deuscthland" - eine Ausstellung von Jan Böhmermann und btf. (btf / Philipp Kaessbohrer)

Der Satiriker Jan Böhmermann hat seine erste Ausstellung: Zu sehen ist unter anderem ein NS-Themenpark, in den der Besucher über ein großes Adolf-Hitler-Maul per 3D-Brille einfährt. "Großartig", meint Rudolf Schmitz. Eine Ausstellung, die einen zwingt, Stellung zu beziehen.

Land in der DauerkriseDie vielen Kriege der Ukraine

epa05568812 Pro-Russian rebel troops leave their positions during the withdrawal of forces from the front line in Petrovske village, about 50 km from Donetsk, Ukraine, 03 October 2016. Both Ukrain's army and the Russian-backed separatists announced on 01 October the withdrawal of their forces from Petrovske, as part of the demilitarisation agreement signed in September. (picture alliance / dpa / Alexander Ermochenko)

Knapp vier Jahre nach Beginn der Kiewer Maidan-Proteste kämpft die Ukraine noch immer gegen prorussische Separatisten - und gegen sich selbst. Denn die Kräfte des alten Regimes sind stark. Es gibt zivilgesellschaftliche Initiativen. Doch Vorkämpfer der Demokratie und Transparenz stoßen nicht immer auf Gegenliebe.

Digitale TagelöhnerHinter der hippen Fassade von Foodora und Co.

Eine Fahrerin von Foodora steht in Berlin im Bezirk Mitte an ihrem Fahrrad. (picture alliance / Wolfram Steinberg)

Lieferdienste wie Foodora oder Deliveroo boomen. Doch vom Wachstum profitieren die Fahrerinnen und Fahrer kaum. Sie fordern deshalb mehr Lohn, ein besseres Schichtsystem und höhere Pauschalen für Reparaturen an den Fahrrädern.

Reduktion von CO2-Ausstoß"Eine wirtschaftliche Chance"

Ein Elektrobus der Kölner Verkehrsbetriebe AG (KVB) an einer Ladestation am Südfriedhof in Köln-Zollstock. Seit 2016 fahren auf der Linie 133 in Köln 8 Elektrobusse.  (imago / Manngold)

Trotz der Klimaschutzziele sind die vom Verkehr verursachten CO2-Emissionen in Deutschland leicht gestiegen. Ein Ausweg aus dem Dilemma sieht der Sachverständigenrat für Umweltfragen in der E-Mobilität. In einem neuen Gutachten erklärt er, wie das funktionieren könnte - auch zum Nutzen der Wirtschaft.

Bachmann-Biografin Ina Hartwig"Vorreiterin und auch eine radikale Figur"

Schriftstellerin Ingeborg Bachmann erhält Georg-Büchner-Preis (RolandWitschel/dpa)

In ihrer Biografie über Ingeborg Bachmann beschäftigt sich Ina Hartwig unter anderem mit dem Verhältnis der Dichterin zum Feminismus. Als "exzentrische Figur weiblichen Geschlechts" sei sie in ihrer Generation als Literatin auch ein Phänomen gewesen, sagt sie.

Protest der BetriebsräteSchulz nennt Stellenabbau bei Siemens "asozial"

Der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz spricht in Berlin, am Rande der Siemens-Betriebsrätetagung der IG-Metall, zu den demonstrierenden Siemens-Beschäftigten (picture alliance/ dpa/ Sophia Kembowski)

Die Beschäftigen bei Siemens sind erbost: Der Konzern will Stellen abbauen und Standorte schließen, obwohl er einen Milliardengewinn erwirtschaftet hat. Beim Protest in Berlin an der Seite der Gewerkschaften: SPD-Chef Martin Schulz, der Siemens-Chef Joe Kaeser an dessen soziale Verpflichtung erinnerte.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Mölln  Gedenken an fremdenfeindlichen Brandanschlag vor 25 Jahren | mehr

Kulturnachrichten

Erfolg für Klage gegen Intendanten-Kündigung | mehr

 

| mehr