Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Schäuble fordert Insolvenzverfahren für EU-Staaten

Banken leisten Beitrag zur Rettung Griechenlands

"Wir werden nicht für die Krise zahlen", heißt es neben einem Bankautomaten in Athen
"Wir werden nicht für die Krise zahlen", heißt es neben einem Bankautomaten in Athen (AP)

Angesichts der Milliardenhilfen für Griechenland hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Möglichkeit einer geordneten Insolvenz für EU-Staaten angemahnt. Die EU-Arbeitsgruppe zur Zukunft des Stabilitätspakts müsse dafür ein Verfahren entwickeln, das gewährleiste, dass die Eurozone nicht insgesamt gefährdet werde, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

Zugleich forderte er schärfere Sanktionsmechanismen. Dazu gehöre, dass Länder bei Regelverstößen für eine bestimmte Zeit keine Zahlungen aus dem Kohäsionsfonds mehr erhielten. (Schäuble-Interviewin der "Rheinischen Post")

Am Montag hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel im ARD-Fernsehen für neue Lösungen bei Schuldenkrisen und die Möglichkeit einer geordneten Insolvenz ausgesprochen. Dabei müssten dann auch die Gläubiger mit herangezogen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zur deutschen Griechenland-Hilfe (tagesschau.de-Video)

Nach den Worten Schäubles leisten die Privat-Banken einen spürbaren Beitrag an der Rettung Griechenlands. Diese Verpflichtung sei "freiwilliger" Natur. Mit den Verpflichtungen der Banken könne sich der Staatsbeitrag an den vereinbarten internationalen Hilfen verringern, sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen mit Banken-Vertretern.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wollte allerdings keine konkrete Summe nennen. Der kursierende Betrag von ein bis zwei Milliarden Euro werde aber überschritten, erklärte er.

Zuvor äußerte sich der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, zuversichtlich, dass sich die Banken an der Milliardenhilfe für Griechenland beteiligen werden. Es gebe entsprechende Signale aus der Branche, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Poß: Steuerzahler weniger belasten

Der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, forderte, die Kostenrisiken für die Rettung Griechenlands nicht allein auf die Steuerzahler abzuwälzen. Er knüpft die Zustimmung seiner Partei zur von der Bundesregierung beschlossenen Griechenland-Hilfe an Bedingungen.

Protestierende vor dem Staatsfernsehen ERTProtestierende vor dem Staatsfernsehen ERT (AP)Dazu gehörten Regelungen, um die Wiederholung einer solchen Krise zu verhindern sowie eine effektive Kontrolle der internationalen Finanzmärkte, sagte Poß in Deutschlandradio Kultur.

Am Montag hatten demonstrierende Lehrer die Hauptnachrichtensendung des griechischen Staatsfernsehens unterbrochen und das Studio zwei Stunden lang besetzt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Religionen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

80. Geburtstag von Leonard Cohen Ein aus der Zeit gefallener Poet

Leonard Cohen

Gentleman des Pop, Tröster der Witwen und Waisen, melancholischer Meister des monotonen Moll - der Sänger Leonard Cohen hat mit seinen Liedern Musikgeschichte geschrieben. Heute wird der Schriftsteller und Musiker 80 Jahre alt.

GlaubeMormoni und die vielen Frauen

Der Bauernsohn Joseph Smith beichtet gerade, als ihm 1823 das Himmelswesen "Moroni" erscheint und und ihm von zwei güldenen Platten erzählt, die ganz in der Nähe versteckt sein sollen: das Buch Mormon.

Rückkehr der AltkleiderRecycling-Mode aus Mosambik

Nelly und Nelsa Guambe in der Stadt

Viele Altkleider, die in Deutschland gesammelt werden, landen auf Märkten in Entwicklungsländern, zum Beispiel in Mosambik. Doch auch dort finden sie nicht immer Abnehmer. Nelly und Nelsa Guambein hat das auf eine Idee gebracht.

ZeitmaschineNull Problemo für ALF

Direkt eingeflogen vom Melmac, landet unser Lieblingsvielfraß ALF vor 28 Jahren zum ersten Mal im amerikanischen Fernsehprogramm. Ob ihn der ganze Cat-Content im Internet heute wohl überfordern würde?

Autumn LeavesHerbstzeitlose

Herbst in der Monbachtal-Schlucht im Nord-Schwarzwald

"Autumn leaves" - die Herbstblätter und all die Bilder, die sie zeichnen: Darum geht an diesem Sonntagvormittag. Die Stimmung dieses Jazz-Klassikers, der immer in Moll erklingt, schreibt auch etwas die Stimmung unserer Sendung vor. 

BayernUnabhängigkeit? Schau mer amol!

Weißblaue Rautenschuhe, in München (Bayern) zu sehen.

Unabhängigkeit hat derzeit Konjunktur in Europa. Nicht nur Schottland, auch andere Regionen in Europa liebäugeln mit einem eigenen Staat. Warum nicht auch Bayern, fragt sich die die Bayernpartei, die Monarchisten sind sowieso dafür.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei rechnet mit weiteren Flüchtlingen  aus Syrien | mehr

Kulturnachrichten

Leonard Cohen feiert 80. Geburtstag  | mehr

Wissensnachrichten

Tempolimits  Autofahrer fahren schneller, wenn Baustellen still stehen | mehr